Bis wenige Stunden vor Anpfiff des Confederations Cup am 15.Juni 2006 hatten die Feinarbeiten angedauert. Dann war es soweit: Mit dem Länderspiel zwischen Deutschland und Australien feierte die Commerzbank-Arena ihre offizielle Eröffnung.

Und: Frankfurts neues Wahrzeichen fand weltweite Beachtung. Somit begann für Eintracht Frankfurt mit der Saison 2005/06 eine ganz neue Zeitrechnung.

Utopische Zahlenspiele

Die ersten Ideen zum Bau eines neuen Fußballstadions in Frankfurt, wurden vor etwa zehn Jahren publik. Von einem "Skydome" war die Rede. Bauen lassen wollte ihn ein privater Investor. Für 450 Millionen Mark. Mit verschließbarem Dach und ausfahrbarem Rasen.

Doch schnell wurde deutlich, dass sich ein derartiges Projekt nur auf dem Papier rechnen würde. Abenteuerliche Kalkulationen, schwindelerregende Finanzmodelle - der Stadt Frankfurt wurden teilweise utopische Zahlenspiele vorgelegt. Schall und Rauch.

Baubeginn 2002

Aber die Weltmeisterschaft 2006 durfte natürlich nicht ohne Frankfurt stattfinden. Und so entschloss man sich im Römer, den Stadionneubau aus öffentlichen Mitteln zu finanzieren. Die Stadt gründete die Waldstadion Frankfurt Gesellschaft für Projektentwicklung (WFGP). Nach einer entsprechenden Ausschreibung entschied man sich für das Cabrio-Dach-Stadionmodell des Hamburger Architekturbüros Gerkan, Marg und Partner (gmp).

Den Zuschlag für den Bau erhielt die Firma Max Bögl aus Neumarkt in der Oberpfalz. Kalkuliert wurde mit Baukosten in Höhe von 190 Millionen Euro, inklusive der Kosten für die Verbesserung der Infrastruktur (Brücken-, Straßen- und Parkplatzbau). 20 Millionen Euro stellte das Land Hessen bereit, den Rest musste die Stadt selbst aufbringen. Im Mai des Jahres 2002 rollten dann die Bagger an. Begonnen wurde mit dem Abriss der beiden Stehkurven des alten Waldstadions.

Cabrio-Dach

Drei Jahre lang wurde gebaut. Und es hat sich gelohnt. Die Commerzbank-Arena ist ein prachtvoller Fußball-Tempel geworden. Egal wo man sitzt oder steht - der Blick aufs Spielgeschehen ist immer 1A. Die Akustik innerhalb des Ovals lässt die Arena zu einer Art Fußball-Oper werden. Wenn die Fußballfans ihre Schlachtrufe anstimmen, wird der Geräuschpegel zum Hörgenuss.

Der gewaltige Videowürfel schwebt majestätisch über dem Mittelkreis. Die gestochen scharfen Bilder vermitteln dem Zuschauer das Gefühl, sich in einem riesigen Open-Air-Kino zu befinden. Innovativ und einmalig auf der Welt ist das Cabrio-Dach, welches sich über wie Fahrradspeichen gespannte Drahtseile in wenigen Minuten aus dem Videowürfel über die ganze Spielfläche entfaltet.

Imposant wie ihr Äußeres, ist auch das Innenleben der Commerzbank-Arena. In der Haupttribüne stehen moderne Konferenzräume zur Verfügung. Die Arbeitsbedingungen für die Presse sind formidable. Ebenso für die VIP-Kunden: 74 Logen bieten, je nach Größe, Platz für sechs bis 22 Personen. Sie sind luxuriös ausgestattet und ihre großzügige Glasfront ermöglicht einen erstklassigen Blick auf das, was auf dem grünen Rasen passiert. Mitglieder des neuen Business-Clubs verfolgen die 90 Minuten auf bequemen, gut gepolsterten Sitzen.