München - Er ist flexibel, torhungrig und bringt seine Leistung immer wieder auf den Punkt genau: Bayerns Thomas Müller geht seinen Weg. Seit der letzten Saison, in der er noch die Neuentdeckung beim FC Bayern war, hat er sich zur unumstrittenen Stammkraft beim FC Bayern und in der Nationalmannschaft entwickelt und auch international schon für Furore gesorgt. Thomas Müller ist beileibe keine Eintagsfliege mehr und ist aus der deutschen Fußballlandschaft kaum mehr wegzudenken.

bundesliga.de präsentiert zehn interessante Fakten über den Shootingstar des Fußballjahres 2010.

Jugendzeit

Thomas Müller kam am 13. September 1989 auf die Welt und begann seine Kariere beim TSV Pähl, 40 km von München entfernt. Mit zehn Jahren wechselte er zur D-Jugend des FC Bayern München und durchlief seitdem alle Jugendmannschaften, bis er letztendlich im Frühjahr 2009 einen Profivertrag unterschrieb.

Rekordverdächtig

Allein die Tatsache, dass sein Heimatverein in der E-Jugend in einer Saison 165 Tore erzielt hat, lässt schon einige Vereine im Jugendbereich neidisch nach Pähl blicken. Doch der Knaller kommt erst noch: Thomas Müller traf allein 120 Mal für sein Team und stellte damit einen unglaublichen Wert auf!

Flexibilität

Schon früh lernte Thomas Müller sich auf verschiedenen Positionen zu behaupten. "In der Jugend habe ich sogar mal ein Jahr als Innenverteidiger gespielt, später rechts in der Raute im Mittelfeld", blickt er zurück: "Mir liegt es eher, wenn ich von weiter hinten komme, nicht direkt im Zentrum." Seine Mutter erinnert sich sogar noch weiter: "Torwart war er auch manchmal, der war alles!"

Weggefährte

Seit 2002 sind Holger Badstuber und Thomas Müller Kollegen beim FC Bayern. Das Duo durchlief zusammen viele Jugendabteilungen und hat fast im Gleichschritt den Sprung ins Profiteam geschafft. Die beiden Talente sind die großen Gewinner der Ära unter Louis van Gaal und geben sich gegenseitig Rückhalt im Starensemble. Gemeinsam schafften sie auch den Sprung in die Nationalmannschaft.

Seine schlimmste Nacht

In der Saison 2009/2010 hat Müller mit dem FC Bayern fast alles erreicht. DFB-Pokalsieger und Deutscher Meister. Nur in der Champions League verlor er mit dem FCB das Finale gegen Inter Mailand mit 0:2. Müller hatte während des Spiels die große Chance auf den Ausgleich. "Die Szene habe ich mir in den Tagen nach dem Spiel immer wieder angeschaut. Weil ich herausfinden wollte, warum es nicht geklappt hat mit dem Tor. Aber das musst du abhaken. Durch die WM hatte ich gleich das nächste Ziel vor Augen. Das ist das Positive am Fußball: Nach diesem negativen Erlebnis kommt sofort wieder eine neue Herausforderung."

Große Titel in jungen Jahren

Dort lief es dann auf wie am Schnürchen. Seinen international größten Erfolg schaffte Müller bei der WM in Südafrika. Als Stammspieler im Team von Joachim Löw erzielte in sechs Spielen fünf Treffer und bereite drei weitere Tore vor: WM-Torschützenkönig! Außdem gewann er den Titel des besten Jungprofis bei der Endrunde. "Für mich ist das eine Super-Bestätigung für die Arbeit in dieser Saison. Es freut mich, dass ich so einen Superlauf hatte", sagte Müller.

Das Glück mit der "13"

Der "Bomber der Nation", sein großer Namensvetter Gerd Müller, ist Rekordtorjäger der Bundesliga und Nationalmannschaft. Dass Thomas auch genau Gerds Nummer 13 bei der WM tragen sollte, war vielleicht Schicksal. Der etatmäßige Träger des Trikots, Kapitän Michael Ballack, verletzte sich kurz vor dem Turnier. Dann wurden die Nummern vergeben und Thomas Müller entschied sich bewusst für die Nachfolge des "Bombers". "Am Ende blieben noch die 4, die 14 und eben die 13 liegen. Da konnte ich nicht widerstehen."

Große Liebe

Schon mit 20 Jahren knüpfte der Stürmer das Band der Ehe. Seit 2008 er mit seiner Freundin Lisa zusammen, mittlerweile sind die beiden verheiratet. Durch seine Frau hat er das Reiten als neues Hobby entdeckt. Bei seinen Spielen ist Lisa häufig Tribünengast, so dass er sich nach der Partie schon des Öfteren das verdiente "Busserl" abholen kann.

Bekanntes Gesicht

Seine große Berühmtheit weiß Müller richtig einzuschätzen: "Wenn du in ein Flugzeug steigst, wirst du schon mal gefragt, ob du zum Kapitän ins Cockpit kommen möchtest. Aber wenn du wieder aussteigst, musst du am Gepäckband erst einmal vier Fotos mit dir machen lassen. Es ist wie überall im Leben: Alles hat zwei Seiten. Viele von denen, die gern berühmt sein wollen, sehen vermutlich nur das Positive."

Mia-san-Mia-Mentalität

Der Rückstand auf Tabellenführer Borussia Dortmund ist groß, aber Müller gibt sich selbstbewusst und schickt eine Kampfansage an die Konkurrenz: "Es sind nur noch vier Punkte auf Platz 2 und wir sind die einzige Mannschaft, die Druck nach oben machen kann. Wir sind der Rekordmeister, es wird immer um uns gehen. Wir geben Gas!" Seinen ersten Meistertitel feierte Müller 2010 mit den Bayern.




Tim Tonner und Christoph Gschoßmann