Tourrettes - Das Fehlen der acht Spieler von Bayern München und das Schaulaufen vor der Nominierung des EM-Kaders am Dienstag bestimmen die Überlegungen von Bundestrainer Joachim Löw hinsichtlich der Startelf im Länderspiel am Samstag in Basel gegen die Schweiz (ab 17:45 Uhr im Live-Ticker).

Bei der Torwartfrage wollte sich Löw noch nicht endgültig festlegen. "Bei den Torhütern gibt es eine Tendenz, ich möchte aber erst mit ihnen sprechen", sagte Löw. "Ob zwei der drei spielen, genau der Gedanke ist noch nicht abgeschlossen."

Wahrscheinlich ist, dass Tim Wiese, der im Sommer von Werder Bremen zu 1899 Hoffenheim wechseln wird, für Stammkeeper Manuel Neuer im Tor stehen. Sollte Wiese im Laufe der Partie von Marc-Andre ter Stegen (Borussia Mönchengladbach) oder Ron-Robert Zieler (Hannover 96) ersetzt werden, dürfte damit der Kampf um die Nummer drei im deutschen Tor bei der EM-Endrunde in Polen und der Ukraine (8. Juni bis 1. Juli) entschieden sein.

Schmelzer im Fokus



Die Vierer-Abwehrkette wird von Benedikt Höwedes, Per Mertesacker, Mats Hummels und Marcel Schmelzer gebildet. Dabei steht für Schmelzer am meisten auf dem Spiel. Der Double-Gewinner von Borussia Dortmund ist der einzige der vier Verteidiger, der noch um sein EM-Ticket bangen muss. Für die anderen drei geht es darum, sich für einen Stammplatz zu empfehlen. Mertesacker will beweisen, dass er trotz seiner langen Verletzungspause die Rolle des Abwehrchefs einnehmen kann.

Im defensiven Mittelfeld werden der spanische Meister Sami Khedira von Real Madrid und der deutsche Titelträger Ilkay Gündogan aus Dortmund zum Einsatz kommen. "Gündogan ist auf seiner Position ein guter Fußballer. Ein bisschen so wie der junge Schweinsteiger", sagte Löw. Er werde am Samstag seine Chance bekommen. Im Lauf des Spiels könnten auch die Bender-Zwillinge Lars und Sven ihre Chance bekommen. Für die Benders und Gündogan geht es um die EM-Teilnahme.

Im offensiven Mittelfeld setzt Löw auf die etablierten Lukas Podolski und Mesut Özil. Um den dritten Platz streiten sich der Dortmunder Mario Götze und der Bald-Dortmunder Marco Reus. Wahrscheinlich dürfen beide Profis ihr Können eine Halbzeit lang unter Beweis stellen. Um ihr EM-Ticket müssen aber weder Götze noch Reus bangen.

Klose stürmt



Im Sturm wird voraussichtlich Miroslav Klose beginnen. "Im Sturm wäre es gut, wenn Miro Klose spielen könnte, aber ich möchte kein Risiko eingehen", sagte Löw. Der Torjäger, der auch die Rolle des Spielführers einnehmen wird, will nach einigen leichten Verletzungen seinen Fitnesszustand überprüfen. Im Lauf der Begegnung wird Klose wahrscheinlich durch Cacau ersetzt.

Der Stuttgarter zählt wie Jungstar Julian Draxler, der laut Löw im Lauf des Spiels sein Debüt in der A-Nationalmannschaft geben wird, zu den EM-Wackelkandidaten.



Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

Deutschland: Wiese/Werder Bremen (30 Jahre/6 Länderspiele) - Höwedes/Schalke 04 (24/7), Mertesacker/FC Arsenal 27/79, Hummels/Borussia Dortmund (23/13), Schmelzer/Borussia Dortmund (24/5) - Khedira/Real Madrid (25/25), Gündogan/Borussia Dortmund (21/1) - Götze/Borussia Dortmund (19/12), Özil/Real Madrid (23/31), Podolski/1. FC Köln (26/95) - 11 Klose/Lazio Rom (33/114)

Schweiz: Benaglio/VfL Wolfsburg (28/42) - Lichtsteiner/Juventus Turin (28/46), Senderos/FC Fulham (27/45), Djourou/FC Arsenal (25/30), Ziegler/Fenerbahce Istanbul (26/28) - Inler/SSC Neapel (27/55), Dzemaili/SSC Neapel (26/18) - Shaqiri/FC Basel (20/18), Xhaka/FC Basel (19/7), Mehmedi/Dynamo Kiew (21/8) - Derdiyok/Bayer Leverkusen (23/28)

Schiedsrichter: Gautier (Frankreich)