Zusammenfassung

  • Nach Niederlagen in den ersten beiden Pflichtspielen hat sich die Eintracht kontinuierlich gesteigert.
  • Die letzten fünf Pflichtspiele wurden allesamt gewonnen.
  • Adi Hütter lässt dabei einen anderen Fußball spielen als sein Vorgänger Niko Kovac.

Köln – Manchmal dauert es eine ganze Weile, bis eine Mannschaft nach einem Trainerwechsel die Philosophie des neuen Coaches verinnerlicht hat und konstant gute Ergebnisse einfahren kann. Die Fans von Eintracht Frankfurt hatten nach der deutlichen 0:5-Niederlage im Supercup gegen den FC Bayern München und dem 1:2 im Pokal beim SSV Ulm sicherlich ein wenig Angst, dass dies bei Adi Hütter und der SGE der Fall sein würde. Nach acht Spieltagen ist diese Sorge aber verflogen. Die Eintracht ist zurück in der Erfolgsspur – und das mit einem ganz anderen Stil als im vergangenen Jahr unter Niko Kovac.

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Beim alleinigen Blick auf die Tabelle gleichen sich die Bilder: Vor einem Jahr startete Frankfurt mit vier Siegen, einem Unentschieden und drei Niederlagen in die Saison. Auch in dieser Spielzeit stehen die Hessen mit derselben Bilanz da. Aber das ist schon das Ende der Parallelen. Denn der Spielstil ist unter dem neuen Coach Adi Hütter mittlerweile ein anderer.

Mehr Tore unter Adi Hütter

Für die schnelle Analyse der Unterschiede reicht eigentlich ein Blick auf die Tordifferenz. 8:7 lautete die im vergangenen Jahr, 19:12 in diesem. Mehr als doppelt so viele Treffer stehen also zu Buche. Diese Bilanz ist umso beeindruckender, wenn man bedenkt, dass die Eintracht vor der Partie gegen Düsseldorf die wenigsten Torschüsse aller Teams abgegeben hatte (60). Gegen die Fortuna spielten sich die Hessen dann in einen Rausch und kamen insgesamt 20 Mal zum Abschluss.

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Die Torquote war aber schon vor der Explosion gegen den Aufsteiger sehr gut und alles andere als ein Zufall. Die Eintracht wählt ihre Abschlüsse unter Hütter mit Bedacht. Denn trotz der wenigsten Torschüsse nach sieben Spieltagen hatten die Hessen die viertmeisten Großchancen herausgespielt (11). Acht dieser Gelegenheiten münzten Haller, Jovic und Co. zu Toren um. Die Quote von 73 Prozent ist die beste der Bundesliga.

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Um in gefährliche Situationen zu kommen, spielt Frankfurt viele Risikopässe. Die Passquote von 75 Prozent ist die niedrigste der Bundesliga und spiegelt das ebenso wider wie der niedrige Ballbesitz von 45 Prozent. Nach dem 0:5 im Supercup erzielte die Hütter-Elf auf diese Weise in jedem der elf Pflichtspiele mindestens einen Treffer.

Offensivtrio trifft nach Belieben

Gegen Fortuna Düsseldorf fuhr die Hütter-Elf nun den vierten Pflichtspielsieg in Serie ein. Das war der Eintracht zuletzt vor über sechs Jahren gelungen. Diesmal musste Adi Hütter dabei auf den gesperrten Ante Rebic verzichten, der Teil des effektivsten Angriffs der Bundesliga ist. An 18 der 19 Bundesliga-Tore waren Sebastian Haller, Luka Jovic und eben Rebic direkt beteiligt. Für seine 15 Bundesliga-Treffer benötigte das Sturmtrio lediglich 33 Torschüsse. Keine andere Offensivabteilung ist derart kaltschnäuzig.

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Dabei hat gerade Luka Jovic noch einmal einen großen Schritt gemacht. Der 20-Jährige war in der Vergangenheit zumeist Joker, stand aber von den letzten fünf Bundesliga-Begegnungen drei Mal in der Startelf. Der hochveranlagte Angreifer zeigte gegen die Fortuna eine überragende Leistung und schraubte seine Trefferquote in historische Dimensionen: In den bislang 1141 Bundesliga-Minuten seiner Karriere erzielte der Serbe 15 Tore. Der Schnitt von 82 Minuten pro Erfolgserlebnis ist der beste von allen Spielern der Bundesliga-Geschichte mit mehr als 25 Einsätzen. Es folgen Gerd Müller und Robert Lewandowski.

Offensivstark und zweikampffreudig

Die Eintracht verlässt sich aber auch unter Hütter nicht nur aufs spielerische Element, sondern ist nach wie vor auch äußerst giftig in den Zweikämpfen. Im Schnitt bestritt die SGE an den ersten sieben Spieltagen 209 direkte Duelle pro Partie – mehr als jedes andere Team. Gerade das Umschaltverhalten nach Ballverlust funktioniert trotz bereits elf Gegentreffern sehr gut. Frankfurt ist eines von fünf Teams, die in dieser Saison noch kein Tor nach einem Konter hinnehmen mussten.

Mit Eintracht Frankfurt wird also auch in den kommenden Wochen zu rechnen sein. Adi Hütter hat daran einen großen Anteil, denn es ist nicht selbstverständlich, dass er der Mannschaft nach über zwei Jahren unter Niko Kovac so schnell seine eigene Handschrift verleihen konnte. Und diese Handschrift steht für mehr Tore und Risiko im Offensivspiel.

Florian Reinecke