In Dortmund bestreitet die deutsche Nationalmannschaft ihr drittes Qualifikationsspiel zur Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika.

Nach Liechtenstein und Finnland wartet mit Russland (Sa., ab 20:30 Uhr im Live-Ticker) der stärkste Gegner der Gruppe 4 auf die Löw-Elf. Der Bundestrainer ist vom Gegner sichtlich beeindruckt. Selten habe er eine Mannschaft gesehen, so Löw, "die Kombinationsfußball in so hohem Tempo spielen kann". Deshalb reiht er sie unter die "zehn besten Mannschaften der Welt" ein.

Die Mannschaft von Trainer Guus Hiddink spielt immer wieder klug über die Flügel und spielt einen sehr schnellen und gut organisierten Fußball. Unter dem Holländer will Russland zu den führenden Fußballnationen in Europa werden.

Joachim Löw hat klar gemacht, dass keiner seiner Spieler eine Stammplatz-Garantie hat. Aber das Motto könnte lauten: Kapitän Michael Ballack führt die Mannschaft, Assistent Torsten Frings kämpft im Mittelfeld und die Dortmunder Fans peitschen die Löw-Truppe im Lieblingsstadion nach vorne.

bundesliga.de blickt auf beide Mannschaften und sagt auf was es am Samstag noch ankommt.

Torhüter

Deutschland: Nach der Verletzung von Robert Enke wird der Leverkusener Rene Adler zwischen den Pfosten stehen. Adler hat nach der Schulter-Verletzung in vier Saisoneinsätzen bereits sechs Gegentore kassiert. Der Bremer Tim Wiese steht als Ersatztorwart bereit. Der Werder-Keeper musste ligaweit die meisten Gegentore hinnehmen (16) und konnte nur 59 Prozent der Schüsse parieren.

Russland: Beim Gegner Russland ist Igor Akinfeev die klare Nummer 1. Trotz seiner erst 22 Jahre ist der Keeper von ZSKA Moskau ein sicherer Rückhalt. Akinfeev überzeugt gerade im Eins-gegen-eins und ist stark auf der Linie.


Abwehr

Deutschland: In der Hintermannschaft hofft Per Mertesacker auf sein 50. Länderspiel. Dem Bremer fehlen nach der mehrwöchigen Pause noch ein paar Prozent zur alten Form. Dass er auf einem guten Weg ist, zeigte er in der Champions League, wo er die Weltklasse-Stürmer Zlatan Ibrahimovic und Adriano weitestgehend im Griff hatte. Gut möglich aber, dass Löw auf die Viererkette der ersten beiden Spiele setzt. Clemens Fritz konnte im Verein überzeugen, genau wie Philipp Lahm bei den Bayern. Ligaweit hatte der Münchner die meisten Ballkontakte (698). In der Innenverteidigung könnten wieder Serdar Tasci und Heiko Westermann spielen. Als weitere Alternative steht der Berliner Arne Friedrich wieder zur Verfügung. Der Hertha-Kapitän gewann gute 73 Prozent seiner Zweikämpfe in der Bundesliga.

Russland: Trainer Hiddink muss verletzungsbedingt auf seinen Abwehrchef Denis Kolodin verzichten. In der Hintermannschaft setzt der Holländer daher auf Bewährtes. Alexander Anyukov spielt auf der rechten Seite, die Innenverteidigung bilden der robuste Sergei Ignashevitch und Vassili Berezoutski von ZSKA Moskau. Auf der linken Position spielt mit ihrem Vereinskollegen Yuri Zhirkov ein sehr interessanter Mann. Im Verein spielt er offensiver, Hiddink setzt ihn aber in der Viererkette ein und ist das russische Gegenstück zu Philipp Lahm. Über die Außenbahn sorgt er durch seine Dribblings und Torgefährlichkeit für Gefahr.


Mittelfeld

Deutschland: Kapitän Michael Ballack ist wieder fit und ist erstmals seit der EURO wieder dabei. Ein Ballack in Bestform wird gegen Russland dringend gebraucht, denn das Mittelfeld ist bei den Gästen das Herzstück. Auch Rückkehrer Torsten Frings wird daher dringend gebraucht als Zweikämpfer. Aber Thomas Hitzlsperger und Leverkusens Simon Rolfes stellen ebenfalls Ansprüche an die Frings-Position. Für Kapitän Balllack müssten entweder Bastian Schweinsteiger oder Piotr Trochowski vom Tabellenführer HSV weichen. Gerade der kleine Hamburger überzeugte bisher in der Bundesliga. Kein Spieler legte mehr Tore auf als Trochowski (4).

Russland: Im Mittelfeld spielt Erfahrung, denn die wichtigsten Akteure haben das 30. Lebensjahr bereits erreicht. Igor Semshov von Dynamo Moskau ist der Kämpfer, Sergei Semak ist mit 32 Jahren immer noch ein Laufwunder. Trainer Hiddink hat ihn für die Nationalelf reaktiviert und baut auf seine Erfahrung aus gut 50 Länderspielen. Die kreative Position bekleidet Konstantin Zyryanov. Er kann im Mittelfeld alle Positionen spielen und sorgt mit seinen Vorstößen in die Spitze für viel Torgefahr.


Sturm

Deutschland: Miroslav Klose ist im Sturm sicherlich gesetzt. Klose rettete die DFB-Elf mit einem Dreierpack beim 3-3 in Finnland. In der Bundesliga legte er zuletzt zwei Tore gegen Bochum auf. Als Partner drängen sich Mario Gomez und Senkrechtstarter Patrick Helmes auf. Leverkusens Helmes führt die Torschützenliste der Bundesliga mit sieben Treffern an und gab ligaweit die meisten Schüsse ab (34). Lukas Podolski hat sich in der Vergangenheit als Kloses Partner in der Nationalelf bewährt.

Russland: Im Angriff fehlt den Gästen mit Roman Pavlyuchenko wegen einer Knöchelverletzung ein ganz wichtiger Mann. Für ihn könnte Pavel Pogrebnyak stürmen. Aufgrund eines Meniskusrisses verpasste der technisch starke Stürmer die EURO 2008. In der Offensive gesetzt ist Andrei Arshavin, der als hängender Stürmer agiert. Sein geplatzter Wechsel nach Barcelona gab seiner Form keinen Abbruch. Der Star des russischen Teams ist weiter in Top-Form.