Zusammenfassung

  • Eintracht setzt bei Kompensation von Abgängen auf "Zukunft statt Breite"
  • Für Trainer Hütter geht ein großer Wunsch in Erfüllung
  • Luka Jovic kann die große Überraschung werden

Köln - Eine lange Vorbereitung neigt sich dem Ende zu und ab dem 24. August rollt endlich wieder der Ball in der Bundesliga. bundesliga.de nimmt alle Teams der Bundesliga im Teamcheck genau unter die Lupe. Heute: Eintracht Frankfurt.

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Der Kader

Ante Rebic bleibt – zweifellos die schönste und wichigste Nachricht für Eintracht Frankfurt. Der 25 Jahre alte kroatische Nationalspieler verlängerte trotz lukrativer Angebote seinen Vertrag bei der Eintracht bis 2022. Doch obschon der Vize-Weltmeister bleibt, steht Frankfurts Trainer Adi Hütter gleich in seinem ersten Jahr vor einem Umbruch: Lukas Hradecky (Bayer 04 Leverkusen), Kevin-Prince Boateng (Sassuolo Calcio), Omar Mascarell (Schalke 04) und Marius Wolf (Borussia Dortmund) haben den Pokalsieger verlassen. Dem gegenüber steht der prominenteste Zugang: Nicolai Müller kommt vom Hamburger SV, bringt Erfahrung aus 164 Bundesliga-Partien mit. Bei der weiteren Kompensation der Abgänge der Leistungsträger hat Eintracht-Sportdirektor Fredi Bobic nach eigener Aussage die Entscheidung getroffen, "in die Zukunft, nicht in die Breite" zu investieren. Der Ex-Profi verpflichtete junge Profis, überwiegend aus dem Ausland.

So könnte Frankfurt spielen

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Der Bundesliga-Neuling: Trainer Adi Hütter

Für Adi Hütter ist es der erste Job in der Bundesliga. Damit geht sein Traum in Erfüllung: "Ich habe fast zehn Jahre dafür gearbeitet, um hier sein zu können", sagt der Österreicher. Und es scheint, als hätte auch die Eintracht darauf gewartet, dass einer wie er kommt. Hütter, der bereits bei RB Salzburg mit einem internationalen Kader gearbeitet hat und 2015 Österreichischer Meister wurde, gilt als besonders intelligent und redegewandt. "Er versteht es, sich den Gegebenheiten anzupassen, beziehungsweise das ihm zur Verfügung stehende Spielermaterial gewinnbringend einzusetzen", betont Österreich-Experte David Mayr im Gespräch mit dem Portal sport.de. Frankfurts Trainer erkenne schnell, was in den jeweiligen Spielern steckt und wie er mit seinem Kader agieren muss.

Die Frage nach dem Spielstil ist schnell beantwortet: Hütter bevorzugt – wie sein Vorgänger Niko Kovac – eine offensive taktische Ausrichtung sowie hohes Pressing und ein schnelles Umschaltspiel. Damit hatte er nach dem Titelgewinn 2015 noch einmal großen Erfolg: In der vergangenen Saison wurde er mit den Young Boys Bern Meister. Zuvor hatte er dort drei Jahre lang sukzessive eine schlagkräftige Mannschaft aufgebaut.

Aktuelle Form

Nach der Niederlage gegen den FC Bayern München im Supercup, die Trainer Adi Hütter als "Schuss vor den Bug zur richtigen Zeit" bezeichnet hatte, folgte am Samstag mit dem Aus im DFB-Pokal eine weitere Enttäuschung, immerhin war die Eintracht ja Titelverteidiger. "Wir müssen so schnell wie möglich den Kopf frei bekommen. Ich vertraue der Mannschaft. dass sie das schafft", sagte Hütter mit Blick auf den Bundesliga-Start.

Überraschung des Sommers: Luka Jovic

Der 1,75 Meter große Serbe hat in Frankfurt den perfekten Begleiter gefunden: Mijat Gacinovic, Landsmann und nach eigener Aussage "wie ein Bruder" des Angreifers, hat sich seiner angenommen. Mit der Zielsetzung, den Mittelstürmer noch besser zu machen. Gemeinsam hätten sie den Nachholbedarf des Stürmers ausgelotet. Jovic sei im Kopf häufig "wie ein Kind" gewesen. Wie Gacinovic selbst, als er vor rund drei Jahren zur Eintracht kam. Der Werdegang des 23-Jährigen kann für Jovic beispielhaft sein: Der Mittelfeldspieler ist auf dem besten Weg, Stammspieler zu werden.

Zielsetzung und Prognose

Kapitän David Abraham betonte gegenüber dem Kicker: "Natürlich werden wir die Auftritte in Europa genießen, aber uns muss klar sein, dass wir in der Bundesliga punkten müssen." Die ganze Stadt fiebert der Rückkehr auf die internationale Bühne entgegen, für die Heimspiele in der Europa League sind bereits alle Karten restlos vergriffen. Die Unterstützung der Fans wird der Mannschaft - und vor allem den jungen Spielern, die die Hessen verpflichtet haben - helfen. Erst einmal muss das Team aber zum Bundesliga-Auftakt ein anderes Gesicht zeigen als zuletzt in Supercup und Pokal, damit der nächste Dämpfer auf dem Weg zum großen Ziel Klassenerhalt ausbleibt.

Dominik Hamers