München - Am Wochenende wird es beim Supercup wohl eine echte Bewährungsprobe für Ralf Fährmann, den neuen Torwart des FC Schalke 04. Manuel Neuers Leistungen sind allen auf Schalke noch gut im Gedächtnis und der Neuzugang wird sich dem Vergleich mit dem Nationalkeeper nicht entziehen können.

Seit seiner Rückkehr nach Gelsenkirchen Anfang Juni bemüht sich der 22-Jährige in Trainingslagern und Testspielen darum, Fans und Verantwortliche davon zu überzeugen, dass er als würdiger Nachfolger die "1" nicht umsonst auf dem Rücken trägt. Die erste Chance bietet sich am Samstag beim Supercup-Spiel gegen den Deutschen Meister Borussia Dortmund.

Heiß begehrter Platz im Tor

Auch seine Torwart-Kollegen Lars Unnerstall und Mathias Schober wollen sich nicht mit der Ersatzbank zufrieden geben. Von offizieller Seite wurde Fährmann bisher jedenfalls noch kein Stammplatz zugesichert, eine Zeit lang spekulierten die Medien sogar auf eine Verstärkung durch Jens Lehmann.

Am Montag ließ sich Sportdirektor Horst Heldt vom "kicker" folgendermaßen zitieren: "Ich gehe davon aus, dass Ralf sich gegen Mathias Schober und Lars Unnerstall im Kampf um die Nummer 1 durchsetzt und spielen wird. Trotzdem halten wir uns offen, eventuell noch einen Torhüter zu holen, auch im Hinblick darauf, dass Ralf einmal länger ausfallen könnte. Und wir wollen sehen, wie sich alle drei Keeper in dieser Drucksituation entwickeln." Das darf wohl zumindest als vorsichtiges Bekenntnis zu Ralf Fährmann gedeutet werden, bedingungsloser Rückhalt klingt anders.

Wiedersehen beim Derby

Dabei ist er in Gelsenkirchen kein Unbekannter, 2005 spielte er noch bei den A-Junioren des FC Schalke, wurde dann in die zweite Mannschaft und schließlich in den Bundesligakader berufen. Doch drei Einsätze als Ersatztorwart (Bilanz: zwei Niederlagen und ein Unentschieden) waren ihm zu wenig, und so entschloss er sich 2009 zu Eintracht Frankfurt zu wechseln. Dort wäre er im Sommer um ein Haar abgestiegen. An ihm allein lag es aber sicher nicht, in fünf seiner insgesamt 15 Einsätze ließ er kein Gegentor zu. Vereinzelt konnte er sogar Glanzpunkte setzen, so zum Beispiel am 34. Spieltag der vergangenen Saison gegen Dortmund - den Supercup-Gegner.

Die Borussen dürften sich trotz Meisterschaftstaumel noch an den Namen Fährmann erinnern. Auch wenn sich Frankfurt mit einem 1:3 aus der Bundesliga verabschiedete, sorgte der Keeper dafür, dass es nicht noch schlimmer kam: In der 12. Spielminute wehrte er den ersten Elfmeter von Lucas Barrios ab, nach einer Roten Karte für Marcel Titsch-Riveiro hielt er auch noch den zweiten Elfer.
In der heimischen VELTINS-Arena geht es beim Revierderby für Fährmann nun um mehr als den Gewinn des Supercup. Er tritt an, um den Verein von seiner Qualität zu überzeugen, die Sympathien der Fans zu gewinnen und seinen Platz im Tor mit Zähnen und Klauen zu verteidigen.

Sabine Glinker


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