Piotr Trochowski zeigt sich vor dem ersten UEFA-Pokal-Halbfinale in Bremen optimistisch: "Die erste Runde ging sehr klar an Werder, aber die zweite wird an uns gehen!"

Weder die Pokalpleite (2:4 n. E.) noch die Bundesliga-Niederlage beim BVB (0:2) lassen bei Trochowski den Glauben an die eigenen Stärken sinken.

Im Exklusiv-Interview mit bundesliga.de verrät Hamburgs Spielmacher, wie man Werder schlagen kann, welche Fehler der HSV vermeiden muss und warum auch der Meisterschaftszug noch nicht abgefahren ist.

bundesliga.de: Zwei Niederlagen im Gepäck, das UEFA-Cup-Halbfinale (Do., ab 20:30 Uhr im Live-Ticker) vor Augen: Da hieß die Devise beim HSV zuletzt vor allem "Abschalten und Durchschnaufen", oder?

Piotr Trochowski: Man kann sich nicht Tag und Nacht mit der Situation oder den Niederlagen beschäftigen. Es war wichtig, einfach mal abzuschalten, zu regenerieren und den Kopf frei zu bekommen. Wir haben auch in dieser Saison schon Phasen mit Niederlagen gehabt und sind immer wieder zurückgekommen und haben eine positive Serie gestartet. Daran müssen wir denken und daran glauben wir. Ich bin für das Spiel in Bremen sehr optimistisch.

bundesliga.de: Trotz der Pokalniederlage?

Trochowski: Die erste Runde ging sehr klar an Werder, aber die zweite wird an uns gehen. Wir sind nicht schlechter. Wir wissen, was wir im Pokal falsch gemacht haben und werden am Donnerstag anders auftreten.

bundesliga.de: Was muss der HSV denn anders machen, um gegen Werder erfolgreich zu sein?

Trochowski: Man darf die Bremer gar nicht erst richtig ins Spiel kommen lassen. Wenn sie spielen können, dann sind sie stark, weil sie technisch gute Fußballer haben. Wir müssen das Aufbauspiel entsprechend früh unterbinden. Und wenn Werder Fehler macht, müssen wir schnell vorstoßen. Die Bremer haben Probleme, wenn man schnell spielt und in die Lücken stößt. Das müssen wir ausnutzen.

bundesliga.de: In der vergangenen Bundesliga-Partie beim BVB fehlte es dem HSV offensiv an Durchschlagskraft.

Trochowski: Wir haben sehr ordentlich gespielt, obwohl wir noch die 120 Minuten aus dem Pokalspiel in den Knochen hatten. Allerdings nur bis zum Strafraum, dann haben uns tatsächlich einfach die Ideen gefehlt, den Abschluss zu suchen oder den entscheidenden Pass zu spielen. Das müssen wir uns vorwerfen.

bundesliga.de: Ist die HSV-Offensive ohne einen verletzten Mladen Petric stark genug?

Trochowski: Natürlich ist Mladen ein wichtiger Spieler, aber wir haben auch ohne ihn kein generelles Problem. Unsere Offensivleistung ist manchmal zu schwankend. Gegen Dortmund war es nicht kreativ und nicht effektiv genug. Aber ich gehe davon aus, dass wir gegen Bremen wieder anders auftreten werden. Wenn man so viele Spiele hat wie wir, muss man umso mehr sehen, dass man aus wenigen Situationen das Meiste herausholt.

bundesliga.de: Der HSV hat schon sehr viele Partien bestritten. Reicht die Kraft noch aus?

Trochowski: Natürlich gehen die vielen Spiele langsam an die Substanz. Es ist gut, dass das UEFA-Cup-Spiel in Bremen erst am Donnerstag ist. Die fünf Tage zur Regeneration sind sehr wichtig und es ist gut, dass wir diesmal eine längere Pause haben. Aber dann gibt es am Donnerstag auch keine Ausreden mehr!

bundesliga.de: Gilt die Konzentration komplett dem UEFA-Cup oder glauben Sie auch noch an eine Chance in der Meisterschaft?

Trochowski: Die Niederlage beim BVB war natürlich ein Rückschlag, wir wollten aus Dortmund mindestens einen Zähler mitnehmen. Wir haben eigentlich die Fähigkeit und die Qualität, auch solche Partien zu gewinnen. Dass es nicht gereicht hat, ist bitter. Aber wenn wir am Sonntag zuhause gegen Hertha BSC gewinnen, sieht es schon wieder anders aus. Und wir sind sehr heimstark in dieser Saison.

Das Gespräch führte Dietmar Nolte