Ein guter Sturm gewinnt Spiele, eine gute Abwehr Titel, heißt es an Deutschlands Fußballstammtischen. Kein Wunder also, dass gleich vier der fünf Top-Verteidiger in dieser Saison entweder bis kurz vor Saisonende mit ihren Teams um die Meisterschaft mitspielten oder mit ihrem Club ins Pokalfinale einzogen.

bundesliga.de hat anhand von Daten die Rangliste der besten Defensivmänner der Liga erstellt. Alle fünf Akteure schnüren ihre Schuhe für Clubs, die am Ende unter den ersten fünf der Tabelle landeten.

Naldo (Werder Bremen)

Im Team, das in fast jeder Spielzeit die meisten Tore schießt, verwundert es nicht, dass der Offensivdrang schon ganz hinten anfängt. Von allen Verteidigern im Oberhaus gab Naldo die mit Abstand meisten Torschüsse ab (63, kein anderer mehr als 37) und traf dabei fünf Mal ins Schwarze - nur drei Verteidiger netzten öfter ein. Und weil Naldo, der gute 65,8 Prozent seiner Zweikämpfe am Ball gewann, und seine Nebenleute in der Schlussphase noch einmal die Kurve kriegten, sprang am Ende sogar noch der versöhnliche 3. Tabellenplatz heraus, der zur Qualifikation für die "Königsklasse" berechtigt.

Daniel van Buyten (FC Bayern)

In dieser Spielzeit kamen den Verantwortlichen beim FC Bayern wohl phasenweise Zweifel, ob sie diesen großgewachsenen Belgier nicht jahrelang auf der falschen Position eingesetzt hatten. Denn Daniel van Buyten, etatmäßiger Innenverteidiger bei den Münchnern, netzte plötzlich aus allen Lagen ein. Stolze sechs Mal traf er ins Schwarze, dazu kamen wichtige Tore im DFB-Pokal und in der Champions League. Während er vorne brandgefährlich war, löschte er hinten zuverlässig die Brandherde: Der 32-Jährige war der zweitbeste Zweikämpfer im Team der Bayern (61,3 Prozent gewonnene Duelle).

Mats Hummels (Borussia Dortmund)

In Joachims Löws Trainingslager zur WM-Vorbereitung ist Mats Hummels dabei - allerdings nur als Perspektivspieler, danach muss er wieder die Heimreise antreten, während andere in Südafrika für Deutschland verteidigen. Nur als Frage der Zeit betrachten es viele Experten allerdings, bis der 21-jährige BVB-Profi zum Stamm der deutschen Auswahl gehören wird. Mit seiner Torgefährlichkeit und seiner Zweikämpfstärke verkörpert er den Defensivspieler der Zukunft: Stolze fünf Tore und 65,4 Prozent gewonnene Zweikämpfe am Ball stehen für ihn zu Buche.

Rafinha (FC Schalke 04)

Immer anspielbar und ein gutes Auge für die Mitspieler: Rafinha ist wie in der vergangenen Saison mit Abstand der Schalker mit den meisten Ballkontakten (diesmal 2.685). Der Brasilianer glänzte in der Offensive mit sechs Torvorlagen -teamintern die drittmeisten. Das Spiel von Felix Magaths "Königsblauen" lebt von der taktischen Disziplin - und besser als der antrittsschnelle 24-Jährige, der bei der Spieleröffnung konsequent die Außenlinie beackert, kann man seine Außenverteidigerrolle wohl kaum ausfüllen.

Philipp Lahm (FC Bayern)

Der stille Superstar des FC Bayern war in diesem Jahr - wie erwartet - erneut einer der Leistungsträger im Team des Rekordmeisters. In der vergangenen Spielzeit bildete er ein Traumpaar mit Franck Ribery auf der linken Seite des FC Bayern, dieses Jahr wurde er von Chef-Coach Louis van Gaal auf rechts beordert, wo er in gleichem Maße mit dem niederländischen Flügelflitzer Arjen Robben harmonierte. Der Lohn: Der 26-Jährige Münchner hatte ligaweit die zweitmeisten Ballkontakte (3051) und bereitete sechs Tore vor.