Eigentlich war es nur eine Frage der Zeit, bis David Rozehnal in der Bundesliga landet. Vor fast genau zwei Jahren stand der Tscheche kurz vor einem Wechsel zu Borussia Dortmund, diesen Sommer sollen dann angeblich Eintracht Frankfurt und die 1899 Hoffenheim ihre Fühler nach dem Innenverteidiger ausgestreckt haben.

Das Rennen gemacht hat allerdings der Hamburger SV: Die "Rothosen" nahmen den umworbenen 29-Jährigen für die kommenden drei Jahre unter Vertrag.

Jarolims positiver Einfluss

Einen gehörigen Anteil an dem Transfer dürfte Rozehnals Landsmann und HSV-Kapitän David Jarolim gehabt haben, der "mir durchweg positiv vom gesamten Verein und dem Umfeld berichtet hat", wie der Neuzugang sagt.

Mit dem Tschechen wechselt nicht nur ein schneller, beidfüßiger und mit 1,99 Meter Körpergröße extrem kopfballstarker Defensivstratege in die Hansestadt, sondern auch ein Europameister.

Mit der U 21-Nationalmannnschaft seines Landes holte Rozehnal im Jahr 2002 den Junioren-Titel. Im Team dabei waren damals auch der heutige Chelsea-Keeper Petr Cech und Galatasaray-Star Milan Baros.

Über Belgien, Frankreich, England und Italien

Geboren und aufgewachsen in Sternberk, rund 250 Kilometer östlich der tschechischen Hauptstadt Prag gelegen, wechselte der talentierte Rozehnal schon in jungen Jahren zum SK Sigma Olmütz. Nach rund 70 Partien in der ersten Liga wagte der damals 23-Jährige den Sprung ins Ausland und unterschrieb einen Vertrag beim belgischen Traditionsclub FC Brügge.

Das zahlte sich aus, holte er doch in den folgenden beiden Jahren die Meisterschaft und einen Pokalsieg. Anschließend folgten zwei Spielzeiten bei Paris Saint-Germain und ein halbes Jahr bei Newcastle United, bevor es ihn 2008 zu Lazio Rom in die Serie A zog. Insgesamt 28 Partien absolvierte der Tscheche in der abgelaufenen Saison für den Hauptstadtclub.

"Deutschland-Erfahrung" bei der WM 2006

Obwohl Rozehnal bei den Italienern eigentlich noch bis 2012 unter Vertrag stand, gelang es HSV-Club-Manager Bernd Wehmeyer den Nationalspieler der seit Jahren fester Bestandteil der tschechischen A-Nationalmannschaft ist, aus Rom loszueisen.

Rozehnal war im Übrigen sowohl bei der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland, als auch bei der Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz im vergangenen Jahr, immer in der Startelf. Allerdings konnte auch er nicht verhindern, dass die Osteuropäer bei beiden Turnieren jeweils schon in der Vorrunde ausschieden.

Bleibt für den Tschechen und den Hamburger SV zu hoffen, dass sich der Profi-Kicker schnell mit seiner Frau Petra und dem zweijährigen Sohn Luka in der Hansestadt einlebt und Erfolge mit dem neuen Club feiert. Dann wird es keine Frage der Zeit sein, wann David Rozehnal die Bundesliga wieder verlässt.

Til Bettenstaedt



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