Köln - Die Bundesliga geht in den Hinrunden-Endspurt 2014/15. Nimmt man den FC Bayern München einmal aus, so ist die Liga sehr eng beisammen. Die Tabelle könnte bis zur Winterpause noch ein ganz anderes Gesicht bekommen.

Update nach dem 15. Spieltag

Und schon wieder reichlich Gegentore: Drei Mal klingelte es im Kasten von Ron-Robert Zieler im Spiel gegen den SV Werder Bremen. Immerhin: Drei Mal netzten die Niedersachsen auch ein. Ärgerlich war allerdings das späte Gegentor von Davie Selke, das den erhofften Dreier kostete. "Wenn man in der 88. Minute den Ausgleich kassiert, ist man enttäuscht. Wir müssen die eine oder andere Situation besser ausspielen. Dann steht es 4:2 oder 5:2. Wir müssen schauen, dass wir unser Heimspiel jetzt gewinnen", sagte Trainer Tayfun Korkut mit Ausblick auf das nächste Spiel.

Hannover vor dem Start der englischen Woche

Bis zum 11. Spieltag lief es bei Hannover 96 hervorragend: Platz vier war Ausdruck genug für die Stärke der Niedersachsen, auch wenn man die ersten fünf Siege teilweise mit mehr Glück als Verstand holte.

Beim Sieg über Hertha BSC sah dies dann jedoch anders aus: Man war die eindeutig bessere Mannschaft, dominierte Berlin nach Belieben. Doch dann kam die Länderspielpause - und der Bruch im Spiel von Hannover 96.

1. Fehlende Effektivität

Hannover war ein Meister der Effektivität. Mit nur neun Toren holte man an den ersten elf Spieltagen 19 Punkte (im Schnitt also 2,1 Zähler mit einem Treffer). Historisch gab es kein anderes Team, das mit so wenigen Toren an den ersten elf Spieltagen so viele Punkte gesammelt hatte!

An den folgenden drei Spieltagen erzielte man zwar mit fünf Treffern zwar immer noch einige Tore, aber man kassierte plötzlich auch wesentlich mehr Treffer. Dies führt zu Punkt Nummer zwei:

2. Schwächelnde Defensive

Nach elf Spieltagen standen für Hannover nur elf Gegentore zu Buche, in den seitherigen drei Partien musste Ron-Robert Zieler dann zehn Mal hinter sich greifen, im Schnitt pro Partie also mehr als drei Mal so oft wie in den ersten elf Spielen.

Vor allem gegen die Spitzenteams zeigte sich die 96-Defensive häufig überfordert: 18 der 21 Gegentore gab es gegen die Teams, die in der Tabelle aktuell vor Hannover stehen. Gegen die Mannschaften, die momentan hinter den Niedersachsen liegen, gab es dagegen in sieben Partien nur drei Gegentore (zwei in Paderborn und eines in Stuttgart, ansonsten stand fünf Mal die Null).

3. Knackpunkt zweite Halbzeit

Vor allem in Halbzeit zwei haben die Niedersachsen nachgelassen. An den letzten drei Spieltagen kassierten sie genauso viele Gegentreffer in der zweiten Halbzeit, wie an den ersten elf Spieltagen (jeweils sieben).

Fazit: Die Zweikampfstärke muss zurück!

Hannover muss wieder zurück zu alter Zweikampfstärke finden. An den ersten elf Spieltagen gewannen sie 54 Prozent der Defensivzweikämpfe, in den vergangenen drei Spielen nur noch 49 Prozent – eine dramatische Verschlechterung! Wenn diese zurückkommt, dann kann H96 auch bis zur Winterpause wieder einige Plätze nach oben klettern.

Das Hannoveraner Restprogramm bis zur Winterpause:

Tag

Dat./Erg.

Uhrzeit

Gegner

Spielort

Samstag

13.12./3:3

15.30 Uhr

Werder Bremen

Auswärtsspiel

Dienstag

16.12.

20 Uhr

FC Augsburg

Heimspiel

Sonntag

21.12.

17.30 Uhr

SC Freiburg

Auswärtsspiel

Dennis-Julian Gottschlich und Tobias Anding

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