München - Als wäre der Druck nicht so schon groß genug gewesen. Nach vier sieg- und sogar torlosen Partien hatte Eintracht Frankfurt sein Polster im Kampf um die internationalen Plätze in den vergangenen Wochen immer mehr schwinden sehen.

Und dann das: Der FC Schalke 04 siegt im Revierderby am Samstag gegen Borussia Dortmund mit 2:1 und zieht dadurch zumindest vorübergehend an den Hessen vorbei auf Rang 4 (Tabelle). Im Auswärtsspiel bei Hannover 96 ist der Aufsteiger damit umso mehr gefordert (ab 15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

Veh hat "keine Angst"



Allerdings gibt es gerade zweifellos einfachere Aufgaben: Immerhin haben die Niedersachsen die vergangenen fünf Heimspiele allesamt gewonnen, zuletzt im Nordderby gegen den Hamburger SV gar mit 5:1. Bei einem Sieg würden die "Roten" den Rückstand auf zwei Punkte verkürzen und gefährlich nahe an die SGE heranrücken - oder umgekehrt eben deutlich an Boden verlieren.

Armin Veh will von solchen Rechenspielen dennoch nichts wissen. Frankfurts Trainer erwartet schlicht und ergreifend einen heißen Tanz: "Sie sind nicht nur heimstark, sondern agieren aggressiv und beherrschen das schnelle Umschalten. Das wird nicht leicht", sagte der 52-Jährige, dem die beachtliche Durststrecke von 415 Minuten ohne Treffer offenbar keine schlaflosen Nächte bereitet: "Ich habe keine Angst, dass wir keine Tore mehr machen. Wir spielen uns immer noch genügend Chancen heraus. Ich gehe ganz gelassen mit den Dingen um."

Slomka will "Frankfurt unter Druck setzen"



Personell kann die Eintracht dabei nahezu aus dem Vollen schöpfen, abgesehen vom gelbgesperrten Sebastian Rode stehen alle Spieler zur Verfügung. Hannover muss derweil weiter ohne Szabolcs Huszti (Muskelverletzung) auskommen. Ein Fragezeichen steht noch hinter dem Einsatz von Top-Torjäger Mame Diouf, der in dieser Woche mit Schmerzen im Fußgelenk zu kämpfen hatte. Der Senegalese (zehn Saisontreffer) war in jedem der vergangenen fünf Spiele in der heimischen AWD-Arena ein Mal erfolgreich.

Für 96-Chefcoach Mirko Slomka ist die Marschroute klar: "Wir wollen Frankfurt mit einem Sieg unter Druck setzen. Platz 6 bleibt unser Ziel", sagte der 45-Jährige. Und statistisch gesehen stehen die Chancen dafür sehr gut, denn Hannover hat zuhause schon seit über 25 Jahren nicht mehr gegen Frankfurt verloren (fünf Siege, drei Remis). Andererseits hatte die Eintracht das Hinspiel mit 3:1 gewonnen. So oder so: Es dürfte spannend werden!




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