München - Am Mittwochabend kommt es in der 2. Runde des DFB-Pokals zum einzigen Duell zweier Bundesligisten: Das Spiel zwischen Fortuna Düsseldorf und Borussia Mönchengladbach hat durch die räumliche Nähe zudem noch Derbycharakter.

Gleichzeitig empfängt der FC Bayern München Zweitligist 1. FC Kaiserslautern und will nach der überraschenden Heimniederlage gegen Leverkusen gleich wieder auf den Erfolgsweg kommen. Außerdem haben zwei weitere Bundesligisten Heimrecht gegen ein Team aus der 2. Liga: Hannover trifft auf Dresden und Wolfsburg empfängt den FSV Frankfurt (ab 20:15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

Fortuna Düsseldorf - Borussia Mönchengladbach



Drei Niederlagen in Folge, zehn Gegentreffer: Vor dem brisanten Pokalderby gegen Nachbar Borussia Mönchengladbach ist bei Aufsteiger Fortuna Düsseldorf Ernüchterung eingekehrt. "Die letzten Niederlagen tun weh. Jetzt müssen wir eben gegen Gladbach volle Pulle geben", sagt Fortuna-Trainer Norbert Meier, der mit dem so furios in die Bundesliga gestarteten Aufsteiger vor dem Duell am Mittwoch erstmals in dieser Saison hinter seinen Ex-Club gerutscht ist.

"Wir müssen das nun schnell aus den Köpfen bekommen", sagte Andreas "Lumpi" Lambertz, der wie Meier und zahlreiche Fortuna-Spieler eine Borussia-Vergangenheit hat. Nur 31 Kilometer liegen zwischen beiden Städten, auf ein Derby mussten die Fans zuletzt 15 Jahre warten. Nun kommt es keine neun Wochen nach dem eher müden 0:0 in der Liga im einzigen Bundesliga-Duell der 2. Pokalrunde zum schnellen Wiedersehen. "Die Dramaturgie hat es gewollt, dass wir uns erneut treffen", sagt Fortunas Trainer Meier.

Bei der Borussia herrscht nach dem furiosen Comeback-Sieg in Hannover Aufbruchstimmung. "Dieses neu gewonnene Selbstvertrauen wollen wir mit nach Düsseldorf nehmen, um dort eine Runde weiterzukommen", sagt Roel Brouwers, der in Hannover das 2:2 köpfte: "Wir müssen einfach alles geben, und wenn wir die Leistungen der vergangenen beiden Spiele bestätigen, können wir auch in Düsseldorf gewinnen." Erneut fehlen wird Tony Jantschke, der seine Gehirnerschütterung weiter auskurieren muss.

FC Bayern München - 1. FC Kaiserslautern



Der deutsche Rekordmeister und -Pokalsieger aus München will gegen den 1. FC Kaiserslautern von seinem vor der Saison verstärkten Kader profitieren. Rotation heißt das Stichwort bei Cheftrainer Jupp Heynckes. So könnten Rafinha, Anatoliy Tymoshchuk, Claudio Pizarro, Xherdan Shaqiri und Xavi Martinez in der Startaufstellung stehen. Für Keeper Tom Starke soll es das Pflichtspieldebüt für den FCB werden.

"Die haben nichts zu verlieren, wir alles", sagte der wiedergenesene Arjen Robben. Verlieren könnten die Bayern nach der Niederlage gegen Bayer Leverkusen vor allem die Ruhe im Umfeld. Bei einem Aus gegen einen Zweitligisten und dem ersten verspielten Titel dürfte trotz souveräner Tabellenführung das Krisengerede einsetzen.

Für die "Roten Teufel" ist die Ausgangslage einfach - sie haben nichts zu verlieren. "Man hat in jedem Spiel eine kleine Chance, die wollen wir nutzen", sagt Cheftrainer Franco Foda, der auf den verletzten Albert Bunjaku verzichten muss: "Von zehn Spielen gegen die Bayern verlieren wir vielleicht neun. Eventuell ist am Mittwoch das eine Spiel. Dafür müssen aber sehr viele Faktoren zusammenkommen."

VfL Wolfsburg - FSV Frankfurt



Konstanz statt Rotation: Wolfsburgs Interimstrainer Lorenz-Günther Köstner will erstmals in dieser Saison beim Pokalspiel gegen den FSV Frankfurt zwei Mal in Folge die gleiche VfL-Startelf auflaufen lassen. Der zweite Sieg im zweiten Spiel wäre das beste Argument für einen längeren Verbleib des Coaches.

"Vor Jahren hat man den VfL noch respektiert und aus sportlichen Gründen Angst gehabt, hierher zu fahren. In letzter Zeit hat man über Wolfsburg nur noch gespottet, die hätten da Millionen verbrannt", sagte Köstner vor seiner zweiten Begegnung als Magath-Nachfolger: "Man soll wieder mit Respekt vom VfL reden." Nach dem 4:1 bei Fortuna Düsseldorf will er gegen den Zweitligisten weitere Pluspunkte für eine Weiterbeschäftigung sammeln.

Ein Selbstgänger dürfte die Partie jedoch nicht werden, gehört der FSV doch zu den Überraschungstreams der bisherigen Zweitligasaison. Cheftrainer Benno Möhlmann traut seiner Elf durchaus etwas zu: "Wir haben uns mittlerweile dieses Selbstbewusstsein erarbeitet, dass wir uns auch zutrauen, gegen eine Bundesligamannschaft zu bestehen. Natürlich muss alles stimmen und wir einen sehr guten Tag erwischen. Möhlmann kann auf Björn Schlicke zurückgreifen, der zuletzt gegen Regensburg die Rote Karte gesehen hatte, dessen Sperre aber nicht für den Pokal gilt.

Hannover 96 - Dynamo Dresden



Nach der überraschenden 2:3-Heimniederlage von Hannover gegen Gladbach wollen die Niedersachsen wieder ihre Heimstärke unter Beweis stellen. "Wir wollen ins Achtelfinale. Dass wir als Bundesligist in einem Heimspiel gegen einen Zweitligisten Favorit sind, ist unstrittig", so Cheftrainer Mirko Slomka: "Ich habe die klare Erwartung, dass wir unsere Stärken ausspielen und gegen Dynamo Dresden gewinnen." Lediglich der langzeitverletzte Leon Andreasen (Kreuzbandriss) fehlt defintiv, während sich Felipe und Adrian Nikci im Aufbautraining befinden.

Im Gegensatz zum Auswärtsspiel bei St. Pauli stehen Dynamo-Cheftrainer Ralf Loose die zuletzt gesperrten Robert Koch und Romain Bregerie wieder zur Verfügung, einzig Filip Trojan muss wegen Verletzung noch auf einen Einsatz verzichten. Im Dresdner Tor wird Florian Fromlowitz stehen, der von 2008 bis 2011 bei Hannover unter Vertrag stand und gegen seinen Ex-Verein besonders motiviert sein dürfte. "Er brennt auf das Spiel und hat sich durch seine Leistungen im Training und sein vorbildliches Verhalten innerhalb der Mannschaft diesen Auftritt verdient", erklärt der Coach seine Entscheidung.