Etliche Topclubs aus ganz Europa wollten Eren Derdiyok verpflichten. Am Ende machte Bayer 04 Leverkusen das Rennen und konnte sich die Dienste des 21-jährigen Talents bis 2013 sichern.

Trotz seines jugendlichen Alters hat Eren Derdiyok im Profifußball schon einiges erlebt. In den vergangenen beiden Spielzeiten bestritt der Rechtsfüßler 60 Spiele für den FC Basel in der Schweizer Eliteliga, in denen er 17 Tore erzielte. 2008 gewann er mit dem FC Basel die Meisterschaft und den Pokal.

"Schnell, kopfballstark und schlitzohrig"

Bei der EURO 2008 zählte der Stürmer zum Schweizer Kader und wurde in allen drei Gruppenspielen der Eidgenossen eingesetzt, zwei Mal sogar in der Startelf, wobei ihm zwei Assists gelangen. Auch in der Champions League und im UEFA-Pokal konnte der zwölfmalige Schweizer Nationalspieler bereits seine Erfahrungen sammeln.

"Eren ist schnell, kopfballstark und schlitzohrig”, charakterisiert der ehemalige Schweizer Nationaltrainer "Köbi" Kuhn das Sturmtalent, das in der Schweiz zum "Newcomer der Saison 2007/08" gewählt wurde. Nach einer für ihn persönlich wenig zufriedenstellenden Rückrunde in Basel, in der er sich oft nur auf der Reservebank wiederfand, wechselt Eren Derdiyok nun ins Rheinland.

Derdiyok von Helmes' Verletzung "geschockt"

Dort dürfte seine Stunde schneller schlagen, als er zunächst angenommen hat. Denn das Leverkusener Sturmduo Patrick Helmes/Stefan Kießling galt als gesetzt. Beide Nationalspieler bestritten alle 34 Bundesliga-Spiele der letzten Saison und trafen dabei 33 Mal.

Doch nach der schweren Verletzung von Helmes, der sich beim Hobbykick mit Freunden einen Kreuzbandriss zuzog und monatelang ausfällt, ist der Platz neben Kießling plötzlich frei. "Ich war geschockt, als ich von Patricks Pech hörte. Ich kann da mitfühlen. Ich komme jetzt in ein neues Umfeld, alles fängt bei Null an", sagte Eren Derdiyok im Interview mit dem Kölner "Express": "Aber ich bin überzeugt, dass ich Bayer weiterhelfen kann."

Vorfreude auf Heynckes

Die Bundesliga sieht der 1,91 Meter große gebürtige Baseler mit türkischen Wurzeln als "Herausforderung" an. Die Leverkusener haben den Jungstar als Mann kennen gelernt, der zu seinem Wort steht. Trotz anderer lukrativer Anfragen, unter anderem von Lazio Rom und Newcastle United, beschied Derdiyok den Interessenten immer wieder: "Wenn ich wechseln werde, dann zu Bayer Leverkusen. Ich bin nicht der Typ, der ständig seine Meinung ändert."

Dafür hat Bruno Labbadia, mit dem Eren Derdiyok die ersten Gespräche geführt hat, seine Meinung geändert und die "Werkself" Richtung Hamburg verlassen. Doch vom neuen Bayer-Coach Jupp Heynckes wurde dem Schweizer nur Gutes berichtet. "Ich denke, dass er mich extrem weiterbringen kann. Wie man hört, kann er ja mit jungen Spielern gut umgehen und sie formen", freut sich der Man mit dem kurzgeschorenen Kopf.

"Jetzt gebe ich 100 Prozent Vollgas"

"Ich bin ein Spaßkicker, aber ich bin natürlich auch Profi", sagt Eren Derdiyok: "Jetzt gebe ich 100 Prozent Vollgas." Ob er einen Platz an der Seite von Stefan Kießling sicher hat, hängt auch davon ab, ob Bayer Leverkusen in der neuen Saison wieder mit Theofanis Gekas plant.

Zwar will der zuletzt für ein halbes Jahr nach Portsmouth ausgeliehene Grieche nach seinem eher trostlosen Gastspiel in England auch in Leverkusen wieder seine Zelte abbrechen. Aber da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Gekas steht bei Bayer noch unter Vertrag. So oder so kommt Bewegung in den Bayer-Sturm.

Tobias Gonscherowski