Köln - Gegen 14.15 landete Flug TK 3321 am Dienstagnachmittag auf dem Flughafen London-Luton. Im Gepäck: Mannschaft und Stab von Borussia Dortmund. Für den BVB geht es am Mittwoch in der Champions League gegen den FC Arsenal um den Gruppensieg. Eine willkommene Abwechslung, vom derzeit tristen Bundesliga-Alltag in Westfalen.

Denn der BVB könnte dann wieder sein zweites, sein Champions-League-Gesicht zeigen. Wo man in der Bundesliga nach zwölf Spieltagen bis auf den 16. Platz abgefallen ist (zur Tabelle), führt man in der Königsklasse die Gruppe D souverän mit vier Siegen, zwölf Punkten und 13:1 Toren an.

Kein anderes Team, nicht einmal der FC Bayern München oder Real Madrid, die beide ebenfalls mit vier Siegen gestartet sind, weißt eine bessere Bilanz auf. Gegen Arsenal geht es für Dortmund nun darum, den Gruppensieg vorzeitig perfekt zu machen, um den Fokus danach bis zur Winterpause voll und ganz auf die Bundesliga legen zu können.

"Werden nicht auf Unentschieden spielen"

Fünf Punkte Vorsprung hat die Borussia vor dem vorletzten Gruppenspiel auf den Zweiten aus London, die Qualifikation für das Achtefinale steht damit bereits fest. Dennoch will man in Dortmund unbedingt den Gruppensieg, denn damit träfe man in der Runde der letzten 16 auf einen Gruppenzweiten - und damit auf einen vermeintlich leichteren Gegner. Auch hätte man im Rückspiel das Heimrecht.

"Wir werden nicht auf Unentschieden spielen", sagte BVB-Coach Jürgen Klopp dementsprechend motiviert. "Es muss sich keiner Sorgen machen, dass wir die Wertigkeit der Champions League nicht erkennen. Wenn wir Fußball spielen, spielen wir nicht mit halber Kraft."

Wer ersetzt Marco Reus?

Doch Klopp wird in London erneut improvisieren müssen. Marco Reus fällt nach seinem im Spiel gegen den SC Paderborn erlittenen Außenbandriss erneut aus, auch in der Abwehrzentrale werden Mats Hummels und Sokratis noch nicht wieder zur Verfügung stehen. Hier dürften Neven Subotic und Matthias Ginter zum Einsatz kommen, offen bleibt hingegen, wer Reus ersetzen wird.

Eine von mehreren möglichen Optionen: Der zuletzt im Sturmzentrum stark aufspielende Pierre-Emerick Aubameyang rückt auf die linke Seite und Ciro Immobile spielt in der Spitze. Denn während der Italiener in der Bundesliga noch nach seiner Form sucht (erst zwei Einsätze über 90 Minuten / zwei Tore), so hat er in der Königsklasse seine Klasse bereits zur Genüge unter Beweis gestellt. Drei Tore und eine Vorlage in drei Spielen - eine mehr als zufriedenstellende Bilanz. Auch Adrian Ramos kommt allerdings als Reus-Ersatz in Frage.

Mertesacker erwartet "hartes Spiel"

Schon im Hinspiel gegen Arsenal, am ersten Spieltag der Gruppenphase, brachte Immobile den BVB nach einem feinen Sololauf über den halben Platz mit seinem 1:0 auf die Siegerstraße (Endstand: 2:0). Die Schwarz-Gelben hoffen, dass dies auch in London wieder der Fall sein wird.

Bei den Gunners rechnet man zumindest - trotz der Krise in der Bundesliga - mit einem bärenstarken BVB. "Ich erwarte ein hartes Spiel", sagte Arsenal-Verteidiger und Weltmeister Per Mertesacker, der im Gegensatz zu den anderen beiden Legionären Lukas Podolski und dem verletzten Mesut Özil wohl in der Startelf stehen wird. "Dortmund hat ein sehr starkes Team, das haben wir im Hinspiel gelernt. Wir müssen sehr fokussiert sein, über die gesamten 90 Minuten."

Auch bei Arsenal läuft's nicht

Eines haben die Briten auf jeden Fall mit den Westfalen gemeinsam: Auch bei ihnen läuft es in der Liga so überhaupt nicht. 15 Punkte beträgt der Rückstand auf Spitzenreiter Chelsea bereits, damit kann man sich von allen Meisterträumen bereits verabschieden. In der Königsklasse würde dem Team von Arsene Wenger hingegen ein Punkt reichen, um dem BVB nachzuziehen und vorzeitig ins Achtelfinale einzuziehen

Das reicht dem Trainer der Gunners allerdings nicht: "Borussia Dortmund ist ein außergewöhnliches Team mit außergewöhnlichen Spielern", sagte Wenger, "aber wir haben gute Chancen, Dortmund zu schlagen."

Wie wird der BVB Erster?

Da haben die Schwarz-Gelben aber sicherlich etwas gegen, denn ein Remis gegen Arsenal würde reichen, um den Gruppensieg vorzeitig perfekt zu machen. Anders sieht dies bei einer Niederlage aus.

Verliert man gegen die Londoner mit weniger als drei Toren Differenz, reicht der Borussia am letzten Spieltag im Heimspiel gegen Anderlecht ein Unentschieden zum Gruppensieg. Sollte Dortmund mit drei oder mehr Toren Differenz verlieren, muss man am letzten Spieltag genauso viele Punkte holen, wie Arsenal in Istanbul. Am liebsten wäre es dem BVB aber sicherlich, wenn man sich darüber nach dem Spiel am Mittwoch keine Gedanken mehr machen müsste.

Dennis-Julian Gottschlich