Bremen - Sebastian Mielitz war sehr zufrieden. Der Torwart des SV Werder Bremen hatte beim eine hervorragende Leistung gezeigt. "Ich wollte zeigen, was ich kann und warum ich diese Rückennummer trage", sagte der 23-Jährige, der seit dieser Runde die Nummer eins bei Werder ist.

Zuletzt hatte es Kritik an den Leistungen des gebürtigen Zehdenickers gegeben. doch in Mainz bewahrte er seine Mannschaft mit mehreren guten Paraden vor dem 0:2-Rückstand. Besonders in der 67. Minute reagierte er überragend, als er den Ball nach einem Schuss von Nicolai Müller aus sieben Metern parierte.

"Er hat uns den Punkt gerettet"



"Er hat uns heute sicher den Punkt gerettet", lobte Werder-Kapitän Aaron Hunt den Schlussmann. Auch Bremens Trainer Thomas Schaaf zeigte sich über das gelungene Spiel des Tim Wiese-Nachfolgers erfreut: "Wir wissen, dass er ein guter Torwart ist und sind zufrieden mit ihm. In Mainz hat er nachgewiesen, dass er steigerungsfähig ist - wie das gesamte Team"

Vor allem war positiv anzumerken, dass der frühe Rückstand die Mannschaft nicht nachhaltig verunsichert hat. Nur wenige Sekunden nach dem eigenen Anstoß passte Assani Lukimya unbedrängt den Ball dem Mainzer Andreas Ivanschitz in den Fuß, der Adam Szalai bediente woraufhin der Ungar den Ball über die Linie zur Führung grätschte. Da waren gerade 12,5 Sekunden gespielt, es war das schnellste Tor in dieser Saison und das viertschnellste in der Bundesligageschichte.

Verdienter Ausgleich



"Ich hatte mehrere Gedanken im Kopf und habe dann die falsche Entscheidung getroffen", erklärte Lukimya nach dem Schlusspfiff. Doch die Bremer ließen sich an diesem Tag nicht aus dem Konzept bringen, sie waren die zweikampfstärkere Mannschaft und verdienten sich den Ausgleich in der zweiten Halbzeit redlich. Nach einer Flanke des eingewechselten Arnautovic ließ Hunt den Ball ins Tor abprallen (69.). Zuvor hatte im Mittelfeld Innenverteidiger Sokratis den Ball gegen mehrere Gegenspieler behauptet und so entscheidend zu diesem Treffer beigetragen.

Durch die Niederlagen der Konkurrenten vom Tabellenende (Düsseldorf, Augsburg, Hoffenheim) vergrößerte Bremen den Abstand auf Relegationsrang 16 nunmehr auf sieben Zähler. "Der Punkt ist im Abstiegskampf Gold wert. Wir haben gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind", erklärt Verteidiger Lukimya und fordert: "Jetzt müssen wir endlich mal dranbleiben."

Viel mehr noch als über den Punkt freute sich Trainer Schaaf über das engagierte Auftreten seiner Mannschaft. "Wir denken nicht ständig darüber nach, wie große der Abstand irgendwohin ist. Unsere Arbeitsweise legt den Fokus auf das, was wir täglich machen." Mit diesen kleinen Schritten wollen die Bremer wieder zu besserer Form finden. Schon nächste Woche im Heimspiel gegen den FC Schalke können sie sich wieder beweisen.

Gutes Comeback von Bargfrede



Mit dabei ist dann auch wohl wieder Philipp Bargfrede, der nach fünf Monate langer Verletzungspause wieder einmal von Anfang an im defensiven Mittelfeld zum Einsatz kam. "Ich hoffe, dass er nun konstant dabei ist. Man hat gesehen, dass er im Defensivbereich viel abgeräumt hat und eine gute Anspielstation war", lobte Schaaf. Und Bargfrede sagte einfach nur. "Ich freute mich einfach."

Dieses positive Gefühl überwog auf Bremer Seite über die Ostertage. Natürlich auch bei Sebastian Mielitz, dem sich für die Unterstützung der Teamkollegen nach der Kritik bedankte. Nun, sagt er, könne es so weiter gehen.

Aus Mainz berichtet Tobias Schächter