Köln - Die Vorfreude auf einen großen Europapokalabend ist beim VfL Wolfsburg groß, wenn es am Donnerstagabend ins Achtelfinale der Europa League geht (ab 18:15 Uhr im Liveticker). "Wir genießen jeden internationalen Auftritt. Ich freue mich enorm auf die Partie", sagte Cheftrainer Dieter Hecking auf der Pressekonferenz vor dem Duell mit Inter Mailand am Mittwoch. Doch die Wölfe erwartet mit den Nerazzurri eine denkbar schwere Aufgabe.

Auch wenn der FC Internazionale in der italienischen Serie A derzeit nur auf dem neunten Rang liegt, so haben sie vor allem auf internationalem Parkett stets ihre Bestleistungen abrufen können. In allen zehn Europa-League-Spielen in dieser Saison blieben sie ungeschlagen, fuhren dabei sechs Siege ein. Entsprechend selbstbewusst sind die Blau-Schwarzen zum Achtelfinalduell nach Wolfsburg gereist.

Intelligente Italiener

Der Respekt vor dem deutschen Gegner ist dennoch da. "Wir spielen gegen eines der stärksten Teams im Wettbewerb", sagte Inter-Coach Roberto Mancini mit Blick auf die Partie. "Wolfsburg ist ein ziemlich komplettes Team, das nicht umsonst Zweiter in der Bundesliga ist." Seine Mannschaft habe aber die Qualität, die nächste Runde zu erreichen.

Dabei kommt es für Mancini vor allem auf eins an: "Wir müssen intelligent spielen, denn die Runde besteht schließlich aus zwei Spielen." In anderen Worten ausgedrückt: Den VfL wird eine vor allem defensiv perfekt eingestellte Mannschaft erwarten, die darauf aus sein wird, den Ball vom eigenen Tor fernzuhalten. Typisch italienisch eben - das weiß auch Dieter Hecking.

Konzentration, Spielfreude, Tempo

"Inter Mailand ist eine der größten Mannschaften im internationalen Fußball. Ich erwarte zwei richtig schwere Spiele", sagte der Cheftrainer des VfL. "Sie haben den italienischen Fußball verinnerlicht und können brutal auf Ergebnis spielen. Das wird die Aufgabe sehr schwer machen." Deshalb brauche man eine hohe Konzentration, Spielfreude, viel Bewegung und Tempo im eigenen Spiel.

Für einen seiner Spieler wird es ein ganz besonderes Spiel werden. Daniel Caligiuri ist Deutsch-Italiener, war schon als Kind immer Fan von Inters größtem Rivalen, dem AC Mailand. Teile seiner Familie leben in der norditalienischen Metropole, Caligiuri kennt den Gegner daher bestens. "Die Italiener werden abwarten was wir machen, sind sehr gut geschult und werden sich erstmal hinten reinstellen", erwartet auch der 27-Jährige einen perfekt eingestellten Gegner. Deshalb müsse man mit breiter Brust in das Spiel gehen, sich in jeden Zweikampf werfen und vor allem schnell nach vorne spielen.

Perisic wieder an Bord, Arnold fällt aus

Die Wölfe müssen im Hinspiel vorlegen, da ist sich auch Winterneuzugang Andre Schürrle sicher: "Wir müssen schnell ein bis zwei Tore schießen und vor allem kein Gegentor bekommen. Dann haben wir eine gute Ausgangslage für das Rückspiel." Sein Trainer ergänzt: "Wir wollen versuchen unser Spiel durchzubringen und gegen einen guten Gegner zeigen, dass wir im Moment die bessere Mannschaft sind."

Dabei helfen kann Hecking wieder sein offensiver Mittelfeldspieler Ivan Perisic, der am Mittwoch einen finalen Belastungstest bestand und im Kader der Wölfe stehen wird. Nicht mit an Bord sein kann hingegen Youngster Maximilian Arnold, der an Rückenbeschwerden leidet.

Duell der Eidgenossen

Auf Seiten von Inter Mailand wird der im Winter nach Mailand gewechselte Lukas Podolski nicht mit dabei sein, denn er ist international nicht für die Nerrazzuri spielberechtigt. Der vom FC Bayern München transferierte Xherdan Shaqiri hingegen schon. Auch er ist heiß auf das Duell mit Wolfsburg - und vor allem auf das Wiedersehen mit seinen schweizer Landsleuten Diego Begnalio, Ricardo Rodriguez und Timm Klose. "Als ich gesehen habe, dass wir gegen Wolfsburg spielen, habe ich mich natürlich sehr gefreut", sagt Shaqiri.

Die Vorfreude auf das Duell ist auf beiden Seiten also naturgemäß sehr groß. Auch die Fans haben große Erwartungen. In der Volkswagen Arena werden so viele Zuschauer erwartet, wie noch nie in dieser Europa-League-Saison. Beste Voraussetzungen also, für einen großen Europapokalabend in der Autostadt.

Dennis-Julian Gottschlich