Hamburg - Er sprintete, dribbelte und schoss, als wäre er nie weggewesen. Eljero Elia blühte am Dienstag bei seiner ersten Trainingseinheit mit den HSV-Profis förmlich auf. Keine Spur von möglicher Zurückhaltung oder Anlaufschwierigkeiten.

"Es ist schön, wieder dabei zu sein. Auf diesen Moment habe ich hingearbeitet", strahlte Elia beim Gang vom Rasen. Zu Beginn der Saison plagte sich der Flügelflitzer mit Problemen an der Ferse herum. Zwar wurde Elia in den ersten sieben Saisonspielen eingesetzt, so richtig glücklich wirkte er dabei aber nicht. Die Schmerzen wurden mehr, bis er Anfang Oktober früher von seinem Nationalmannschafts-Einsatz zurück kam.

"Ich kann wieder Vollgas geben"

Nichts ging mehr. Der Fuß passte nicht mal mehr in den Schuh. Zur Behandlung wurde Elia zunächst ein Gips verpasst, bis die Ursache in der Ferse endgültig verheilt war. "Jetzt ist alles gut", verkündet der Niederländer. Zwar wird nach jedem Training per Ultraschall geprüft, wie sich die Belastung auf die Knochen und Muskulatur ausgewirkt hat, doch die Bilder machen ihm Mut. "Ich kann wieder Vollgas geben. Zwar muss ich die Hacke noch mobilisieren, aber ich habe keine Angst mehr", bestätigt er.

Dies ist entscheidend für sein Spiel. "Ich spiele immer mit vollem Herzen", sagt er. Davon konnte man sich auch im Training überzeugen, in dem der Außenstürmer unter anderem einen kräftigen Pressschlag mit Son gewann und den Ball anschließend in die Maschen drosch. "Natürlich fehlen mir noch ein paar Prozent", sagt Elia. Doch ohne Schmerzen könnte es für ihn endlich den erhofften und bereits angekündigten Re-Start geben. Vielleicht sogar in Hannover?

"Das muss der Trainer entscheiden. Ich möchte jedes Spiel dabei sein", kündigte der 23-Jähirge an, möglichst schnell auf die Bundesligabühne zurückzukehren. Dafür will er im Training weiter Gas geben und zu alter Stärke zurückfinden. Der Anfang dazu ist gemacht.

Rost und van Nistelrooy wieder auf dem Platz

Außerdem stieg Frank Rost gut einen Monat nach seinem im Spiel gegen den FC Bayern erlittenen Teilriss des Außenbandes im Knie wieder in die Arbeit mit dem Ball auf dem Platz ein. "Wir warten ab, wie er die Belastung verträgt", erklärte Armin Veh im Hinblick auf eine mögliche Rückkehr am kommenden Wochenende gegen Hannover 96.

Sollte der Torhüter noch nicht wieder bei 100 Prozent sein, würde erneut Jaroslav Drobny im Kasten stehen. "Jaro hat seine Sache gut gemacht. Ich habe mich aber vor der Saison für Frank als Nummer eins entschieden, dabei bleibt es auch in Zukunft", so Veh.

Neben Elia und Rost kehrte auch Ruud van Nistelrooy in das Mannschaftstraining zurück, nachdem er sich vor zwei Wochen einen Muskelfaserriss im Adduktorenbereich zugezogen hatte. Ob er schon wieder beim Auswärtsspiel in Hannover unter auf Torejagd gehen wird, ist noch offen. "Wir müssen erst einmal sehen, wie er auf die Belastung reagiert", möchte Veh keinen Druck aufbauen. In der ersten Einheit sah das allerdings schon wieder vielversprechend aus. In mehreren Aktionen zeigte er gewohnte Kaltschnäuzigkeit vor dem Kasten, traf gleich mehrfach in allen Trainingsformen. Besonders sein gefühlvoller Heber aus dem Stand über Jaroslav Drobny ließ die Kiebitze mit der Zunge schnalzen. "Van the Man" scheint zurück.