München - Von allen Seiten hagelt es im Moment Komplimente für David Alaba: Mit seinen Leistungen könnte er bald zu einer festen Größe in der österreichischen Nationalelf werden, 1899 Hoffenheim hätte ihn in der neuen Saison gerne als Stammspieler behalten und dann hat der FC Bayern doch noch entschieden, ihn wieder in den eigenen Kader zurückzuholen.

Jupp Heynckes hatte sich persönlich dafür eingesetzt, den jungen Wiener zu einer Rückkehr zu bewegen.

Traumduo Alaba/Heynckes

Mit offensichtlichem Erfolg: Alaba hat sich schnell beim FC Bayern re-integriert. Denn vor allem Heynckes setzt offenbar große Stücke auf ihn. "David hat Perspektive und wird seinen Weg machen, auch bei uns", ließ der Chefcoach kürzlich in einem Interview verlautbaren. Schließlich hatte er 2009 dem damals 17-Jährigen zu dessen erstem Profi-Training verholfen - und nun arbeiten sie wieder zusammen. Alaba kann sich allem Anschein nach auf die Rückendeckung seines Trainers verlassen.

Die hat er auch nötig, angesichts seines Ziels: "Klar ist, dass ich auch spielen will." Immerhin muss er sich jetzt bei den Bayern auf der linken Seite gegen andere hochkarätige Mittelfeldspieler wie Franck Ribery oder Toni Kroos durchsetzen, um die erhofften Einsatzzeiten zu erhalten. Der bevorstehende Konkurrenzkampf schreckt ihn jedoch nicht ab, er fühle sich wohl im neuen alten Umfeld und versuche nun, konstant gute Leistungen zu bringen.

"Alabisi" bei Hoffenheim gereift

Eine Fortsetzung seines Erfolgswegs ist ihm durchaus zuzutrauen, hat er doch gerade in den letzten Monaten oft genug Talent und Durchsetzungskraft unter Beweis gestellt. 2008 wechselte er von FK Austria Wien II zum FC Bayern und wurde am 6. März 2010 mit 17 Jahren und 255 Tagen zum jüngsten Bundesliga-Spieler des Rekordmeisters aller Zeiten. Außerdem brachte Alaba, der auch "Alabisi" gerufen wird, es in der EM-Qualifikation auf vier Einsätze für die Österreicher.

Dass die Bayern ihn in der Rückrunde an 1899 Hoffenheim ausliehen, erwies sich als Gewinn für alle Beteiligten. Hier fand Alaba in 1.530 Minuten Bundesliga-Spielzeit genügend Möglichkeiten sich auszuprobieren und seine Fähigkeiten vorzustellen. Während er in München bei drei seiner fünf Einsätze eingewechselt wurde, durfte er in allen 17 Spielen mit den Kraichgauern von der ersten Minute an mitspielen.

Auch Standards durfte er in Hoffenheim deutlich öfter in die eigene Hand nehmen, zwölf von 33 Standardsituationen führten sogar zu Torschüssen. Eine Bilanz, von der er beim FC Bayern bisher weit entfernt war. Ebenfalls sehen lassen können sich seine 27 Hoffenheimer Torschussvorlagen gegenüber nur einer einzigen für den FCB.

Alles deutet also darauf hin, dass der 19-Jährige die Spielpraxis in der vergangenen Rückrunde zu seinem Vorteil zu nutzen wusste. Und wahrscheinlich waren seine Darbietungen auch dafür verantwortlich, dass sein Vertrag bei den Bayern bereits bis 2015 verlängert wurde.

Goldkehlchen

Seine offene und lustige Art hat ihm bisher immer die Sympathien der Fans und Kollegen gesichert. Zu einer gewissen Berühmtheit brachte der Österreicher es zuletzt mit einem Amateurvideo auf Youtube, das sein ehemaliger Hoffenheimer Mitspieler Ryan Babel auf der Autobahn filmte: Alaba sang beim Fahren lauthals den Justin Bieber-Hit "Baby" mit. Wenn es für ihn aber so weiterläuft wie bisher, wird die Karriere als Musiker und Internetstar wohl vorerst noch warten müssen.

Sabine Glinker