Im "Endspiel" um den Einzug ins Achtelfinale der Champions League gegen Juventus Turin (Di., ab 20:30 Uhr im Live-Ticker) trifft der FC Bayern auf einen alten Bekannten aus der Bundesliga: Der Ex-Bremer Diego zieht inzwischen bei Juventus Turin die Fäden im Mittelfeld.

Im Interview mit bundesliga.de spricht der Brasilianer über das große Duell gegen den FC Bayern, sein Leben in Turin und seinen Nachfolger im Werder-Mittelfeld.

bundesliga.de: Das "Endspiel" um den Einzug ins Achtelfinale der Champions League gegen den FC Bayern steht an. Was für ein Spiel erwarten Sie?

Diego: Es wird ein schweres und umkämpftes Spiel. Bayern ist einer der bedeutendsten Clubs in Europa. Wir wollen beide die nächste Runde erreichen. Unser Vorteil ist, dass wir zuhause spielen und unsere Fans im Rücken haben, die uns zusätzlich motivieren.

bundesliga.de: Gianluigi Buffon hat gesagt, dass Juve gegen Bayern "die Risiken auf ein Minimum reduzieren" müsse. Ist zu erwarten, dass Juventus sich hinten reinstellt und mit zehn Leuten in der eigenen Hälfte verteidigt?

Diego: Man kann es auch so interpretieren, dass wir früh ein Tor erzielen wollen, um dadurch das Risiko zu minimieren - es gibt mehrere Möglichkeiten. Im Allgemeinen konzentrieren sich die italienischen Teams mehr auf Defensivarbeit als deutsche Mannschaften. Gut möglich, dass diese unterschiedlichen Spielweisen während der Begegnung zu beobachten sein werden.

bundesliga.de: Bordeaux' Fernando hat gesagt, dass Girondins Juventus gezwungen hat, verstärkt über die "schwache rechte Seite" zu spielen statt über ihre "gefährlichere linke Seite". Wie will Juventus verhindern, dass das gegen Bayern erneut passiert?

Diego: Bordeaux hat sehr stark gegen uns gespielt. Sie haben eine großartige Mannschaft. Sie haben Bayern zwei Mal und uns ein Mal geschlagen. Es hat zweifellos niemand erwartet, dass Bordeaux an der Spitze der Gruppe stehen und so aufspielen würde. Nichtsdestotrotz ist jedes Spiel anders. Wir wissen um die Stärke des FC Bayern und um die Stars in ihren Reihen. Keine Frage: Es wird ein großer Kampf, ein Kampf der Giganten um den Einzug in die nächste Runde.

bundesliga.de: Der FC Bayern hatte in dieser Saison mit vielen Problemen zu kämpfen. Wo liegen die Schwachpunkte der Münchner?

Diego: Ich werde nicht so naiv sein und denken, Bayern München sei schwach. Sie sind nie schwach. Der FC Bayern ist ein Gegner, dem ich immer mit Respekt gegenübertreten werde.

bundesliga.de: Sie spielen jetzt fast ein Jahr in Italien. Haben Sie sich an das Leben und den Fußball dort gewöhnt? Gibt es noch Dinge, die ungewohnt sind?

Diego: Inzwischen ist mir alles vertrauter. Ich gewöhne mich an die italienische Art zu spielen. Sie ist weniger offensiv und in den Spielen fallen normalerweise weniger Tore. Es ist äußerst schwer, eine Lücke zu finden, um eine Torchance herauszuspielen. Das Spiel ist ganz anders aufgebaut.

bundesliga.de: Und privat?

Diego: Ich genieße Turin. Die Kultur ist näher an der brasilianischen... Ich fühle mich heimisch.

bundesliga.de: Bei Ihrem Ex-Verein Werder Bremen läuft es in dieser Saison sehr gut. Haben Sie noch Kontakt zu ehemaligen Mitspielern? Wie erklären Sie den Erfolg Ihres früheren Teams?

Diego: Ich habe einige gute Freunde bei Werder. Dem Verein, der Stadt und den Fans werde ich mich immer verbunden fühlen. Immer wenn ich dazu komme, verfolge ich die Spiele oder zumindest die Highlights der Bundesliga. Bremen hat das Zeug dazu, Meister zu werden. Die Mannschaft hat es verdient. Sie leistet gute Arbeit. Momentan sind sie Zweiter, doch ich denke Werder wird die Chance bekommen, ganz oben zu stehen - und die werden sie nicht auslassen.

bundesliga.de: Sie haben vorausgesagt, dass sich Mesut Özil zu einem guten Nachfolger als Spielmacher entwickeln wird. Woher wussten Sie das?

Diego: Er hat eine große Zukunft vor sich, da bin ich mir sicher. Er zeigt derzeit sein Potenzial. Wenn er so weitermacht, wird er den Werder-Fans viel Freude bereiten. Er ist außerdem ein großartiger Kerl und ein guter Freund.

Die Fragen stellte Martin van de Flierdt