München - Jens Keller trommelte seine Spieler zusammen und schottete sich ab. Keine Fans, keine Medien, keine Außenstehenden waren am Donnerstag und Freitag auf dem Trainingsgelände des FC Schalke 04 geduldet. Der Trainer und seine Mannschaft bleiben unter sich, ohne Störgeräusche von außen galt die volle Konzentration der Vorbereitung auf die kommende Begegnung beim SC Freiburg am Samstag (ab 15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio). Eine bei den volksnahen "Königsblauen" ungewöhnliche Maßnahme, die nur in Ausnahmefällen und vor besonders wichtigen Spielen ergriffen wird.

Doch geht es für die Schalker nicht um Titel und Pokale. Im Breisgau spielt die Keller-Elf im "Endspiel" um die Teilnahme an der Champions-League-Qualifikation. "Sicherlich ist eine Anspannung zu spüren, aber die Mannschaft ist nicht nervös, sondern konzentriert und zuversichtlich. Im Fußball ist immer ein enormer Druck zu spüren, wir sind aber alle optimistisch", sagte Keller.

Schalke genügt ein Remis



Der 42-Jährige stellte sich demonstrativ vor seine Spieler. "Die Truppe ist charakterlich keine, die nicht will", sagte der Coach dem "kicker". Dabei hat die Mannschaft die brenzlige Lage vor dem 34. Spieltag selbst verschuldet. Am vergangenen Samstag hätten die Schalker mit einem Sieg gegen den VfB Stuttgart alles klar machen können. Doch statt eines "königsblauen" Jubels gab es in Gelsenkirchen nach der 1:2-Niederlage lange Gesichter.

Schalke (52) braucht beim einen Punkt schlechteren Verfolger Freiburg ein Unentschieden, um in die Play-offs zur europäischen "Königsklasse" einzuziehen. In diesem Fall darf der Tabellensechste Eintracht Frankfurt (50) jedoch nicht mit mehr als vier Toren Unterschied gegen den VfL Wolfsburg gewinnen.

Kapitän und Nationalspieler Benedikt Höwedes geht mit breiter Brust in das Spiel in Freiburg. "Wir sind Schalke 04 und haben die bessere Mannschaft", sagte der 25-Jährige. "Wenn wir als geschlossene Einheit auftreten, werden wir unser Ziel auch erreichen." Julian Draxler kann nach abgesessener Gelb-Sperre wieder mitwirken, Christoph Metzelder (Sehnenentzündung), Tranquillo Barnetta (Knie), Chinedu Obasi (Schienbein-OP), Kyriakos Papadopoulos und Ibrahim Afellay (beide Reha) fallen dagegen aus.

Streich nimmt seinem Team den Druck



Deutlich gelassener als beim "königsblauen" Kontrahenten ist die Lage beim SC Freiburg, der eine außergewöhnliche Saison mit einem Sieg krönen würde. Trainer Christian Streich nahm im Vorfeld den Druck von seinen Profis: "Ein schlechtes Ende gibt es in diesem Jahr nicht mehr. Bei den Spielern gibt es keine besondere Spannung, aber wir werden alles in die Waagschale werfen."

Streich, dessen Club die Qualifikation für die Europa League bereits gesichert hat, muss gegen Schalke auf Daniel Caligiuri (gesperrt), Pavel Krmas (Sprunggelenkverletzung) und Marco Terrazzino (Patellasehnenprobleme) verzichten.

"Gegen Schalke können wir nur gewinnen", findet Kapitän Julian Schuster. "Das internationale Geschäft ist eine wahnsinnige Bestätigung für diese Saison. Es wäre toll, sich mit den Größten messen zu dürfen."




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