Bastian Schweinsteiger raufte sich am Samstagnachmittag nicht nur einmal die Haare. "Es ist einfach zum verrückt werden", sagte er nach dem 0:0 gegen den 1. FC Köln, das für den klar überlegenen FC Bayern wie eine Niederlage wirkte.

Schweinsteiger war einer der besseren Münchner im Spiel gegen Köln, bemühte sich um Struktur, war fleißig, doch das derzeit größe Manko konnte auch er nicht beheben: Die Bayern sind seit 274 Minuten ohne Torerfolg.

Eine ungewöhnliche Serie angesichts von Hochkarätern in der Offensive wie Franck Ribery, Arjen Robben, Mario Gomez, Ivica Olic oder Miroslav Klose.

Schweinsteiger versuchte zu erklären, warum das Tor für den FC Bayern im Moment wie vernagelt scheint.

Frage: Durch das 0:0 gegen Köln liegt der FC Bayern nun schon acht Punkte hinter Tabellenführer Bayer Leverkusen. Ein bedenklicher Rückstand, oder?

Bastian Schweinsteiger: Acht Punkte - das ist natürlich ein Abstand, der weh tut. Wir müssen schauen, dass wir jetzt schleunigst mal drei Punkte holen und eine Serie starten. Es nervt, dass wir hier nur einen Punkt geholt haben und dass der Abstand nach vorn schon so groß ist. Wir müssen bis zur Winterpause auf jeden Fall aufholen. Aber zuerst müssen wir mal ein Tor machen. Denn ohne Tor gewinnst Du keine Spiele.

Frage: In den vergangenen drei Spielen gab es keinen Torerfolg. Woran liegt's?

Schweinsteiger: Ich glaube, wir hatten in den letzten drei Spielen hundert Torchancen. Aber wir machen kein Tor. Es ist wie verhext. Auch bei mir: Ich köpfe einmal an die Latte, dann köpfe ich Miro (Klose, d. Red.) an den Kopf und der Ball geht an die Latte. Es ist einfach zum verrückt werden. Und das Schlimmste an der ganzen Sache ist, dass wir jetzt schon acht Punkte Rückstand haben.

Frage: Was muss jetzt passieren?

Schweinsteiger: Wir müssen wieder cleverer vor dem Tor sein, abgezockter. Und die Vorlagengeber müssen die Stürmer noch besser anspielen.

Frage: Köln hat sehr defensiv gespielt, wird mit dieser Taktik aber nicht die letzte Mannschaft in München gewesen sein. Dagegen muss der FC Bayern ein Mittel haben.

Schweinsteiger: Es ist nicht leicht, wenn man gegen elf Mann spielt, die 30 Meter vor ihrem Tor verteidigen. Köln hat ja heute, glaube ich, nicht einmal unseren Sechzehner gesehen. Aber so treten die Mannschaften hier halt auf und wir müssen schauen, dass wir einen Weg finden, um da durchzukommen.

Aufgezeichnet von Michael Gerhäußer