Vestenbergsgreuth lässt grüßen - doch Bayern München will seinen Siegeszug auch im DFB-Pokal unbeirrt fortsetzen.

Auf dem Weg zum angestrebten 15. Titel soll Zweitligist SpVgg Greuther Fürth (Mi., ab 18:45 Uhr im Live-Ticker) für den Rekordmeister und -pokalsieger nicht zum Stolperstein werden.

"Nicht überheblich werden"

Eine Überraschung wie 1994 wollen die zuletzt in zehn Pflichtspielen siegreichen Bayern unbedingt vermeiden. "Wir sind in der Erfolgsspur, das gilt es jetzt zu konservieren", sagte Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge und erinnerte an die wohl größte - und bis dato letzte - Pokal-Schmach der Vereinsgeschichte, als die Münchener gegen den TSV Vestenbergsgreuth mit 0:1 ausschieden. Man dürfe deshalb nicht den Fehler machen und denken, "dass das ein Selbstläufer wird".

"So einfach geht das nicht", betonte Mark van Bommel, der das peinliche Erstrunden-Aus im August 1994 freilich nicht selbst miterlebt hat. Doch an der psychologischen Aufgabenstellung in einem solchen Duell David gegen Goliath hat sich bis heute nichts geändert. Und dass ausgerechnet jener TSV Vestenbergsgreuth ein Vorgängerclub der SpVgg Greuther Fürth ist, macht die Partie noch ein bisschen brisanter.

"Wir dürfen nicht überheblich werden", warnte der FCB-Kapitän. "Das sieht nach einem einfachen Gegner aus, aber wir müssen voll konzentriert sein", sagte auch Ivica Olic, der den Schuss Extra-Motivation gleich mitliefert: "Das ist der kürzeste Weg zu einem Titel."

Ribery in der Startelf

Zwar schont van Gaal Torwart Jörg Butt und Bastian Schweinsteiger, für die Michael Rensing und Anatoliy Tymoshchuk in die Mannschaft rücken könnten, und auch der verletzte Miroslav Klose sowie der an einem Magen-Darm-Infekt erkrankte Daniel van Buyten fehlen. Doch erstmals seit dem 3. Oktober 2009 wird Mittelfeldstar Franck Ribery in der Startformation stehen. Zusammen mit Arjen Robben soll der Franzose dafür sorgen, dass die Bayern keine Blamage erleben.

Mit Leidenschaft, Kampfgeist und Einsatzwille hat Vestenbergsgreuth vor 16 Jahren die spielerischen Defizite gegenüber dem FC Bayern wettgemacht. Eine ähnliche Pokal-Schlacht erwarten die Münchner auch jetzt. "Fürth hat nichts zu verlieren. Die werden sicherlich über hundert Prozent geben", glaubt Olic. "Wir müssen aufpassen", meinte Van Bommel, "in einem Spiel kann man vieles verlieren, was man sich aufgebaut hat."

Das gilt insbesondere im DFB-Pokal, wo eine Niederlage am Mittwoch das Aus bedeuten und Fürth ab sofort in einem Atemzug mit Vestenbergsgreuth genannt würde...