Zusammenfassung

  • Falette fühlt sich in Frankfurt und der Bundesliga wohl.
  • Ein Grund für den Erfolg der Eintracht sei der Teamgeist, erklärt der Franzose.
  • Die Qualifikation für den Europapokal wäre ein Highlight für die Eintracht.

Köln - Nach der schweren Verletzung von Carlos Salcedo brauchte Eintracht Frankfurt dringend eine Verstärkung für die Innenverteidigung als die Saison bereits begonnen hatte. Die Verantwortlichen der Hessen verpflichteten den Franzosen Simon Falette vom FC Metz. Der Franzose konnte sich durch sein starkes Stellungsspiel und seine Zweikampfstärke schnell durchsetzen. Im Exklusiv-Interview mit Bundesliga.de spricht er über seine ersten Monate in der Bundesliga, die Gründe des Erfolgs seiner Mannschaft, sowie den hervorragenden Teamgeist.

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bundesliga.de: Monsieur Falette, hätten Sie bei ihrer Ankunft in Frankfurt vor sieben Monaten gedacht, dass Sie eine solch erfolgreiche Saison erleben würden?

Simon Falette: Erst wollte ich unbedingt in die Bundesliga, weil ich sie bereits in Frankreich verfolgt hatte. Mich hat immer das Spektakel und die offensive Spielweise imponiert. Ich wollte regelmäßig zum Einsatz kommen. Das ist heute definitiv der Fall. Es war eine gute Entscheidung zur Eintracht zu wechseln. Das erste Mal, als mich die Eintracht kontaktiert hat, wollte ich sofort hin. Dann bin ich auch für den Trainer gekommen, weil ich ja wusste, dass Niko Kovac großartige Arbeit leistet.

bundesliga.de: Wie erklären Sie diesen Aufwärtstrend bei der Eintracht?

Falette: Bei uns herrscht ein toller Mannschaftsgeist. In der Kabine gibt es zwar etliche verschiedenen Nationen, aber die Stimmung ist hervorragend. Jeder Spieler ist hoch motiviert hier etwas Großes zu schaffen. Aber ich glaube, dass sich unsere große Stärke bei dieser Vielfalt an Kulturen befindet. Wir unternehmen auch immer wieder privat etwas miteinander.

Simon Falette im Einsatz für Eintracht Frankfurt
Simon Falette im Einsatz für Eintracht Frankfurt © DFL DEUTSCHE FUSSBALL LIGA / Johannes Simon

bundesliga.de: Was machen Sie zum Beispiel mit Mannschaftskollegen und wie läuft die Kommunikation untereinander?

Falette: Wir gehen regelmäßig zusammen essen. Zuletzt waren wir mit zehn, zwölf Spielern in der Innenstadt. Das war purer Spaß. Die englische Sprache ist die am meisten benutzte, gefolgt von Spanisch und Italienisch.

Die Brüder Kovac tun alles dafür, dass ich meine Schwächen abstelle. Durch beide bin ich ein besserer Spieler geworden. Simon Falette

bundesliga.de: Wie läuft es in der täglichen Arbeit mit Trainer Niko Kovac?

Falette: Der Coach liebt seine Arbeit. Das ist bei ihm jederzeit zu spüren. Er ist auch ein hervorragender Taktiker. Er legt viel Wert auf Disziplin, Fleiß und Organisation. Dazu bildet er mit seinem Bruder Robert ein tolles Duo. Durch beide bin ich ein besserer Spieler geworden. Die Brüder Kovac korrigieren mich immer wieder und sie tun alles dafür, dass ich meine Schwächen abstelle. Dass sie auf dem höchsten Niveau bereits gespielt haben, spricht auch für sie.

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bundesliga.de: Wie fällt Ihr Urteil zum Niveau der Bundesliga?

Falette: In dieser Meisterschaft spielen viele Teams mit offenem Visier. Vor allem die Intensität ist sehr beeindruckend. Sie ist viel höher als zum Beispiel in der französischen Liga. Es geht wahnsinnig schnell von einem Tor zum anderen. Es wird auch mehr gelaufen als in der Ligue1.

Simon Falette wechselte vom FC Metz nach Frankfurt
Simon Falette wechselte vom FC Metz nach Frankfurt © DFL DEUTSCHE FUSSBALL LIGA / Simon Hofmann

bundesliga.de: Und was sagen sie zu den Fans in der Bundesliga?

Falette: Ich brauche nur unsere Anhänger anzusehen: Ich haben noch nie solch leidenschaftliche Fans erlebt. Allein bei unseren Auswärtsspielen kommen sie jedes zweite Wochenende zahlreich, um uns zu unterstützen. Sie sind mehr als der zwölfte Mann und auch dank Ihnen sind wir in dieser Saison so weit oben in der Tabelle.

bundesliga.de: Nach der Länderspielpause geht es für die Eintracht nach Bremen. Eine eher unangenehme Aufgabe?

Falette: Wir sollten diesen Gegner auf jeden Fall ernst nehmen. In der Hinrunde hatten wir den 2:1-Siegtreffer erst kurz vor Schluss erzielt. Bereits damals fand ich Werder stark. Nun haben sie gerade eine Siegesserie hingelegt, so dass sie mit dem Abstieg nur noch wenig zu tun haben. Wir wollen aber dort die drei Punkte einfahren, um uns im ersten Tabellendrittel festzusetzen.

bundesliga.de: Ist das Ihr Ziel für den Rest der Saison?

Falette: Das Wichtigste haben wir mit dem Klassenerhalt bereits hinter uns gebracht. Nun möchten wir am liebsten in die Europa League und wenn doch mehr daraus werden sollte, wäre es ein Traum. Wir wollen die restlichen sieben Spieltage jedenfalls möglichst erfolgreich gestalten. Wir haben mit unseren Gastspielen vor allem in Leverkusen und in München noch tolle Herausforderungen, die auf uns warten.

Das Gespräche führte Alexis Menuge

Video: Rennen um die Europapokal-Plätze