Oliver Kahn ist für seine impuslive Art bekannt. Der Keeper des FC Bayern München ist wie kaum ein anderer Profi in der Lage, sich punktgenau auf fußballerische Großereignisse vorzubereiten und im richtigen Moment zweihundertprozentige Konzentration an den Tag zu legen.

Ein Indiz für Kahns besonders großen Ehrgeiz ist dann festzustellen, wenn der 38-Jährige laut wird. Brüllt Kahn, dann geht's um was.

Insofern war es nicht verwunderlich, dass der Torhüter beim Abschlusstraining des FC Bayern vor dem Premiere-Ligapokal-Viertelfinale gegen Werder Bremen (JETZT im Live-Ticker auf bundesliga.de sowie bei Premiere) die Trommelfelle seiner Teamkollegen besonders beanspruchte.

Kahn wieder laut

"Aggressiv, aggressiv", brüllte der "Titan" seinen Kameraden mehrmals zu. "Draufgehen" und "Lass' ihn nicht flanken" waren weitere Befehle, die aus dem Tor zu hören waren. Keine Frage, die Saison beim FC Bayern fängt mit dem Startschuss zum Premiere-Ligapokal jetzt erst richtig an.

"Wir werden zum ersten Mal richtig gefordert, da ist Schluss mit lustig", stellt auch Trainer Ottmar Hitzfeld die Bedeutung der Partie gegen den alten Rivalen Werder Bremen als wichtiges Ereignis heraus.

Ohne Toni, Sosa und Schlaudraff

Bayern will den ersten zu vergebenen Titel der Saison. So oder so soll das erste Wettbewerbsspiel gewonnen werden, denn "nur über Siege kann man Moral und Selbstbewusstsein stärken", sagt Hitzfeld. Der mit acht Neuzugängen runderneuerte Kader der Bayern wird in der Düsseldorfer LTU-arena jedoch noch nicht alle neuen Spieler vereinen.

Drei Neulinge in Reihen des FCB werden gegen Bremen nicht zum Einsatz kommen. Luca Toni, Jose Ernesto Sosa und Jan Schlaudraff fehlen verletzt.

Ribery ist fit

Franck Ribery hingegen kann wohl doch spielen. Am Donnerstag und Freitag nahm der Franzose, den zuletzt Oberschenkelprobleme plagten, voll am Training teil. Auch Mark van Bommel (Achillessehnenbeschwerden) meldete sich einsatzfähig. Der Holländer freut sich ebenfalls auf seine erste Teilnahme am Premiere-Ligapokal. "Es steht etwas auf dem Spiel - das ist immer gut", sagt der "Aggressivleader".

Genauso sieht man das beim Gegner von der Weser, für den die Partie nicht minder interessant und wichtig ist. Dennoch ist man es bei den Bremern Leid, ständig das Wiedersehen mit dem Ex-Werderaner Miro Klose kommentieren zu müssen.

Werder nicht wie gegen Ostfriesen

Und so scherzte Frank Baumann, dass das Duell mit dem ehemaligen Kollegen bei den Grün-Weißen keine zusätzlichen Motivationsschübe auslöse, man "aber auch nicht wie gegen eine Ostfriesenauswahl spielen" würde. Die Lacher hatte Baumann damit auf seiner Seite, wenngleich die personelle Situation bei den Bremern nicht allen Beteiligten ein Lächeln ins Gesicht zaubert.

Wegen Urlaub, Nationalmannschaftsverpflichtungen oder Verletzungen fehlen den Bremern mindestens acht Spieler, darunter Stammkräfte wie Diego oder Naldo. Auch Carlos Alberto muss noch aussetzen. "Das ist natürlich ärgerlich", sagt Trainer Thomas Schaaf. "Doch so können sich Andere in den Vordergrund spielen."

Und bis kommenden Mittwoch hat sich die Personallage bei den Bremern ja vielleicht etwas entspannt. Dann steht das zweite Halbfinale im Premiere-Ligapokal an. Der VfB Stuttgart wird heute Abend gespannt zusehen, ob er dann gegen Bayern oder Werder zu spielen hat.

bundesliga.de stellt die beiden Teams im Video-Stream vor:

Werder Bremen:ISDN oder DSL

FC Bayern München:ISDN oder DSL

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