Der Hamburger SV befindet sich derzeit in einem wahren Rauschzustand. Die "Rothosen" eilen in der Bundesliga und auch im UEFA-Pokal von Sieg zu Sieg. Nun soll gegen den VfL Wolfsburg (So., ab 16:30 im Live-Ticker/Liga-Radio) der fünfte Streich in Folge her.

Mit vier Spielen in den vergangenen elf Tagen ist die Belastung bei den Hanseaten aber so langsam am Limit. Für Sportchef Dietmar Beiersdorfer ist das jedoch kein Problem: "Wir lieben es Schlag auf Schlag".

Kräfte eingespart

Doch so ganz von der Hand zu weisen, ist die Dreifachbelastung aus Bundesliga, UEFA-Pokal und DFB-Pokal auch für ihn nicht. "Im Moment reden wir uns noch ein, dass es gut ist, im Rhythmus zu bleiben", erklärt Beiersdorfer.

Unter der Woche im UEFA-Pokal gegen den NEC Nijmegen konnte der HSV frühzeitig zwei Gänge herunterschalten und so Kräfte sparen. Nach dem 3:0-Hinspielsieg führten die Hamburger früh 1:0 und schaukelten dieses Ergebnis locker über die Runden.

Böse Erinnerungen ans Hinspiel

Gegen den VfL Wolfsburg wird dem Spitzenreiter nun aber wieder alles abverlangt werden. "Wolfsburg ist eine starke Mannschaft, die mit sehr viel Einsatz spielt und eine gute Mentalität hat. Wenn man da nicht dagegenhält, hat man keine Chance", sagt HSV-Trainer Martin Jol.

Dass die "Wölfe" ein starker Gegner sind, haben die Hamburger schon im Hinspiel schmerzhaft erfahren müssen. In Wolfsburg setzte es die erste Saisonniederlage - schon nach 28 Minuten war der 0:3-Endstand unter Dach und Fach.

"Das war eine Pleite, aber mittlerweile sind wir eine andere Mannschaft", kündigte Jol eine andere Mentalität an.

Beiersdorfer fordert Aggressivität

Auch Beiersdorfer fordert eine andere Einstellung als noch im Hinspiel: "Wir müssen die gleiche Aggressivität, aber auch Besonnenheit an den Tag legen, die wir in den letzten Wochen gezeigt haben."

Zumal er gegen die "Wölfe" ein echtes Kampfspiel erwartet. "Das wird ein Fight werden", prophezeit Beiersdorfer.

Trochowski wieder dabei

Da ist es für Trainer Jol gut, dass mit Guy Demel (Oberschenkelprobleme) und Piotr Trochowski (Magen-Darm-Grippe) zwei Leistungsträger wieder zur Verfügung stehen, die gegen Nijmegen pausiert hatten.

Trochowski fordert gegen Wolfsburg drei Punkte. "Wenn wir weiter oben mitspielen wollen, dann müssen wir gegen den VfL gewinnen", sagt der Nationalspieler.

"Platz 1 ist keine Belastung"

Die Bürde, als Tabellenführer vor heimischem Publikum unter enormen Druck zu stehen, sieht er nicht. "Platz 1 ist keine Belastung. Belastung war es, gegen Leverkusen nachzulegen", stellt Trochowski klar.

Mit einem Sieg könnte sich der HSV sogar die Doppelkrone aufsetzen. Denn derzeit führen die Wolfsburger die Rückrundentabelle mit zehn Punkten knapp vor den Hamburgern an. Ein Dreier, und die "Rothosen" wären auch in dieser Statistik einsame Spitze.

Michael Reis