Freude, Erleichterung und Planungssicherheit - die Winterreise an die Moldau wurde für den Hamburger SV zum wichtigsten Erfolg der letzten Wochen.

Mit der "Welle" bedankte sich das Team im Stadion "Eden" bei 2.000 mitgereisten Fans, Trainer Martin Jol strahlte übers ganze Gesicht. Durch den souverän herausgespielten 2:0 (1:0)-Erfolg beim direkten Kontrahenten Slavia Prag wurde die lukrative K.O.-Runde im UEFA-Cup erreicht.

"Das Weiterkommen war unser großes Ziel, mit dem wir jetzt fest planen können", freute sich Sportchef Dietmar Beiersdorfer, "die Mannschaft hat gezeigt, dass sie auch auswärts erfolgreich Fußball spielen kann." "Gut" oder "schön" sagte er nicht.

Der Kasten bleibt sauber

Jol hatte seinem Team eine Sicherheits-Taktik verordnet - der offensive Hurra-Stil vom Saisonbeginn ist vorbei, aber dafür kehrte nach zahlreichen Auswärtspleiten in der Bundesliga der Erfolg zurück. Jol siegte mit einer "Huub-Taktik" wie sein Trainer-Vorgänger Stevens.

So "stand die Null" erst zum zweitenmal auswärts, nur am 2. Oktober war der Kasten von Torwart Frank Rost beim Erstrundenspiel bei Unirea Urziceni ebenfalls sauber geblieben. "Ich muss den Jungs für ihre konzentrierte Leistung ein Kompliment machen", sagte der Niederländer, "ich hoffe, dass uns dies Selbstvertrauen und den nötigen Schwung für die restlichen Partien geben wird."

Trochowski muss warten

Nur einer konnte mit seiner persönlichen Situation nicht zufrieden sein. Piotr Trochowski fror 90 Minuten auf der Ersatzbank. Der 24-Jährige ist das Opfer der Devise "Sicherheit zuerst", wie er es auch unter Stevens oft genug war. Nicht kreative Fußballkunst, Dribbelstärke und wendige Haken sind zur Zeit gefragt, sondern rustikales Dazwischenfahren und diszpliniertes Decken.

"In den letzten Wochen war "Troche" müde", erklärte Jol bereits nach dem Spiel in Bochum, wo der Nationalspieler ebenfalls nicht in der Anfangsformation stand, "wenn er in Form ist, ist er mein Mann. Aber zuletzt war das nicht immer so."

Der nur 1,68 Meter kleine Nationalspieler wirkte zuletzt müde und überspielt, seine Schwächen in der Rückwärtsbewegung konnte er so nicht mehr kompensieren. "Wir haben den Pragern kaum Raum zum Kombinieren gelassen und konnten so in Ruhe auf unsere Chancen warten", meinte Jol.

Wie schaut die Tabelle am Ende aus?

Das letzte Spiel des Jahres liegt für den HSV am 17. Dezember (20.45 Uhr/live im ZDF) gegen Aston Villa an. Dabei geht es nun "nur" noch um die endgültige Platzierung in der Gruppe F. Dank des Foulelfmeters von Mladen Petric in der Nachspielzeit führen die Hanseaten die Gruppe vor den mit sechs Zählern punktgleichen Teams von Villa und Ajax Amsterdam an.