Werder Bremens Eigengewächs Kevin Schindler ist seit Juli 2008 für eine Spielzeit an den FC Hansa Rostock verliehen. Am Mittwoch, 30.07.2008, 19 Uhr, gastieren Schindlers Ehemalige bei den Aktuellen zum Testspiel in der DKB-Arena.

Auf der Webseite der Bremer äußert sich das 20-jährige Angreifertalent vor dem kurzen Wiedersehen mit den alten Weggefährten zu seiner Situation in Rostock und einem möglichen Tor gegen den Stammverein.

Frage: Kevin Schindler, nach neun Jahren Werder weilen Sie nun seit knapp einem Monat in Rostock. Wie bekommt Ihnen die frische Brise an der Ostsee?

Kevin Schindler: Es ist schon ungewohnt, mal woanders zu spielen, in gewisser Weise "frische" Luft zu schnuppern und so richtig von zu Hause weg zu sein. Für mich persönlich ist es schon ein gewaltiger Schritt gewesen. Zwischen Bremen und Delmenhorst liegen ja nur Katzensprünge. Aber dadurch, dass ich diesen Schritt gehen wollte und die Zeit sowieso begrenzt ist, war das jetzt nicht so schwer.

Frage: Eingewöhnungsschwierigkeiten sucht man bei Ihnen vergebens. Vier Tore in fünf Testspielen, darunter Treffer gegen die Bundesligisten aus Bielefeld (2:0) und Hoffenheim (2:2), sprechen für sich.

Schindler: Mit so einem Start konnte ich natürlich nicht rechnen. Ich wurde von der Mannschaft auch richtig gut aufgenommen, kannte vorher schon zwei, drei Mitspieler, die mir die Eingewöhnung noch leichter gemacht haben als sie eh schon war. Und Stürmer werden nun mal an Toren gemessen und derzeit läuft es richtig gut für mich. Noch haben wir zwei Testspiele gegen Werder und Naestved BK aus Dänemark vor der Brust. Dann stehen die ersten Pflichtspiele mit DFB-Pokal und Zweitliga-Auftakt vor der Tür und wir schauen mal, was geht und wie weit ich bin.

Frage: Oft wird der Spruch bemüht: "Einen Schritt zurückgehen, um dann wieder zwei nach vorne zu kommen." Widerspiegelt das Ihre Ausleihe zum FC Hansa?

Schindler: Ich wollte diesen Schritt für mich persönlich machen und vor allem weiter auf hohem Niveau spielen können. Und es ist ein guter Schritt, der mich voranbringen wird. In erster Linie geht es darum, Spielpraxis zu sammeln, dazuzulernen, Selbstvertrauen zu tanken und mal auf einer anderen Seite Erfahrungen mitzunehmen, sodass ich nach meiner Rückkehr auf mehr Einsätze bei Werder komme.

Frage: Am Mittwoch gibt es ein schnelleres Wiedersehen als gedacht mit vielen bekannten Gesichtern. Auch wenn es Werder ist, den Ball würden Sie nicht auf der Bremer Torlinie stoppen?

Schindler: (schmunzelt) Also solche Wetten laufen nicht. Nein, im Ernst: Ein bisschen kribbelt s schon, selbst wenn es nur ein Testspiel ist. Es wird eine sehr interessante Begegnung, für uns eine Standortbestimmung, die wir natürlich gewinnen wollen. Sicher freue ich mich auch, einige Werderaner wiederzusehen. Vielleicht gelingt mir noch ein Tor, das wäre auch ganz schön. (lächelt verschmitzt)