Dass überraschende Siege im Vorfeld einer Saison nicht immer von Vorteil sein müssen, hat Borussia Dortmund vor einem Jahr leidvoll erfahren müssen.

Das "Rom-Syndrom", jener im Hurra-Stil errungene 4:0-Kantersieg gegen ein italienisches Spitzenteam, verklärte den Blick für die Realität und stieß eine Euphoriewelle an, von der Mannschaft und Trainer überrollt wurden. Von daher ist es vielleicht gar nicht mal schlecht, dass dem 2:1 gegen Bayern München ein 1:3 gegen Juventus Turin folgte, auch wenn sich Trainer Jürgen Klopp "ein Ergebnis gewünscht" hätte, "mit dem man sich ein bisschen besser hätten fühlen können."

Kein Schwarz-Weiß-Denken

"Wir sollten nicht wieder wie im letzten Jahr anfangen, nach einem gewonnen Spiel alles hoch zu jubeln und nach einer Niederlage alles schlecht zu sehen", mahnte Mladen Petric zum Abschluss einer Woche, in der Fußball-Dortmund zunächst einen hoch verdienten 2:1-Sieg gegen Bayern München bejubelt und vier Tage später beim 1:3 gegen Juventus Turin die Grenzen aufgezeigt bekommen hatte.

Die hohen Temperaturen mit deutlich über 40 Grad unten im Glutofen Signal Iduna Park und dazu der Spielverlauf mit zwei frühen Toren für den italienischen Rekordmeister zu Beginn beider Halbzeiten nahmen den "Schwarzgelben" jegliche Chance auf ein gutes Resultat.

Anerkennung

"Die Jungs haben heute alles raus gehauen, was drin war, aber das reicht nach einem frühen 0:1-Rückstand gegen Juventus nicht", sagte Jürgen Klopp und stellte bewundernd fest: "Der Gegner war mit einer ungeheuren personellen Qualität ausgestattet. Selbst der letzte Wechsel war noch Nationalspieler gegen Nationalspieler."

"Für diesen Tag haben wir unsere Grenzen aufgezeigt bekommen", meinte Jürgen Klopp, fügte aber angriffslustig hinzu: "Ich sage: Regenwetter, bessere Luft, mehr als vier Tage Pause - dann hätten wir Juve deutlich mehr Probleme bereitet."

Hartes Programm

So freute sich der Coach über "Eindrücke, die uns sensationell viel gebracht haben" und stellte fest: "Nicht die Ergebnisse zählen in der Vorbereitung, sondern die Erkenntnisse. Gegen Bayern war vieles positiv, und heute war nicht alles negativ, wie es am Ende wirkte, weil der Gegner tendenziell übermächtig ist und das Ding bei den Temperaturen locker runterspielen konnte."

Nach dem trainingsfreien Montag geht es mit Vollgas weiter. Dienstag und Mittwoch wird jeweils zwei Mal hart und lange trainiert, am Donnerstag geht es nach einer Einheit am Mittag nach Rotterdam, wo der BVB am Freitag auf Feyenoord, am Sonntag auf Tottenham trifft.