Trainer Mirko Slomka reckte die Fäuste in den verschneiten Himmel, die Profis wurden von fast vergessenen Glücksgefühlen übermannt und der Vorstandsvorsitzende Martin Kind beschwor bereits eine bessere Zukunft: Nach dem 2:1 (0:0) im Abstiegsduell des 25. Spieltags beim SC Freiburg herrschte bei allen Beteiligten des abstiegsbedrohten Bundesligisten Hannover 96, der den ersten Sieg nach neun Pleiten in Folge feierte, eine riesengroße Erleichterung.

"Das war das Signal zur richtigen Zeit, das wir gebraucht haben. Das war ein ganz wichtiger Sieg. Vielleicht war das die Befreiung, um den Prozess jetzt erfolgreich fortzusetzen", sagte Kind, der sich über das Ende von gleich mehreren Negativserien freuen konnte.

Mahnende Worte von Kind

Die Niedersachsen holten nicht nur den ersten "Dreier" nach zuletzt zwölf Spielen ohne Sieg, sondern auch den ersten Sieg seit dem Freitod von Robert Enke. Die Profis verhinderten zudem den Negativrekord für Slomka, dem als erstem Bundesliga-Coach sieben Niederlagen in Folge zu Dienstbeginn gedroht hatten.

"Ich freue mich für Mirko Slomka. Schließlich sind die ersten Ergebnisse seiner Trainingsarbeit schon deutlich zu erkennen", erklärte Kind, der trotz der großen Erleichterung vor allzu großer Euphorie im Abstiegskampf warnte: "Das war nur ein Spiel. Wir müssen darauf aufbauen und konzentriert weiter arbeiten."

Die Mahnung des Präsidenten fand bei den Profis, die den etwas glücklichen Sieg dem Brasilianer Elson (63.) und einem Eigentor des Freiburgers Pappis Cisse (73.) zu verdanken hatten, nur wenig Gehör.

"Dieses Erfolgserlebnis tut dem ganzen Verein gut"

"In der Kabine wurde schon ausgelassener gefeiert als nach einem normalen Sieg. Es ist ein richtig geiles Gefühl, mal wieder gewonnen zu haben", meinte Verteidiger Christian Schulz: "Wenn wir nicht gewonnen hätten, hätte es ganz düster ausgesehen. Ein Sieg nach einer derart langen Durststrecke setzt Gefühle frei, die wir fast gar nicht mehr gekannt haben."

Auch Slomka war deutlich anzumerken, dass eine schwere Last von ihm abgefallen war. "Ich bin froh, dass wir endlich mal wieder mit einem guten Gefühl nach Hause fahren können. Dieses Erfolgserlebnis tut dem ganzen Verein gut", meinte der Coach. Der zuletzt stark kritisierte Torhüter Florian Fromlowitz, der in Freiburg stark spielte, brachte die Gefühlslage der Niedersachsen auf den Punkt: "Wir leben noch."

"Aufgeben gibt es nicht"

Die Freiburger, für die der eingewechselte Yacine Abdessaski den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielte (70.), warten seit nunmehr elf Partien auf einen Sieg und sind hinter die punktgleichen Niedersachsen auf den Relegationsplatz gerutscht.

Trainer Robin Dutt zeigte sich trotz der Negativserie trotzig und kündigte für das kommende Auswärtsspiel bei Rekordmeister Bayern München große Taten an: "Aufgeben gibt es nicht. Meine Aufgabe ist es, wieder aufzustehen und von vorne anzufangen. Und dazu gibt es keinen besseren Gegner als Bayern München."

SC-Sportdirektor Dirk Dufner stärkte seinem Coach bei LIGA total! den Rücken: "Wir stehen auch zu 100 Prozent nach dem Spiel zum Trainer - und wir werden auch zu 100 Prozent nach dem 34. Spieltag zu diesem Trainer stehen!"