München - Am Samstag testeten einige Teilnehmer der EURO 2012 zum letzten Mal ihre Form - bundesliga.de fasst die Partien der Länder zusammen, die nicht in der "deutschen" Gruppe B starten: Polen, Spanien, England und Kroatien.

England - Belgien 1:0

Neun Tage vor dem EM-Auftakt gegen Frankreich ist Englands Nationalmannschaft noch nicht in Form. Bei der Generalprobe für die EURO siegte der Weltmeister von 1966 im Wembley-Stadion glücklich 1:0 (1:0) gegen Belgien und ließ dabei noch viele Wünsche offen. Das Tor des Tages erzielte Danny Welbeck von Manchester United nach einem Konter in der 36. Minute.

Die vom früheren Schalker Bundesliga-Profi Marc Wilmots trainierten Belgier bestimmten über weite Strecken das Spiel, schlugen aus ihrer Überlegenheit aber kein Kapital. Am englischen Strafraum war meist Schluss, Torhüter Joe Hart bekam nur wenig zu tun. Allerdings hatte er bei einem Distanzschuss von Guillaume Gillet Glück, der den Außenpfosten streifte (78.). Auf der Gegenseite traf auch der eingewechselte Jermain Defoe Aluminium (82. ).

Englands Trainer Roy Hodgson verzichtete zunächst auf Stürmerstar Wayne Rooney, der in den ersten beiden Vorrundenspielen gegen Frankreich am 11. und gegen Schweden am 15. Juni gesperrt ist. Er wechselte ihn erst in der zweiten Hälfte für den Torschützen Welbeck ein.

Bei dem Spiel testete der Weltverband FIFA erstmals die sogenannte Hawk-Eye-Technik, die auch im Tennis zum Einsatz kommt. Dafür wurden mehr als ein Dutzend Kameras an verschiedenen Stellen des Stadions installiert. Dem Schiedsrichter-Gespann wurden die Resultate der Messungen nicht mitgeteilt, sondern lediglich von den Mitarbeitern des unabhängigen Instituts EMPA ausgewertet.


Polen - Andorra 4:0

Mitausrichter Polen scheint für die EM im eigenen Land und in der Ukraine gerüstet. Sechs Tage vor dem Eröffnungsspiel in Warschau gegen den Ex-Champion Griechenland gewann die Mannschaft von Trainer Frantisek Smuda an gleicher Stelle ihre EM-Generalprobe gegen Andorra im Schongang 4:0 (3:0).

Ein Doppelschlag der Bundesliga-Profis Robert Lewandowski (37.) und Jakub Blaszczykowski (39., Elfmeter) vom deutschen Meister Borussia Dortmund brachte nach dem Führungstreffer durch Ludovic Obraniak (13.) schon vor der Pause die Entscheidung. 13 Minuten vor dem Schlusspfiff sorgte Marcin Wasilewski beim dritten Sieg in Serie mit einem weiteren Strafstoß für den Endstand.

Polen blieb durch den ungefährdeten Sieg im ersten Duell mit dem Zwergenstaat aus den Pyrenäen im zehnten von elf Spielen der EM-Saison und zum fünften Mal nacheinander ungeschlagen. Seine bislang letzte Niederlage musste der Co-Gastgeber der EM im November 2011 beim 0:2 in Breslau gegen Ex-Weltmeister Italien quittieren. Zwei Monate zuvor hatte Smudas Mannschaft gegen den WM-Dritten Deutschland in Danzig ein 2:2 erreicht.

Vor der Begegnung mit Andorra, in der aus der Bundesliga auch der Dortmunder Lukasz Piszczek, Sebastian Boenisch (Werder Bremen) und Eugen Polanski (FSV Mainz 05) zur Anfangsformation der Platzherren gehörten, hatten die Polen 1:0-Siege gegen Lettland und die Slowakei gefeiert.

Für die EM macht sich Polen aufgrund des Heimvorteils Hoffnungen auf die Halbfinalteilnahme. In der Vorrundengruppe A treffen die Osteuropäer nach dem Spiel gegen Griechenland zunächst auf Russland (12. Juni) und danach auf Tschechien (16. Juni).


Norwegen - Kroatien 1:1

Auf die Nationalmannschaft von Kroatien wartet wenige Tage vor dem Start der Europameisterschaft in Polen und der Ukraine noch viel Arbeit. Die Mannschaft von Trainer Slaven Bilic kam in Oslo beim letzten EM-Test gegen Norwegen nicht über ein 1:1 (0:0) hinaus. Kurz vor Schluss waren die Gäste durch ein Tor von Eduardo da Silva (79.) noch in Führung gegangen. Doch in der Nachspielzeit erzielte Tarik Elyounoussi den verdienten Ausgleich für Norwegen. Zudem musste Bayern-Spieler Ivica Olic in der zweiten Halbzeit verletzt ausgewechselt werden.

Für die Kroaten, bei denen mit Mario Mandzukic (VfL Wolfsburg), Ivan Perisic (Borussia Dortmund) und Gordon Schildenfeld (Eintracht Frankfurt) drei Bundesligaprofis in der Startformation standen, war es nach dem 3:1-Erfolg gegen Estland eine ernüchternde Generalprobe für die EM-Endrunde. In der Gruppe C hat Kroatien mit Welt- und Europameister Spanien, dem vierfachen Weltmeister Italien und Irland eine schwere Aufgabe vor sich.