Bayer Leverkusen mischt weiter munter in der Spitzengruppe der Bundesliga mit.

Der 2:1-Heimerfolg gegen den VfL Bochum war bereits der dritte Sieg in Folge. Außer der mangelhaften Chancenverwertung gab es nichts zu kritisieren.

Im Gespräch mit bundesliga.de blickt Bayer-Verteidiger Manuel Friedrich optimistisch und selbstbewusst auf die kommenden Aufgaben voraus.

bundesliga.de: Glückwunsch zum 2:1-Sieg gegen den VfL Bochum. Wie zufrieden sind Sie mit der Leistung?

Manuel Friedrich: Wir haben zwei verschiedene Halbzeiten gesehen. Zum einen die erste, in der wir sehr gut gespielt haben. Wir haben offensiv bis auf die Chancenverwertung sehr gut agiert. Bochum hätte sich nicht beschweren können, wenn es drei oder vier Gegentore bekommen hätte. Im Gegenzug kriegen wir mit dem ersten Konter durch einen abgefälschten Ball das 0:1. Das ist ein bisschen unglücklich gelaufen und hat an das Spiel in Freiburg in der letzten Woche erinnert. Wichtig war, dass wir nicht aufgegeben haben, sondern weitergemacht und die Tore gemacht haben. Das Spiel kann immer noch sehr viel höher ausgehen, wenn wir cleverer sind. So mussten wir bis zum Schluss noch ein bisschen zittern. Aber alles in allem kann man mit dem Heimspiel zufrieden sein.

bundesliga.de: Nach langer Zeit hat Bayer 04 auch wieder einmal ein Spiel nach Rückstand gewonnen. Ist das ein Zeichen der positiven Entwicklung?

Friedrich: Klar! Eine Mannschaft entwickelt sich immer weiter. Von Woche zu Woche, von Jahr zu Jahr. Der Trainer erwartet von uns, dass wir kompakt stehen und aus einer sicheren Defensive gut spielen und offensiv so stark sind wie in der letzten Saison. Das müssen wir noch ein bisschen lernen, das hat in den ersten Spielen noch nicht 100-prozentig geklappt. Aber es wird von Spiel zu Spiel besser. Wir lernen dazu. Nur so geht es. Wir müssen hinten den Kasten sauber halten, vorne machen wir immer unser Tor.

bundesliga.de: Das hört sich fast wie eine Drohung an, wenn man nach vier Spielen zehn Punkte auf dem Konto hat und man noch nicht ganz zufrieden ist.

Friedrich: Wir haben in Freiburg nicht gut gespielt und das Spiel trotzdem 5:0 gewonnen. Aber mit der Leistung konnten wir nicht zufrieden sein. So Tage gibt es. Mit der ersten Halbzeit gegen Bochum bin ich, wie gesagt, bis auf die Chancenverwertung absolut zufrieden. In der zweiten Halbzeit haben wir ein bisschen nachgelassen. Wir haben das Spiel verdient gewonnen, aber es gibt immer Sachen, die man verbessern kann.

bundesliga.de: Sie waren an beiden Toren der ersten Hälfte beteiligt. Was ist da passiert?

Friedrich: Beim Bochumer Tor fälscht Klimowicz den Ball gegen mein Bein ab. Und beim Ausgleich kam ein guter Ball vom Michal Kadlec. Der Ball kam perfekt, weil Abwehrspieler und Torwart sich nicht einig waren. Dann habe ich ihn genommen. Das hat gut gepasst.

bundesliga.de: Bayer hat den besten Saisonstart seit zehn Jahren hingelegt und geht jetzt punktgleich mit dem Tabellenführer in die Länderspielpause. Wie wichtig ist das?

Friedrich: In den zwei Wochen lebt es sicher immer ein bisschen leichter und besser, wenn man einen Sieg geholt hat. Dann scheint plötzlich die Sonne, wenn es regnet. Das kennt jeder Fußballer. Jetzt kann jeder zu seiner Nationalmannschaft fahren. Wir werden in den zwei Wochen trotz reduziertem Kader ordentlich arbeiten und uns auf das nächste Spiel vorbereiten.

bundesliga.de: Sie sprechen das nächste Spiel in Wolfsburg an. Ist das der erste richtige Härtetest?

Friedrich: Wir hatten bis jetzt noch nicht den vermeintlich großen Gegner. Möglich ist alles, auch in Wolfsburg. Wenn wir unser Spiel durchziehen, können wir auch in Wolfsburg etwas holen. Und wenn wir da verlieren, werden wir nicht gleich den Verein abmelden. Unsere Devise lautet aber: Gewinnen.

bundesliga.de: Ein Wort zu Stefan Kießling?

Friedrich: Ich gebe ihm heute eine glatte Eins. Das hat jeder im Stadion gesehen. Er hat gerackert, ist gelaufen wie sonst auch immer. Außerdem sind ihm sogar Aktionen gelungen, die sonst nicht gelingen. Er hat einen Ball mit dem Rücken zum Gegner über diesen rübergehoben und ist dann an ihm vorbeigelaufen. Das habe ich bei ihm auch noch nicht ganz so oft gesehen. Im Moment hat er einen Lauf. Jeder der ihm keine Eins gibt, hat keine Ahnung von Fußball.

bundesliga.de: Aber der Bundestrainer hat Ahnung von Fußball? Der hat ihn nicht nominiert.

Friedrich: Ich denke, dass die beiden gesprochen haben. Auf Dauer kommt er an dem "Kies" sicher nicht vorbei.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski