Fast neun Jahre nach seinem letzten Spiel als Bundesliga-Trainer gab Lorenz-Günther Köstner sein Comeback in der höchsten deutschen Spielklasse. Nach der Entlassung von Armin Veh ist er für die Geschicke des VfL Wolfsburg verantwortlich. Zum ganz großen Coup reichte es bei seiner Rückkehr aber nicht.

Der Deutsche Meister erreichte aber immerhin ein 1:1 beim Hamburger SV - der Treffer zum Ausgleich war gleichbedeutend mit dem Schlusspfiff.

Nach dem Spiel sprach Köstner über das Remis bei den Rothosen, die Entwicklung der Mannschaft und die nächsten Aufgaben der "Wölfe".

Frage: Herr Köstner, willkommen zurück im Bundesliga-Alltag. Wie bewerten Sie das Remis in Hamburg?

Lorenz-Günther Köstner: Ich bin mit dem Punkt gegen einen starken HSV zufrieden. Aber ich bin enttäuscht über die Aktion die zum Freistoß in der letzten Minute geführt hat. Aber wir dürfen und wir wollen uns nicht beklagen. Wir hatten ein paar gute Chancen in der zweiten Halbzeit, haben aber das 2:0 nicht gemacht. Wir hätten aber auch schon vorher den Ausgleich bekommen können.

Frage: Der späte Treffer war aber schon bitter.

Köstner: Ja, die Jungs sind sehr enttäuscht. Das war ich gleich nach dem Schlusspfiff natürlich auch. Aber ich muss das abhaken, denn mein Job ist es, mich schon wieder auf das nächste Spiel zu fokussieren. Wir müssen jetzt wieder festen Boden unter die Füße bekommen. Das ist uns in Hamburg nicht ganz gelungen, aber es war ein erster Schritt in die richtige Richtung. Ich muss die Mannschaft so stabilisieren, dass sie wieder Spiele gewinnt.

Frage: Welche Lehren ziehen Sie aus dem ersten Spiel unter Ihrer Leitung?

Köstner: Gegen den HSV haben wir Fortschritte gemacht. Aber das reicht mir noch nicht. Die Mannschaft muss schneller umschalten, sowohl in der Defensive als auch in der Offensive, und dann präziser spielen. Aber vieles hängt mit dem Selbstvertrauen zusammen, das wir nach zehn sieglosen Spielen in Folge natürlich nicht haben können. Diese negative Serie zerrt natürlich am Selbstbewusstsein. Aber wir müssen nicht unzufrieden sein und auch das Umfeld sollte das nicht sein.

Frage: Die nächsten Aufgaben mit Bayern, Leverkusen und Schalke werden aber nicht gerade leichter. Sind Sie zuversichtlich, dass es endlich wieder mit einem Sieg klappt?

Köstner: Wir müssen es in den nächsten Spielen auf jeden Fall besser machen. Wir müssen auf dem Platz präsenter sein und gerade in der Offensive ruhiger spielen. Die Mannschaft hat in den ersten Trainingseinheiten mit mir schon eine Reaktion gezeigt. Und deshalb bin ich natürlich zuversichtlich.

Frage: Wie geht es mit Ihnen in Wolfsburg weiter?

Köstner: Ich beteilige mich an keinen Spekulationen. Der Verein hat mir das Vertrauen ausgesprochen und ich habe natürlich sofort zugesagt. Ich kämpfe für den VfL. Und das ist eine schöne Aufgabe.

Aufgezeichnet von Michael Reis