Kaiserslautern - Zu zehnt schaffte der 1. FC Kaiserslautern nach dem Platzverweis von Srdjan Lakic und einem 0:1 Pausenrückstand noch den Ausgleich gegen den 1. FC Köln. Diese Moral gibt dem FCK Mut vor dem Pokal-Achtelfinale am Mittwoch beim Drittligisten TuS Koblenz (ab 18:45 Uhr im Live-Ticker).

Lakic ist mit einer milden Strafe davongekommen. Das DFB-Sportgericht wertete seine Aktion in der 39. Minute gegen Kölns Linksverteidiger Christian Eichner als unsportliches Verhalten und nicht als Tätlichkeit.

Lakic fehlt gegen Bayern

Der Kroate, mit elf Treffern bester Torschütze der Lauterer in der Liga, ist demnach nur für eine Begegnung gesperrt und wird dem FCK nur im kommenden Auswärtsspiel am kommenden Wochenende beim FC Bayern München fehlen.

Lakic hatte sich im Kölner Strafraum vom Kölner Abwehrspieler Geromel gefoult gefühlt, den auf ihn einschimpfenden Eichner traf Lakics Hand nur deshalb nicht im Gesicht, weil Eichner zurückwich. "Laki hat sich gefoult gefühlt. Aber er darf sich nicht zu dieser Handbewegung hinreißen und provozieren lassen. Man muss daraus lernen und in solchen Situationen ruhig bleiben", sagt FCK-Trainer Marco Kurz.

Rodnei trotz Patzer wieder dabei

Im Pokalspiel in Koblenz kann Kurz aber ebenso auf Lakic zurückgreifen, wie auf die gegen Köln gesperrt fehlenden Christian Tiffert im zentralen Mittelfeld und Alexander Bugera auf der Linksverteidigerposition. Wieder auflaufen wird auch Innenverteidiger Rodnei, der gegen Köln mit einem fatalen Rückpass das 0:1 durch Nationalspieler Lukas Podolski eingeleitet hatte (29.). Rodnei wollte zu Torhüter Sippel zurückpassen, traf aber den Pfosten des eigenen Tores - den vom Pfosten zurückprallenden Ball schob Podolski dann locker ins Netz.

"So ein Fehler wird ihm nie wieder passieren", glaubt Trainer Kurz, der dem Brasilianer nach seinem "Blackout" aber eine gute Leistung attestierte: "Und auch die Mannschaft hat im Namen Rodneis die richtige Antwort gegeben", so Kurz. Rodnei war nach einer Leistenoperation zum Rückrundenauftakt erstmals wieder in die Anfangsformation gerutscht.

Mathias Abel, der Rodnei vor der Winterpause glänzend vertreten hatte, musste auf die Bank. In einem persönlichen Gespräch will Kurz Abel, den er einen "wichtigen Faktor" bezeichnet", seine Entscheidung erklären. Letzte Woche war das nicht möglich, da Kurz wegen einer Grippe das Training nicht immer leiten konnte und von seinem Assistenten Roger Lutz vertreten wurde.

Kurz warnt vor dem Drittligisten

Von enormer sportlicher und finanzieller Bedeutung für die Pfälzer ist das Pokalspiel diesen Mittwoch in Koblenz. Der Drittligist warf in dieser Saison schon die Zweitligisten Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC aus dem Wettbewerb, der FCK dürfte also gewarnt sein.

"Wir wissen um die Schwer der Aufgabe, nehmen die Rolle des Favoriten aber an", sagt FCK-Coach Kurz. Mit einem Erfolg in Koblenz (die Partie war wegen schlechter Wetterbedingungen im Dezember abgesagt worden) und einem Sieg eine Woche später im Viertelfinale beim Zweitligisten MSV Duisburg, könnte der FCK innerhalb einer Woche den Sprung ins sportlich wie wirtschaftlich attraktive Halbfinale des DFB-Pokals schaffen.

FCK vor wichtigen Spielen

Flügelflitzer Ivo Ilicevic weiß auch schon wie die erste Hürde in Koblenz genommen werden könnte. "Wenn wir dort mit der Einstellung der zweiten Halbzeit gegen Köln spielen, schaffen wir das", sagt der Kroate, der nach dem Trainingslager im spanischen La Manga wie einige andere Spieler wegen einer Grippe nicht alle Trainingseinheiten nach der kurzen Winterpause hat absolvieren können.

Der FCK steht also vor richtungsweisenden Wochen. In der Liga stehen nach dem Auswärtsspiel bei den Bayern die Derbys gegen Mainz und in Hoffenheim an. In diesen Spielen wird sich entscheiden, ob der FCK seinen momentan stabil erscheinenden Mittelfeldplatz halten kann.

Tobias Schächter