In der vergangenen Bundesliga-Spielzeit waren die beiden Duelle zwischen der Frankfurter Eintracht und dem Karlsruher SC von besonders viel Kampf, Einsatzwillen und emotionalen Momenten geprägt. Viel lässt darauf schließen, dass es heute im erneuten Aufeinandertreffen beider Clubs (ab 20 Uhr im Live-Ticker) ähnlich werden könnte.

"Beide Spiele gegen den KSC waren sehr gute Kampfspiele, die interessant für die Zuschauer gewesen sind. Ich denke schon, dass es erneut ein kampfbetontes Spiel werden wird", hob Eintracht-Coach Friedhelm Funkel die Brisanz dieser Paarung hervor.

Erbitterte Kontrahenten

Zwei Ereignisse aus den vergangenen Saisonduellen blieben den Anhängern der beiden Teams noch in guter Erinnerung. Kam es doch direkt nach Abpfiff des 1:0-Erfolgs der Badener bei den Hessen in der Hinrunde zu einem handfesten Eklat zwischen KSC-Keeper Markus Miller und Verteidiger Bradley Carnell. Der Schlussmann wollte seinem Vordermann in klassischer Boxermanier beibringen, was er von dessen Interpretation der Defensivleistung nach einer Führung hielt.

Erst Torwarttrainer Peter Gadinger konnte die Streithähne schließlich zur Vernunft bringen. Der als Heißsporn bekannte Miller macht einem kürzlich abgetretenen Kollegen seiner Zunft regelmäßig alle Ehre.

Duell Amanatidis vs. Franz fällt aus

Was von den jüngsten Aufeinandertreffen der Traditionsclubs ebenso hängen blieb, war der erbitterte und mit Haken und Ösen geführte Zweikampf zwischen Karlsruhes Manndecker Maik Franz und Eintracht-Kapitän Ioannis Amanatidis. "Ich weiß nicht, was in seinem Kopf vorgeht", fragte sich der Grieche nach dem Schlusspfiff.

Auf das interessante Duell der beiden müssen die Zuschauer heute allerdings verzichten. Der Angreifer der Hessen fällt wegen eines Muskelbündelrisses noch einige Zeit aus. Sein Kontrahent Franz rückt dagegen nach auskuriertem Muskelfaserriss in die erste Elf zurück. "Seine Präsenz ist für uns ungemein wichtig. Er pusht die anderen und reißt die Mannschaft mit", erklärte KSC-Coach Edmund Becker.

Pfeifkonzert droht

Dass den Abwehrchef in Frankfurt aufgrund der Vorfälle wohl ein derbes Pfeifkonzert erwartet, sieht er jedoch gelassen: "Da wird was los sein, aber ich werde an meiner Spielweise nichts ändern", kündigte der KSC-Kapitän an.

Da Franz ins Team zurückkehrt, fehlen Becker in Defensivspezialist Godfried Aduobe und Außenverteidiger Andreas Görlitz nur zwei Kräfte am Main. Da sieht die personelle Situation beim Gegner schon anders aus.

Neben Amanatidis muss Funkel weiter auf Offensiv-Neuzugang Ümit Korkmaz verzichten, der nach seinem Mittelfußbruch noch nicht wieder genesen ist. Auch die Abwehrspieler Marco Russ (Muskelfaserriss) und Alexander Krük (Fuß-OP) sowie die langzeitverletzten Preuß, Vasoski und Bajramovic stehen nicht zur Verfügung. Doch es gibt auch Positives aus dem Lager der Hessen zu vermelden.

Drei Rückkehrer

Der letztjährige Stammkeeper Markus Pröll sitzt nach seinem Syndesmosebandanriss auf der Ersatzbank und auch Alexander Meier nach auskuriertem Muskelfaserriss und Benjamin Köhler (Sprunggelenk-OP) meldeten sich fit. "Beide sind ja schon seit einigen Tagen wieder im Mannschaftstraining und es sieht gut aus. Ich hätte keine Bedenken, die Beiden am Freitag von Anfang an zu bringen", zeigte sich Funkel optimistisch.

Mehr Probleme könnte eher der Rasen bereiten. Nachdem Madonna unter der Woche ein Konzert in der Arena gab, ist das Grün entsprechend ramponiert. Nach der obligatorischen Platzbegehung am Freitagvormittag gab Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer allerdings "grünes Licht".

Für das zu erwartende Kampfspiel mit seinen emotionsgeladenen Zweikämpfen ist die Qualität des Untergrunds aber ohnehin nicht allzu bedeutend.

Florian Bruchhäuser

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Frankfurt: Nikolov - Ochs, Chris, Bellaid, Spycher - Fink, Inamoto, Toski, Steinhöfer - Liberopoulos, Fenin

Karlsruhe: Miller - Celozzi, Sebastian, Franz, Eichner - Mutzel, Porcello - Freis, Da Silva, Carnell - Kennedy