Zusammenfassung

  • Frankfurt ist nach dem Sieg beim HSV wieder die beste Auswärtsmannschaft.

  • Die Hessen holten bislang 18 ihrer 25 Punkte in der Fremde, haben nur eins der neun Auswärtsspiele verloren.

  • Als Spieler und Trainer erlebte Niko Kovac sein 300. Bundesliga-Spiel

Hamburg - Erschöpft, aber glücklich. Die Spieler von Eintracht Frankfurt feierten am späten Dienstagabend mit den mitgereisten Fans den hart erkämpften 2:1-Auswärtssieg beim Hamburger SV. Die Mannschaft von Trainer Nico Kovac ist aktuell die beste Auswärtsmannschaft der Liga und rangiert auf Rang fünf. Am Samstag wollen die Hessen dann die Heimbilanz gegen den FC Schalke 04 aufbessern.

"Es war ein Sieg des Willens. Die Moral, der Willen, der Charakter - all das passt. In der ersten Halbzeit waren wir die Mannschaft, die zurück gekommen ist. In der zweiten Hälfte war der HSV besser, wir sind zum Schluss auf der Felge gelaufen. Aber die Jungs haben sich die Punkte verdient erkämpft," erklärte Eintracht-Coach Nico Kovac nach dem Spiel. Obwohl der Trainer seine Mannschaft auf fünf Positionen änderte blieb die Statik des Frankfurter Spiels dieselbe.

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"Wir haben viel rotiert und profitieren von unserem breiteren Kader diese Saison. Wichtig ist, dass auch die, die jetzt vielleicht nicht so oft von Anfang an gespielt haben, sich voll rein werfen. Jeder hat Bock zu spielen und dabei zu sein, es macht richtig Spaß mit den Jungs zu arbeiten und der Trainer hat ein gutes Gespür dafür wen er wann bringt", freute sich Sportchef Fredi Bobic über den Erfolg in Hamburg. In der Offensive setzte Kovac zum ersten Mal von Beginn auf den jungen Serben Luca Jovic. Der erst 19-Jährige zahlte das Vertrauen zurück und erspielte sich vor allem in der ersten Hälfte zusammen mit dem Kroaten Ante Rebic etliche Chance, blieb aber glücklos. "Normalerweise macht er diese Chancen im Schlaf rein. Luca hat den Torinstinkt. Eigentlich hätten wir zur Pause schon 4:1 oder 5:2 führen müssen", ärgerte sich Kovac.

Luca Jovic vergibt eine der vielen Frnakfurter Chancen im ersten Durchgang, © imago / emspor

Auch nach Rückstand nie verunsichert

Nach nur neun Minuten gingen zunächst die Hausherren in Führung, doch das beeindruckte die Eintracht wenig. Auch wenn diese erste Elf der Hessen in dieser Konstellation noch nie so zusammengespielt hatte, ließ sie sich von Nackenschlägen nicht verunsichern. Zuvor musste Kapitän und Abwehrchef David Abraham nach nur fünf Minuten verletzt ausgewechselt werden. Carlos Salcedo kam ins Team und Marco Russ rückte von rechts in die Abwehrzentrale. "Der Sieg war eine absolute Mannschaftsleistung, wir sind eine eingeschworene Einheit und haben so lange gekämpft, bis wir am Ende die drei Punkte eingefahren haben", erklärte Rückkehrer Timothy Chandler, der nach zweieinhalbmonatiger Verletzung in Hamburg sein Comeback feierte und gleich beide Treffer der Eintracht vorbereitete. "Nach sieben Wochen ohne Spiel musste ich mich schon durch die Partie durchbeißen. Aber die ganze Mannschaft hat mitgezogen und gekämpft, das hat mich dann auch noch mal angespornt. Zur Pause musste dann auch noch Torschütze Mijat Gacinovic verletzt ausgewechselt werden, aber auch das verkraftete die Eintracht.

Hradecky erwischt einen Sahnetag

In der zweiten Hälfte machte der HSV zwar mächtig Druck, doch die Frankfurter brachten den knappen Vorsprung über die Zeit, auch weil Keeper Lukas Hradecky einen Sahnetag erwischte. Durch den Erfolg im Volksparkstadion holte die Eintracht in dieser Saison 18 von 25 Punkten in der Fremde. Nur in Leipzig verlor die Kovac-Elf. Warum es ausgerechnet auswärts so gut läuft, konnte sich Marius Wolf nicht erklären. "Ob wir zuhause oder auswärts spielen ist mir eigentlich egal. Zuletzt gegen die Bayern haben wir auch ein gutes Spiel gemacht."

Aus Hamburg berichtet Alexander Barklage