Entwarnung bei Michel Platini: Der französische UEFA-Präsident konnte am Samstagmorgen die Morningside-Klinik in Johannesburg wieder verlassen und will auch das WM-Endspiel am Sonntag zwischen den Niederlanden und Spanien im Soccer-City-Stadion besuchen.

Der 55-Jährige, seit Januar 2007 Chef der Europäischen Fußball-Union (UEFA), war am Freitagabend im Restaurant Pigalle im Vorort Sandton zusammengebrochen.

"Es geht ihm gut"

Er wurde mit einem Krankenwagen ins Hospital gebracht. Alle Tests verliefen positiv, sodass Platini am Samstagmorgen um 09.00 Uhr das Krankenhaus wieder verlassen konnte. Dies geht aus einem gemeinsamen Kommunique des Weltverbandes FIFA und der UEFA hervor.

"Es geht ihm gut. Er war erkältet und hatte eine Grippe. Er ist zusammengebrochen, bevor er im Restaurant gegessen hat", hatte UEFA-Mediendirektor Williams Gaillard in der Nacht berichtet. Platini habe sich Untersuchungen unterzogen, "es ist nicht richtig, dass er einen Herzinfarkt erlitten hat. Alle bisherigen Tests haben ergeben, dass man sich keine Sorgen machen muss." Platini musste aber die Nacht von Freitag auf Samstag zur Beobachtung im Krankenhaus bleiben.

Platini hätte, so William Gaillard weiter, zuletzt wenig gegessen und leichtes Fieber gehabt. "Sein Blutzucker war etwas niedrig", so der UEFA-Sprecher, "er ist im Restaurant aufgestanden und zusammengebrochen."

"…dann ist er plötzlich zusammengesackt"

Kellner Joshua Alexander berichtete: "Er saß an Tisch Nummer vier, dann ist er plötzlich zusammengesackt. Wir haben sofort einen Arzt gerufen, Platini wurde in ein Krankenhaus gebracht." Offenbar war der UEFA-Boss, der seit Beginn des Turniers am 11. Juni in Südafrika weilt, Stammgast in dem Restaurant in Sandton.

Platini, der Denker und Lenker der französischen Europameistermannschaft von 1984, war Dauer-Tribünengast bei der WM. Begeistert war er vor allem von den Erfolgen des europäischen Fußballs, der drei Halbfinalisten und am Sonntag mit Spanien und den Niederlanden auch beide Finalisten stellt.

Die europäischen Halbfinalisten seien jung und spielen "mit frischen Herzen auf", hatte Platini erklärt: "Es zeugt vom Sieg des schönen Fußballs, mit der Betonung auf Offensiv-Fußball."

Als Fußballer gehört Platini zu den besten Spielern der Geschichte. Höhepunkt war der EM-Gewinn in seinem Heimatland. Von 1988 bis 1992 war er auch Trainer der Equipe Tricolore. Außerdem war "Platoche" Co-Präsident des französischen WM-Organisationskomitees bei der WM 1998.