Solche Flanken lieben Stürmer: Die Freistoßvorlage von Bastian Schweinsteiger in der 25. Minute kam maßgeschneidert von links auf den zweiten Pfosten. Miroslav Klose stand da, wo ein Angreifer stehen muss, und drückte die Kugel aus kurzer Entfernung mit dem Kopf ins Netz.

Der Treffer bedeutete das zwischenzeitliche 2:1 für den FC Bayern München, am Ende schoss der Rekordmeister Hannover 96 mit 5:1 (3:1) aus der Allianz Arena.

Nach Abpfiff sprach Klose im Interview mit bundesliga.de über den Kantersieg und die Lehren, die er aus der Partie zieht. Außerdem erklärt der Nationalspieler, warum es dem FC Bayern mal ganz gut tat, ohne Franck Ribery aufzulaufen, und verrät, wer für ihn der stärkste Konkurrent im Kampf um die Meisterschaft ist.

bundesliga.de: Herr Klose, war Hannover genau der richtige Gegner nach der Pokal-Niederlage gegen Leverkusen?

Miroslav Klose: Nun ja, wir hatten ein Heimspiel, aber ich weiß nicht, wer in einer solchen Situation ein guter Gegner für uns sein soll. Aber es stimmt schon: Ohne Hannover weh tun zu wollen, muss man zugeben, dass es ein sehr angenehmer Gegner war. Wichtig war aber zu zeigen, dass bei uns jeder wusste, dass es fünf vor Zwölf war. Und das haben wir ganz gut hinbekommen.

bundesliga.de: Kann man von einem Befreiungsschlag sprechen?

Klose: Wir wollen schon eine Serie starten. Gegen Hannover haben wir die drei Punkte eingefahren, das war der erste kleine Schritt dazu. Jetzt denken wir von Spiel zu Spiel. Nächste Woche fahren wir nach Bochum, um dort nachzulegen. Denn der Sieg gegen 96 bringt nur etwas, wenn wir auch beim VfL Erfolg haben.

bundesliga.de: War es für Bayern ein Vor- oder ein Nachteil, dass Franck Ribery gegen 96 verletzungsbedingt nicht dabei sein konnte?

Klose: Über Francks fußballerische Qualitäten brauchen wir nicht zu diskutieren. Für unser Spiel ist er unheimlich wichtig. Aber so eine Partie wie gegen Hannover tut auch mal gut.

bundesliga.de: Warum?

Klose: So sind die anderen auch mal in der Pflicht. Wenn bei uns einige Spieler ausfallen, dann wissen die anderen, dass das Spiel kein Selbstläufer wird, sondern dass jeder eine Schippe mehr draufpacken muss. Daher war eine Partie wie gegen Hannover sehr wichtig.

bundesliga.de: Die Verantwortung wird also auf mehrere Schultern verteilt?

Klose: Absolut. Fußball ist ein Mannschaftssport. Wenn es mal nicht so gut läuft, sollte man nicht immer nur ein, zwei Spielern die Schuld dafür geben. Jeder Spieler, von der Nummer 1 bis zur Nummer 25, ist unheimlich wichtig. Nur so werden wir im Training richtig gefordert und nur so können wir es später im Spiel umsetzen.

bundesliga.de: Wie erklären Sie sich die Tatsache, dass der FC Bayern häufig in dieser Saison in Rückstand gerät, vor allem auch zuhause in der Allianz Arena?

Klose: (lacht) Naja, man könnte sagen, wir haben unseren Lauf fortgesetzt. Aber das ist nun mal so. Wenn du so ein Pech hast, dass der erste Schuss des Gegners immer gleich drin ist, kannst du nix machen. Beim Schuss von Stajner passte alles: Er kam in die lange Ecke, der Torwart konnte nichts mehr machen, wir stehen zwei, drei Meter zu weit weg. Dann ist der Drops eben gelutscht und wir liegen mal wieder 0:1 hinten.

bundesliga.de: Wer ist für Sie der schärfste Konkurrent im Kampf um die Meisterschaft?

Klose: Ich denke, die Mannschaft, die im Moment vor uns steht: Hertha BSC.

Aus der Allianz Arena berichtet Denis Huber