Mainz - Christian Heidel hat einen langen Verhandlungsmarathon hinter sich. In den Stunden vor dem 0:0 gegen Hannover 96 zum Heimauftakt am Sonntag strickte der Manager des 1. FSV Mainz 05 an der Kaderverstärkung.

Und Heidel präsentierte Trainer Kasper Hjulmand fünf neue Spieler, bevor das Transferfenster an diesem Montag schloss. Vom FC Sevilla kommt der spanische U-21-Internationale Jairo Samperio Bustara, genannt "Jairo" (Vierjahresvertrag), nach Mainz, von Hertha BSC kehrt Stürmer Sami Allagui zurück (ein Jahr Leihe mit Kaufoption) und Pablo de Blasis von Asteras Tripoli hat den Mainzern bei ihrer Demütigung im Europacup so gut gefallen, dass sie ihn nun für drei Jahre verpflichteten.

Außerdem kommen für je ein Jahr auf Leihbasis und ohne Kaufoption Offensivspieler Jonas Hofmann von Borussia Dortmund und Innenverteidiger Philipp Wollscheid von Bayer Leverkusen. Im Gegenzug lieh Mainz die beiden gescheiterten Stürmer Dani Schahin (Freiburg) und Sebastian Polter (Union Berlin) aus. "Jetzt", so glaubt Heidel, "sind wir richtig gut aufgestellt."

Schlechter Zeitpunkt für Müllers Abgang

Nach dem Aus in der Europa-League-Qualifikation und im DFB-Pokal war die Enttäuschung im Mainzer Umfeld groß und der Handlungsdruck auf den Manager gestiegen. Die späten Transferaktivitäten sind neben den mauen Leistungen vor allem auch dem jüngsten Weggang von Nicolai Müller geschuldet.

"Der Zeitpunkt von Müllers Wechsel war schlecht für uns", gibt Heidel zu. Plötzlich fehlten in Choupo-Moting (zum FC Schalke 04) und Müller beide Außenbahnspieler und somit viel Tempo im Mainzer Spiel: "Wir haben alle Fühler nach einem Flügelspieler ausgestreckt", erzählt Heidel. Viel hält Heidel auf dieser Position von Jairo, dem Talent von Europa-League-Sieger FC Sevilla.

"Bundesliga hat einen hervorragenden Ruf"

Der kam in der abgelaufenen Runde 25 Mal (vier Tore, zwei Vorlagen) in der Primera Division und sieben Mal im Europacup bei den Andalusiern zum Einsatz. Zuvor spielte er 67 Mal (zwölf Treffer) in zwei Jahren für Santander. Jairo unterzeichnete einen Vertrag bis 2018 bei den Rheinhessen. "Wir werden viel Freude an dem Jungen haben, der hat schon bei Real und Barcelona gespielt."

Heidel erzählt außerdem, Jairo habe auch sechs, sieben Angebote von spanischen Clubs gehabt. Aber dort kollabiere gerade der Markt. Als Jairo Deutschland gehört habe, wollte dieser nur noch nach Mainz. "Die Bundesliga hat wegen ihrer Seriosität und den Stadien einen hervorragenden Ruf", sagt Heidel. Als Jairo mit ihm durch das Mainzer Stadion gegangen sei, habe er selbst über die im Vergleich kleine Arena nur so gestaunt.

Fünf neue Spieler für eine gute Saison

"Logen kannte der gar nicht", scherzt Heidel. Er war nach dem Verhandlungsmarathon gut gelaunt. Heidel gab aber auch zu, dass er ohne die Rückkehr von Shinji Kagawa zu Borussia Dortmund Jonas Hofmann ebenso nicht hätte verpflichten können wie Sami Allagui, der die Freigabe aus Berlin erst bekam, als der Zuzug von Salomon Kalou zur Hertha fix war. Und Wollscheid hätte Heidel nicht geholt, wenn Kapitän Noveski nicht mit einer Innenbandverletzung im Knie länger ausfallen würde.

Trainer Kasper Hjulmand kann im nächsten Spiel nach der Länderpause bei Hertha BSC Berlin also auf fünf neue Spieler zurückgreifen. Der Konkurrenzkampf ist gewachsen in Mainz, aber auch die Hoffnung, dass die Saison positiver verlaufen wird, als sie begonnen hat.

Aus Mainz berichtet Tobias Schächter