Zusammenfassung

  • 27 Gegentore sind der zweitbeste Wert in der Bundesliga - nur die Bayern kassierten weniger.

  • Die Adler ließen mit 21 die wenigsten Großchancen aller Clubs zu.

  • Frankfurt verlor noch kein Spiel nach einer eigenen Führung.

Köln - Mit diesem Höhenflug hatte vor der Saison sicherlich niemand gerechnet. Eintracht Frankfurt steuert auf Kurs Champions League. Die Hessen rangieren aktuell auf Platz vier der Tabelle und haben gute Chancen, in der kommenden Saison erstmals in der euopäischen Spitzenklasse an den Start zu gehen. bundesliga.de nennt fünf Gründe, warum es in der Mainmetropole aktuell so gut läuft.

42 Punkte haben die Hessen nach 25 Spieltagen bereits auf dem Konto - das sind schon jetzt so viele wie in der kompletten vergangenen Saison. Und im Gegensatz zum Vorjahr punktet das Team von Coach Niko Kovac diesmal auch in der Rückrunde kontinierlich. Von den jüngsten sieben Bundesliga-Spielen wurden fünf gewonnen, dazu kommt noch der Erfolg gegen den 1. FSV Mainz 05 im DFB-Pokal und der damit verbundene Einzug ins Halbfinale des Pokals.

1.) Stabile Defensive

Zu verdanken haben die Adler das vor allem ihrer überragenden Defensive. Gerade einmal 27 Gegentore haben die Hessen in dieser Saison kassiert. Nur der FC Bayern München (18) steht hinten besser. Überdurchschnittliche 52 Prozent ihrer Defensiv-Zweikämpfe können die Frankfurter für sich entscheiden. Vor allem aber stellen sie die Gegner immer wieder geschickt zu und provozieren sie so zu Fehlpässen. Nur die Bayern, RB Leipzig und Borussia Dortmund zwingen ihre Gegenspieler zu noch mehr schlechten Anspielen.

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Kapitän David Abraham feiert mit Danny Da Costa, Sebastien Haller und Marius Wolf den Sieg gegen Hannover
Kapitän David Abraham feiert mit Danny Da Costa, Sebastien Haller und Marius Wolf den Sieg gegen Hannover © imago / Roskaritz/Eibner-Pressefoto

Stark sind die Adler besonders im Defensiv-Zentrum. Nur neun Gegentore kassierten sie durch Angriffe durch die Mitte - ligaweit sind das die wenigsten. Auch ließ die Kovac-Truppe den Gegnern die wenigsten Großchancen aller Clubs (21) zu. Und auch mit Schnellangriffen ist Frankfurt nicht zu bezwingen. Nur ein einziges Kontergegentor kassierte die Eintracht, einzig die Bayern (0) sind da besser. Für die starke Defensive spricht auch, dass die Hessen nicht zu bezwingen sind, wenn sie vorne liegen: Frankfurt verlor in dieser Saison noch nicht ein Mal nach einer Führung (zwölf Siege, vier Remis). Auch das schafften ansonsten nur die Bayern.

2.) Hradecky ein ganz wichtiger Rückhalt

Lucas Hradecky ist der große Rückhalt des Teams. Der Keeper konnte bisher starke 73 Prozent aller Schüsse auf sein Tor abwehren. Mit nur 27 Gegentoren ist er ohnehin neben Bayerns Sven Ulreich der beste Keeper der Liga. 60 Prozent der parierten Bälle hielt der sachliche Hradecky sogar fest, ein sehr starker Wert. Nicht nur wegen dieser Fangsicherheit strahlt er viel Ruhe auf die Abwehr aus.

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Und der Finne macht einfach keine Fehler. Nur einen einzigen Gegentreffer verschuldete Hradecky - am 22. Spieltag rutschte ihm ein Kopfball von Simon Terodde vom 1. FC Köln durch die Arme. Frankfurt gewann gegen die Domstädter dennoch mit 4:2. Ansonsten ist auf den 28-Jährigen stets hundertprozentiger Verlass.

3.) Abraham als zweikampfstarker Abfangjäger

David Abraham hat sich bei der Eintracht zu einer ganz wichtigen Größe entwickelt, trägt in Abwesenheit von Alexander Meier sogar die Kapitänsbinde. Gute 64 Prozent seiner Zweikämpfe gewann der Argentinier 2017/18 insgesamt, in der Luft liegt seine Quote sogar bei überragenden 74 Prozent. Zudem läuft Abraham mit seiner Schnelligkeit viele Bälle ab und hat ein gutes Stellungsspiel.

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Kapitän und Vorkämpfer - David Abraham räumt hinten alles ab
Kapitän und Vorkämpfer - David Abraham räumt hinten alles ab © DFL DEUTSCHE FUSSBALL LIGA / Hofmann

Und selbst von einer Verletzung ließ sich Abraham nicht aufhalten. Am 16. Spieltag zog er sich im Spiel gegen den Hamburger SV eine hartnäckige Wadenverletzung zu, die ihn mehr als zwei Monate auf Eis legte. Doch als er am 23. Spieltag gegen RB Leipzig zurückkehrte, war der 31-Jährige gleich wieder der zweikampfstärkste Spieler auf dem Platz, gewann 79 Prozent seiner Duelle Eins-gegen-Eins.

4.) Hasebe der souveräne Abwehrchef

Unter Ex-Coach Armin Veh lief Makoto Hasebe immer wieder als Außenverteidiger auf. Niko Kovac stellt den Japaner wegen dessen fußballerischer Klasse und seinem guten Auge indes ausschließlich im Zentrum auf. Seit Herbst 2016 ist Hasebe der zentrale Mann in der Dreierkette der Adler. Wegen seiner Routine, Abgeklärtheit und Ruhe heimst er sich immer wieder Lob von Kovac ein.

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Makoto Hasebe hat sich zum Abwehrchef der Eintracht entwickelt
Makoto Hasebe hat sich zum Abwehrchef der Eintracht entwickelt © imago / Eibner

Dank seiner Ballsicherheit ist Hasebe auch im Spielaufbau ein wichtiger Faktor bei der Eintracht. Er verteilt die Bälle, leitet viele Angriffe von hinten ein. Und er ist auch ein genialer Abfangjäger. Immerhin zwei Mal rettete er bereits in höchster Not auf der Linie - ligaweit konnte kein anderer Spieler öfter für seinen schon geschlagenen Keeper klären.

5.) Unumstrittener Falette

Abwehrrecke Simon Falette ist sicherlich einer der besten Sommer-Zugänge der Hessen. Der Franzose ist im Defensivverbund unumstritten und fehlte nur aufgrund von Sperren. Gute 64 Prozent seiner Zweikämpfe konnte er bisher für sich entscheiden, in der Luft sogar 69 Prozent. Und noch einer spielt wieder eine starke Saison. Falettes Backup Marco Russ kann jederzeit einspringen und ist mit einer Quote von 68 Prozent gar der zweikampfstärkste Spieler bei der Eintracht.

Für Frankfurt scheint in dieser Saison tatsächlich alles möglich zu sein. Nur einen Punkt liegen die Adler hinter Dortmund auf Platz zwei. Nach unten haben sie hingegen schon sieben Zähler Vorsprung auf Platz sieben. Zumindest die Teilnahme an der Europa League sollte da machbar sein. Und vielleicht winkt ja sogar erstmals in der Clubgeschichte die Champions League.

Von Tobias Schild und Tobias Anding (Statistiken)