Leipzig - "Forsberg" ist ein Name, der in Schweden für positive Erinnerungen an sportliche Höhepunkte sorgt. Peter Forsberg, Spitzname "Foppa", ist das Eishockey-Äquivalent zu Zlatan Ibrahimovic, eine NHL-Legende, die seiner Nation einen Weltmeistertitel und olympisches Gold brachte.

Emil Forsberg wurde nur einen Steinwurf entfernt von seinem illustren Namensvetter in der Stadt Sundsvall im Norden von Schweden geboren. Er wird sich nur zu bewusst sein, welche großen Erinnerungen mit seinem Nachnamen im kollektiven Gedächtnis des Landes verbunden sind. Der Angreifer von RB Leipzig spielt zwar lieber auf Gras als auf Eis, aber der kleine "Foppa" weckt vor dem wichtigen WM-Play-Off-Spiel gegen Italien (Montag, 20.45 Uhr, Schweden siegte im Hinspiel 1:0) Hoffnungen bei seinen Landsleuten, dass er eines Tages mehr als nur den Namen mit der Eishockey-Legende teilen wird.

Es gibt gute Gründe zu glauben, dass es so kommen wird.

Erwartungen erfüllt

"Mit Emil Forsberg konnten wir einen jungen und sehr torgefährlichen Offensivspieler verpflichten", sagte Leipzigs Sportdirektor Ralf Rangnick, nachdem er den Linksaußen im Januar 2015 von Malmö FF verpflichtet hatte.

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Forsberg hat die Erwartungen erfüllt. Nur Davie Selke traf in der Saison 2014/15 mit zehn Toren öfter für Leipzig ins Tor als Forsberg, der acht Treffer erzielte. Mit sechs Vorlagen hatte er großen Anteil am Aufstieg seines Clubs in die Bundesliga in der Folgesaison. Dort überzeugte er sogar noch stärker: 19 Assists und acht Tore sammelt er im ersten Jahr in Deutschlands Elite-Liga.

Video: Forsberg - ein kompletter Spieler

Seine Fähigkeiten hat Forsberg schon ausführlich in seinem Heimatland unter Beweis gestellt, nachdem er seinen Heimatverein in Richtung Südwesten zu Malmö verlassen hatte. "Ich habe immer in Sundsvall gespielt, aber es war an der Zeit, mich selbst herauszufordern. Ich weiß, es wird einiges brauchen, aber ich mag es, mich selbst unter Druck zu setzen", sagte Forsberg nach seinem Wechsel im Januar 2013.

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Er etablierte sich schnell in einer Mannschaft, die am Saisonende die Meisterschaft gewann, aber es war die folgende Spielzeit, in der seine Karriere im Stile einer Lawine Fahrt aufnahm - wie passend für einen Mann, der einer Stadt entstammt, in der die Winter besonders kalt sind...

Forsberg erzielte 14 Tore in der Liga für seine Mannschaft, die den Titel erfolgreich verteidigen konnte. Seine Leistungen brachten ihm individuelle Auszeichnungen und eine Einladung zur A-Nationalmannschaft seines Landes. Da er auch in der Gruppenphase der folgenden Champions-League-Saison eine zentrale Rolle spielte, geriet Forsberg zwangsläufig ins Blickfeld diverser Vereine, die sich den ersten Club von Ibrahimovic genauer anschauten, um das nächste schwedische Juwel zu finden.

Emil Forsberg prüft Italiens Keeper Gianluigi Buffon
Emil Forsberg prüft Italiens Keeper Gianluigi Buffon © gettyimages / Soren Andersson

"Trotz anderer Angebote", habe sich Forsberg für Leipzig entschieden, verriet Rangnick. Dabei war dem Stürmer mit Sicherheit bewusst, dass der Sportdirektor von RBL dafür bekannt ist, Talente formen zu können und dass der Besitzer des Clubs Ambitionen hat, Leipzig zu einem großen Namen im deutschen Fußball zu machen. Letzteres Ziel nimmt langsam Formen an, das erstere ist bereits erreicht.

"Ich will der Beste sein"

"Dieser Club will der beste sein und ich will der Beste sein", sagte der 24-Jährige im März 2016, voller Selbstbewusstsein nach seiner Vertragsverlängerung bis 2021.

"Ich habe mich immer weiterentwickelt und eine große Rolle im Club. Das ist perfekt für mich. Ich habe noch viel mehr zu geben und ich will es dem Verein geben." Alle, die am Montag in gelb und blau und mit dem obligatorischen Wikingerhelm in San Siro ankommen, werden hoffen, dass er auch für sein Land alles geben und seinen Weg zur nächste schwedischen Ikone mit dem Namen Forsberg fortsetzen wird.