München - Manuel Neuer ist derzeit einfach nicht zu bezwingen. Seit sieben Pflichtspielen musste er nicht mehr den Ball aus dem eigenen Tor holen. Lediglich beim Bundesliga-Start gegen Borussia Mönchengladbach musste er hinter sich greifen, nachdem er selbst gepatzt hatte.

Auch zum Auftakt der Champions League in Villarreal hielt Neuer seinen Kasten sauber - er musste aber auch nur zweimal richtig eingreifen. Das könnte am Sonntag beim FC Schalke 04 schon wieder ganz anders aussehen. "Ich freue mich auf Schalke und darauf, viele Kollegen, Freunde und alte Bekannte wiederzutreffen. Es wird ein interessantes Spiel für mich", sagte der deutsche Nationaltorhüter im Interview nach der Partie in Spanien.

Frage: Herr Neuer, hätten Sie gedacht, dass es zum Auftakt in der Champions League bei Villarreal so ein leichtes Spiel wird?

Manuel Neuer: Hier muss man erst mal so gut stehen und gewinnen. Wir sind sehr erleichtert. Ich hätte schon mit ein bisschen mehr Gegenwehr gerechnet, aber wir haben es eben auch gut gespielt.

Frage: In der Bundesliga waren Sie am letzten Spieltag fast beschäftigungslos, in Spanien mussten Sie immerhin zweimal hellwach sein. Wie gelingt es Ihnen, die Konzentration hochzuhalten?

Neuer: Es ist wichtig, dass ich im Spiel bleibe und mit meinen Vorderleuten rede. In der Champions League kommt es darauf an, in diesen ein, zwei Situationen Ruhe auszustrahlen. Die Null steht trotzdem, auch wenn der Gegner gute Torchancen hat. Das ist ein gutes Gefühl für mich und beruhigt mich natürlich auch.

Frage: Für die Bayern und für Sie war es das siebte Pflichtspiel in Folge ohne Gegentor. Sind Sie überhaupt noch bezwingbar?

Neuer: Dieses Gegentor wird irgendwann fallen, aber wir versuchen, es so lange wie möglich hinauszuzögern.

Frage: Der nächste Club, der dazu die Chance hat, ist Ihr Ex-Verein Schalke 04. Mit welchen Gefühlen fahren Sie am Sonntag nach Gelsenkirchen?

Neuer: Ich freue mich auf Schalke und darauf, viele Kollegen, Freunde und alte Bekannte wiederzutreffen. Es wird ein interessantes Spiel für mich.

Frage: Im September hatten Sie mit der Nationalmannschaft schon einen Auftritt in der Veltins-Arena. Damals wurden Sie mit viel Applaus begrüßt. Denken Sie, dass es dieses Mal genauso sein wird?

Neuer: Der typische Schalke-Fan ist ja kein ausgesprochener Fan der Nationalmannschaft. Ich bin damals sehr herzlich empfangen worden, das erwarte ich jetzt nicht unbedingt. Aber ich denke, dass der eine oder andere applaudiert, wenn ich den Platz betrete. Einige Leute werden meine Entscheidung verstehen. Denn schließlich es ist ja mein Beruf, dem ich da nachgehe und mit dem ich mein Geld verdiene.

Aus Villarreal berichtet Michael Reis