Wolfsburg - Mit 1:2 verlor die Frankfurter Eintracht ihr Auftaktspiel bei Pokalsieger VfL Wolfsburg. Angesichts des Duells der stärksten Heim- gegen die schwächste Auswärtsmannschaft der Vorsaison alles andere als ein Überraschung. Aber das Ergebnis spiegelt den Spielverlauf nicht wider.

"Wir waren überrascht von Frankfurt. Wir dachten, dass wir das Spiel von Anfang an in die Hand nehmen. Aber das Gegenteil ist passiert, Frankfurt hat das Heft in die Hand genommen", war VfL-Verteidiger Timm Klose vom Auftritt der Gäste überrascht. "Ich bin froh, dass wir in der zweiten Halbzeit kein Tor mehr bekommen haben."

Das sahen auch die Hessen so: "Das war ein gutes Auswärtsspiel", lobte Bruno Hübner nach der Partie. Der Sportdirektor bedauerte lediglich die mangelnde Chancenauswertung seiner Mannschaft. "Wir hätten in der ersten Viertelstunde in Führung gehen müssen."

Da geht der Sportdirektor konform mit seinem Trainer. "Wir hätten anfangs in Führung gehen müssen, denn wir hatten zwei richtig gute Chancen gehabt", hatte auch Armin Veh beobachtet und ärgerte sich: "Wir haben die Führung verpasst und in unserer stärksten Phase das Spiel verloren."

Vier Neue in der Startelf

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Der Rückkehrer auf die Frankfurter Trainerbank hatte seiner Mannschaft eine offensive Gangart verordnet. "Das trainieren wir doch die ganze Woche. Warum soll ich dann mauern lassen nur weil wir beim Vize-Meister spielen", reagierte Veh auf die Frage, ob die offensive Ausrichtung geplant gewesen sei. Für den Coach war es "eine Niederlage, die Mut macht".

Vier Neue hatte der 54-Jährige in die Startelf beordert. Die T-Frage hatte er zu Gunsten von Lukas Hradecky beantwortet. Der Ex-Bröndby-Keeper erhielt den Vorzug vor dem Österreicher Heinz Lindner. "Er hat seine Sache gut gemacht. Er hat gut mitgespielt", lobte Veh, auch wenn Hradecky seine Klasse angesichts von nur fünf Wolfsburger Torschüssen auf der Linie nicht zeigen konnte. "Wir haben kaum etwas zugelassen, und bei den beiden Treffern war er machtlos", so Veh.

"Es war ein gutes Spiel von uns"

Auch die Auftritte der anderen Neuzugänge erfreuten den Trainer. David Abraham bildete mit Carlos Zambrano eine Innenverteidigung, die kaum etwas zuließ, Luc Castaignos zeigte, dass er in der Lage ist, den verletzten Torschützenkönig Alexander Meier zu vertreten, auch wenn dem Niederländer kein Treffer gelang, und Mittelfeldspieler Stefan Reinartz verdiente sich ein Sonder-Lob des Trainers. Seine Leistung krönte der ehemalige Leverkusener mit dem Treffer zum 1:2-Endstand.

"Ich hätte lieber einen Punkt mitgenommen, als ein Tor geschossen", konnte sich Reinartz über seinen Treffer nicht richtig freuen. "Es war ein gutes Spiel von uns." Und dann schickte der 26-Jährige noch eine Kampfansage hinterher. "Wir haben noch viel Luft nach oben." Am kommenden Samstag gegen den FC Augsburg wollen die Hessen den nächsten Schritt gehen und sich mit einem Dreier belohnen.

Aus Wolfsburg berichtet Jürgen Blöhs