Hoffenheim - 1899 Hoffenheim ist eines der Teams, die die Schächephasen der "Großen" derzeit ausnutzen. Die Mannschaft von Trainer Ralf Rangnick ist nach dem Sieg gegen Borussia Mönchengladbach mittlerweile schon auf Platz 4 in der Tabelle geklettert und hat erst zwei Niederlagen einstecken müssen.

Seinen Anteil daran hat auch Abwehrspieler Marvin Compper. Im Interview spricht der einmalige deutsche Nationalspieler über das Spiel gegen Gladbach, die Gründe für den derzeitigen Hoffenheimer Höhenflug und die kommende Aufgabe.

Frage: Herr Compper, Ihr Trainer hat gegen Mönchengladbach ein Spiel mit zwei unterschiedlichen Halbzeiten gesehen. Sie auch?

Marvin Compper: Ja, wir haben im ersten Durchgang den Ball nicht schnell genug laufen lassen, es war deshalb zu einfach für Gladbach, die Räume zuzumachen. In der zweiten Hälfte haben wir einfach schneller gespielt. Da fällt es dann jeder Mannschaft schwer, das zuzustellen.

Frage: Worin liegen die Gründe für den derzeitigen Erfolg?

Compper: Man sieht, dass wir eine gute Mannschaft haben. Die Kollegen, die nicht gespielt haben, werden sich unter der Woche reinhängen und werden es den anderen schwermachen, wieder zur ersten Elf zu gehören. Es ist jetzt mehr Konkurrenzdruck im Kader.

Frage: Hat Sie der Anschlusstreffer zum 2:3 geärgert?

Compper: Klar, das hätte nicht passieren müssen. Aber am Schluss hatten wir ja drei Punkte, da möchte ich jetzt nicht zu viel rummäkeln.

Frage: War die Angst da, dass noch der Ausgleich fällt?

Compper: Eigentlich nicht, die zweite Halbzeit war ja alles andere als ängstlich von uns, und wir haben ja selbst nach dem 2:3 noch weiter nach vorne gespielt.

Frage: Die Fans haben Sie mit Pfiffen in die Kabine verabschiedet. Motiviert das?

Compper: Ich würde mir etwas mehr Geduld von den Fans wünschen. Nach dem Spiel haben sie uns gefeiert, und in der Halbzeit wären sie uns am liebsten an die Gurgel gegangen. Das ist mir ein wenig zu sprunghaft.

Frage: Sprunghaft?

Compper: Ein bisschen mehr Rückhalt wäre schön, gerade dann, wenn es mal nicht so gut läuft. Wir haben das Spiel ja noch gedreht. Es wäre schöner, wenn wir das gemeinsam schaffen.

Frage: Ist der Tabellenplatz aussagekräftig? Sie belegen jetzt immerhin Rang 4.

Compper: Das ist mir relativ egal. Aber es ist eben sehr wichtig, dass wir gegen Mannschaften gewinnen, die hinter uns stehen. Genau das ist uns gegen Mönchengladbach ja gelungen.

Frage: Spielen Sie am kommenden Sonntag wie heute in der Innenverteidigung, oder doch wieder auf der linken Außenbahn?

Compper: Darüber mache ich mir keine Gedanken, das entscheidet der Trainer. Ich habe da auch keine Präferenzen, sondern versuche, beide Positionen möglichst gut zu spielen.

Frage: Nun haben Sie Dortmund vor der Brust.

Compper: Und da müssen versuchen, unser schnelles Spiel durchzudrücken, den Gegner erst gar nicht in Pressingsituationen zu bringen. Um dort etwas zu reißen, ist es die absolute Bedingung, dass wir die Aggressivität haben.

Aufgezeichnet von Christoph Ruf