Es war ein Kopf-an-Kopf-Rennen, wie es die Bundesliga in dieser Saison noch nicht gesehen hatte. Und am Ende setzte sich bei der Wahl zum "Spieler des 21.Spieltags" ein Akteur durch, der nicht unbedingt als Favorit ins Rennen gegangen ist: Alexander Meier.

26,2 Prozent der bundesliga.de-User entschieden sich für den Mittelfeldspieler von Eintracht Frankfurt, der dem überraschenden Erfolg der Hessen bei Borussia Dortmund damit einen weiteren folgen ließ.

Tor-Rekord schon eingestellt

Ohnehin ist es für die Eintracht mit aktuell Platz sieben die beste Saison seit vielen Jahren - und Meier ist für den Frankfurter Erfolg so wichtig wie vielleicht noch nie, seit er 2004 vom Hamburger SV an den Main wechselte.

Angesichts der Sturmprobleme der Frankfurter (Ioannis Amanatidis und Martin Fenin fehlen schon lange verletzt) wurde Meier in den vergangenen Monaten immer mehr zum Torgaranten. In Dortmund traf er bereits zum siebten Mal in dieser Saison und stellte damit seinen persönlichen Bundesliga-Rekord schon am 21. Spieltag ein.

Mit Ruhe und Technik

Das war vor allem auch deshalb möglich, weil der schon immer als großes Talent gerühmte Meier endlich einmal von Verletzungen verschont blieb. Er ist nicht nur bester Torschütze der Eintracht, sondern mit bislang 1860 Einsatzminuten in dieser Saision auch der Dauerbrenner des Teams von Trainer Michael Skibbe. In jedem Spiel stand Meier in der Startelf, nur zwei Mal wurde er in der Schlussphase eingewechselt.

Das sich Aktionen wie die am Sonntag in der 74. Minute zwangsläufig ergeben, war da schon abzusehen. Denn vor dem Tor hat Meier die Ruhe und die Technik, die ihn als Stürmer-Ersatz so auszeichnen. Für die Art und Weise, wie Meier den Ball mit der Innenseite des rechten Fußes an Dortmunds Keeper Marc Ziegler vorbei ins lange Eck hob, gab es sogar Lob von BVB-Coach Jürgen Klopp.

"Da war er eiskalt. Wie immer", jubilierte auch Kollege Benjamin Köhler in der "Frankfurter Rundschau". Gemeinsam blicken Köhler und Meier jetzt nach oben. Momentan hat die Eintracht nur fünf Punkte Rückstand auf einen Europa-League-Platz.

Müller nur knapp geschlagen

Bis zum Tabellenzweiten Bayern München sind es zwar noch einmal neun Punkte mehr, einen Spieler des Rekordmeisters ließ Meier bei der User-Wahl aber schon hinter sich. Für Youngster Thomas Müller ist Platz 2 mit 22,3 Prozent der Stimmen dennoch aller Ehren wert.

Für Müller war dieses Ergebnis ein weiteres Sahnehäubchen in den ohnehin erfolgreich verlaufenden Wochen. Stammplatz in der dauersiegenden Bayern-Elf, die Einladung zum Fitnesstest des erweiterten deutschen WM-Kaders, Vertragsverlängerung bis 2013 bei den Bayern und am vergangenen Samstag beim 3:1 die Vorbereitung von Robbens 1:0 - es könnte schlechter laufen.

Gemeinsam mit Robben hat Müller nun die meisten Assists bei den Münchnern (je vier) und verteidigt weiterhin seinen Stammplatz gegenüber dem drängenden Franck Ribery. Und selbst wenn Ribery ihn bald ersetzen sollte: Für die Bayern beginnen nun die kräftezehrenden englischen Wochen, für Müller wird es also noch genug Gelegenheit geben, sich für das WM-Turnier in Südafrika zu empfehlen.

Petric auf dem Treppchen

Die WM kann sich Mladen Petric vom Hamburger SV schon abschminken. Mit Kroatien verpasste Petric die Qualifikation in der Gruppe 6 gegen Griechenland und die Ukraine.

Doch mit dem HSV kann Petric, der beim 3:3 der "Rothosen" in Köln einen Doppelpack schnürte, in dieser Saison durchaus noch hohe Ziele anpeilen. Momentan rangieren die Hamburger auf Platz vier der Tabelle, mit Sichtkontakt zu Champions-League-Platz 3.

Diesen dritten Platz erkannten Petric zumindest die bundesliga.de-User zu. 21,7 Prozent votierten für ihn. Die ersten drei innerhalb von gut vier Prozentpunkten - das gab es in dieser Saison noch nicht.

Tosic und Khedira fast gleichauf

Dahinter reiht sich ein weiterer Doppelpack ein: Platz 4 geht an Zoran Tosic vom 1.FC Köln. Der von Manchester United ausgeliehene serbische Nationalspieler wirbelte die HSV-Abwehr am Samstag gehörig durcheinander. Er war an vier Kölner Torschüssen beteiligt und erhielt zwölf Prozent der Stimmen.

Damit landete er knapp vor Stuttgarts Sami Khedira (11,9 Prozent). Der Nationalspieler und U-21-Europameister bereitete beide Treffer des VfB beim 2:1-Erfolg in Nürnberg vor. Für Khedira waren es schon die Assists vier und fünf in dieser Saison, für den VfB war es der fünfte Sieg in Folge.

Den ersten Sieg in der Rückrunde feierte 1899 Hoffenheim. Das 1:0 erzielte dabei Spielmacher Carlos Eduardo mit einer schönen Direktabnahme. 5,9 Prozent der bundesliga.de-User kürten deshalb Eduardo zu ihrem Spieler des Spieltags.

Matthias Becker