Köln - Historisch steht es unentschieden, denn vor dem 14. Rhein-Main-Derby in der Bundesliga (Samstag ab 15 Uhr im Liveticker) haben der 1. FSV Mainz 05 und Eintracht Frankfurt jeweils drei Siege in der Derby-Bilanz stehen, zudem gab es sieben Remis. bundesliga.de hat noch mehr Fakten zu dem Nachbarschaftsduell zusammengetragen.

Erst seit 2004 kämpfen der FSV und die Eintracht gegeneinander in der Bundesliga um die Vorherrschaft im Rhein-Main-Gebiet. Damals schaffte der Club aus der Karnevalshochburg erstmals den Aufstieg in die deutsche Eliteklasse. Das direkte Duell der beiden Rivalen ist seitdem ausgeglichen. Insgesamt ist Mainz seit 2004 in der Bundesliga aber erfolgreicher als die Eintracht. Die Nullfünfer holten seitdem 376 Punkte, Frankfurt (350) 26 weniger, beide in 293 Bundesliga-Spielen.

Zu Hause ist Mainz eine Macht

Vor allem die Heimstatistik sollte dem FSV für Samstag Hoffnung machen. Noch nie verloren die Mainzer in Bundesliga und 2. Bundesliga ein Heimspiel gegen die Eintracht. Bei zehn Mainzer Heimspielen stehen drei Siege und sieben Remis zu Buche (zwei Siege, vier Remis bei 10:6 Toren in der Bundesliga). Frankfurt ist sogar seit 298 Minuten in Mainz torlos, zuletzt traf dort Ümit Korkmaz im April 2010 beim 3:3. In der Römerstadt gewinnen konnte die Eintracht nur einmal: Im Oktober 1986 setzten sich die Hessen mit 1:0 nach Verlängerung im DFB-Pokal durch.

Insgesamt ist das Duell durch viele Unentschieden geprägt. Die Mainzer teilten in der Bundesliga nur mit Hannover häufiger die Punkte als mit Frankfurt (sieben Mal), die Eintracht hat einzig gegen den FSV in mehr als der Hälfte der Bundesliga-Duelle Remis gespielt. Häufig steht auch die Null. Fünf Mal ließ Mainz gegen die Eintracht kein Gegentor zu (nur gegen Leverkusen öfter), umgekehrt gelang den Rheinhessen auch fünf Mal kein Tor.

Wer führt verliert nicht

Noch nie hat die Mannschaft, die mit 1:0 in Führung gegangen ist, das Rhein-Main-Derby verloren. Ein Sieg ist allerdings auch nicht garantiert. Frankfurt verspielte zweimal sogar schon eine Zwei-Tore-Führung, Mainz unterlief das gleiche Missgeschick beim 2:2 im Hinspiel. In dem Derby geht es übrigens auch gerne mal heiß her. Bereits fünf Mal wurden Spieler des Felds verwiesen (zwei Mainzer, drei Frankfurter). In keinem anderen Bundesliga-Duell des FSV gab es mehr Rote Karten. Dabei sah noch nie ein Spieler der Heimmannschaft Rot.

Elkin Soto hat einen Lauf

Nikolce Noveski ist der Unglücksrabe dieses Duells. Am 19. November 2005 unterliefen dem Innenverteidiger beim 2:2 gleich zwei Eigentore innerhalb der ersten sechs Minuten gegen die Eintracht – bis heute ist das Bundesliga-Rekord. Immerhin brachte der Mazedonier den FSV nach der Pause mit seinem Anschlusstreffer wieder ins Spiel zurück.

Deutlich erfreulicher ist die Bilanz von Elkin Soto gegen den Nachbarn. Der Kolumbianer hat noch nie gegen Frankfurt verloren (drei Siege, ein Remis) und erzielte seinen einzigen Bundesliga-Doppelpack gegen die Hessen (am 30. April 2011). Wiederholung nicht unmöglich: Soto, der vor seinem 200. Pflichtspiel für Mainz steht, hat einen Lauf und traf in drei seiner jüngsten vier Spiele je ein Mal.

Ein Mainzer hat sogar eine Frankfurter Vergangenheit: Stefan Bell war 2011/12 ein halbes Jahr bei der Eintracht aktiv, kam aber nur auf zwei Einsätze in der 2. Bundesliga. Der Neumainzer Christian Clemens erzielte sein erstes Bundesliga-Tor gegen Frankfurt (11. Dezember 2010 für den 1. FC Köln).

Alex Meier war immer dabei

Einen echten Mainz-Experten hat die SGE auf der Bank sitzen. Coach Thomas Schaaf gewann mehr als die Hälfte seiner Bundesliga-Duelle gegen die Nullfünfer. In 15 Spielen stehen acht Siege bei vier Remis und drei Niederlagen in seiner Statistik – das Gros davon hat er allerdings mit dem SV Werder Bremen eingefahren.

Der unumstrittene Derby-König ist Alexander Meier. Der Toptorjäger der Hessen stand als einziger Spieler bei allen 13 bisherigen Bundesliga-Matches der beiden Clubs gegeneinander auf dem Platz, erzielte dabei bisher fünf Tore. Zweimal traf er auch auf der anderen Rheinseite, einen Sieg durfte er dort aber nie mitnehmen.

Erst Held, dann Pechvogel

Ganz im Gegenteil zu seinem Teamkollegen Alexander Madlung. Der ehemalige Berliner und Wolfsburger hat von elf Bundesliga-Spielen gegen den FSV keins verloren, feierte fünf Siege bei sechs Unentschieden. Mittelfeldspieler Johannes Flum gelang gegen Mainz sein erstes Bundesliga-Tor – er traf zum 1:0-Sieg des Sport-Club Freiburg im März 2010.

Keine gute Erinnerung an die Nullfünfer hat hingegen der Held des Hinspiels: Kevin Trapp. Der Keeper rettete beim 2:2 der Eintracht mit einer starken Parade gegen Jonas Hoffmann kurz vor Schluss einen Punkt, verletzte sich dabei aber ohne Einwirkung des Gegners und fiel bis zum Ende der Hinrunde mit einem Riss in der vorderen Syndesmose im linken Sprunggelenk aus.

Tobias Schild