Der FC Bayern steht vor dem Champions-League-Duell bei Juventus Turin mit dem Rücken zur Wand (Di., ab 20:30 Uhr im Live-Ticker). Nur ein Sieg reicht dem deutschen Rekordmeister, um in die K.o.-Runde einzuziehen.

Spieler und Verantwortliche stehen unter enormem Druck. Eine Situation, die für die Bayern nichts Neues ist: Schon vier Mal ging es an einem letzten Spieltag der Gruppenphase für sie um das Weiterkommen. Und vier Mal haben sie sich dabei auch durchgesetzt.

2003/04: Makaay erlöst den FC Bayern

Zuletzt war das in der Saison 2003/04 der Fall. Der Gegner war der RSC Anderlecht. Ein Sieg musste her. Zusätzlich waren die Bayern noch auf Schützenhilfe von Olympique Lyon angewiesen, die einen Punkt gegen Celtic Glasgow holen mussten.

Roy Makaay sorgte per Elfmeter für das Tor des Tages, der FCB war eine Runde weiter. Mittelfeldstratege Bastian Schweinsteiger war damals schon mit von der Partie. Er wurde für den heutigen Juve-Spieler Hasan Salihamidzic eingewechselt und half dabei, das 1:0 über die Zeit zu retten. "Es war schon eine besondere Anspannung. Aber das war auch gut so. Das muss in so einem Endspiel einfach sein", erinnert sich Schweinsteiger auf Nachfrage von bundesliga.de an die Gefühlslage vor dem Anpfiff.

2000/01: Kaiserliche Wutrede und die Folgen

1:0 hieß es auch am letzten Spieltag der Zwischenrunde 2000/01. Um den Einzug in die Runde der letzten acht Teams perfekt zu machen, benötigten die Münchener wenigstens ein Unentschieden gegen den FC Arsenal.

Giovane Elber erzielte den entscheidenden Treffer gegen die Londoner. Acht Tage zuvor gab es noch eine bittere 0:3-Klatsche in Lyon. Die Wutrede, die Franz Beckenbauer danach beim Bankett abfeuerte, hatte wohl Spuren bei den Spielern hinterlassen - im positiven Sinne. Am Ende des Wettbewerbs standen die Bayern bekanntlich ganz oben auf dem Siegerpodest.

1999/00: Strunz bleibt cool

Ein Jahr zuvor waren es die Glasgow Rangers, die dem Rekordmeister auf dem Weg in die nächste Runde im Weg standen.

Gegen die Rangers behielt der FCB die Nerven. Auch damals mit dem knappsten aller Ergebnisse: einem 1:0. Ein Strafstoß sorgte für die Entscheidung zugunsten der Münchner. Thomas Strunz blieb vom Punkt eiskalt.

1994/95: Herzerwärmender Fußball in Kiew

Deutlicher ging es bei der "Final-Premiere" zu. 1994/95 traten die Bayern erstmals in der Champions League an. Vor dem abschließenden Spieltag der Zwischenrunde hatten sowohl Der FC Bayern als auch Spartak Moskau nach einem Sieg und zwei Remis vier Zähler auf der Habenseite - die drei Punkte Regel war noch nicht in Kraft. In Kiew musste das Team um Trainer Giovani Trapattoni also am besten hoch gewinnen, um auf der sicheren Seite zu sein.

Bei eisigen Temperaturen spielten die Münchener dann auch herzerwärmenden Fußball mit vielen Toren. Mehmet Scholl sowie zwei Mal Jean-Pierre Papin stellten nach dem 1:1-Ausgleich des heutigen Sportdirektors Christian Nerlinger den 4:1-Endstand her.

Die Bayern sind in den Entscheidungsspielen bisher also immer auf den Punkt top fit gewesen. Bleibt zu hoffen, dass die Serie auch am Dienstag in Turin Bestand hat.

Aus Turin berichtet Michael Reis