Die Weltmeisterschaft in Südafrika (11. Juni bis 11. Juli) bietet neben dem Sport jede Menge Randgeschichten. bundesliga.de präsentiert diese täglich in den WM-Splittern:

++++ Eine Invasion Tausender englischer Fans steht Bloemfontein vor dem WM-Achtelfinale der "Three Lions" am Sonntag gegen die deutsche Nationalmannschaft bevor. Rund 25.000 Anhänger aus dem Fußball-Mutterland begleiteten den Weltmeister von 1966 bisher bei den WM-Spielen in Südafrika. Das Problem: Die Hauptstadt der Provinz Free State hat nur 6500 Hotelbetten.

Das Polizeiaufgebot in der "Stadt der Rosen" wird deutlich aufgestockt. "Wir haben alles berücksichtigt, wir sind auf alles vorbereitet", sagte Polizeisprecher Vish Naidoo am Donnerstag: "Die Sicherheit wird überall gewährleistet sein. Ich kann aber keine Details nennen." Naidoo bestätigte lediglich, dass auch deutsche und englische Polizisten vor Ort sein werden - sowohl am Stadion als auch an neuralgischen Punkten in der Stadt.

Bekannt wurde zudem, dass noch 1000 Eintrittskarten über die offiziellen FIFA-Verkaufskanäle verfügbar seien. Das Free-State-Stadion von Bloemfontein fasst bei der WM offiziell 40.911 Zuschauer, war in den vier bisherigen Spielen aber noch nicht ein einziges Mal ausverkauft. ++++

++++ Der brasilianische Staatspräsident Luiz Inacio Lula da Silva hat sein Erscheinen zum WM-Endspiel am 11. Juli im Soccer-City-Stadion von Johannesburg angekündigt. "Brasilien ist Gastgeber der WM 2014. Es ist üblich, dass die FIFA den Staatspräsidenten des künftigen WM-Ausrichters einlädt", sagte der südafrikanische Ministerialdirektor Ayanda Ntsaluba am Donnerstag in Pretoria und begründete die Anwesenheit des brasilianischen Staatschefs beim WM-Finale. Rekord-Weltmeister Brasilien steht zunächst erst im Achtelfinale der WM-Endrunde in Südafrika. ++++

++++ Ohne große Krawalle haben die Fußballfans in Berlin in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag den WM-Achtelfinaleinzug der deutschen Nationalmannschaft gefeiert. Neben der Fanmeile auf der Straße des 17. Juni, die erstmals ihre Tore öffnete und etwa 200.000 Anhänger anzog, verliefen auch fast alle anderen Veranstaltungen im Stadtgebiet friedlich, teilte die Polizei am Donnerstag mit.

Insgesamt nahmen die Beamten in der Hauptstadt 74 Personen wegen verschiedener Delikte wie Körperverletzung, Beleidigung und Diebstahls vorläufig fest. Sie wurden jedoch noch in der Nacht wieder freigelassen.

Im Bereich des Kurfürstendamms versammelten sich kurz nach Spielende bis zu 6500 Fans und bildeten mit etwa 150 Fahrzeugen einen Autokorso. Nach einer Säuberung der Fahrbahnen durch die Stadtreinigung wurde der Fahrzeugverkehr zwei Stunden nach Mitternacht wieder freigegeben. ++++

++++ Zwei mexikanische und ein amerikanischer Fußball-Fan sind von einem Schnellgericht zu Geldstrafen verurteilt worden, nachdem sie beim WM-Vorrundenspiel zwischen Mexiko und Uruguay (0:1) den Platz gestürmt hatten. Jeder der Flitzer muss eine Geldbuße von umgerechnet 54 Euro (500 Rand) zahlen. Dies berichtet die Tageszeitung "Times" und bezog sich auf Polizeisprecher Junior Metsi. ++++

++++ Der Fußball-Weltverband FIFA hat vorerst keine Ermittlungen gegen den algerischen Flaschenwerfer Rafik Saidi eingeleitet. "Bei dem Vorfall war kein Offizieller unseres Verbandes vor Ort. Daher können wir den Fall nicht kommentieren", meinte FIFA-Sprecher Nicolas Maingot: "Generell ist es aber klar, dass der Grundsatz des Fair Play auch außerhalb des Platzes gelten muss." Angreifer Saidi hatte nach der 0:1-Niederlage Algeriens am Mittwoch in Pretoria gegen die USA eine Wasserflasche nach einem Journalisten geworfen. ++++

++++ Der WM-Ball im Weltraumtest: Raumfahrtingenieure am California Institute of Technology Caltech haben den stark kritisierten Jabulani in einem Windkanal auf seine aerodynamischen Eigenschaften getestet. Bei einer bewusst gewählten langsamen Windgeschwindigkeit von zehn Metern pro Sekunde verglichen die Wissenschaftler die Flugeigenschaften der Kunststoffkugel mit denen eines Vorgängermodells.

Das Resultat: Durch seine glatte Oberfläche ist die Flugkurve des WM-Balls schwerer zu berechnen. "Das ist schwer nachzuvollziehen, aber je unebener die Oberfläche ist, desto besser ist seine Flugkurve vorherzusehen", erklärte Beverley McKeon, Dozentin am Caltech. Um abschließend zu sagen, welcher der beiden getesteten Bälle besser sei, seien aber weitere Tests nötig, betonte die Wissenschaftlerin. ++++