Seit fünf Spielen ist Borussia Mönchengladbach ungeschlagen. Sieben Punkte mehr als zum gleichen Zeitpunkt der vergangenen Saison haben die "Fohlen" aktuell auf dem Konto. Einer der Leistungsträger im Team ist Dante.

Vor rund einem Jahr kam der Brasilianer von Standard Lüttich an den Rhein. Nach anfänglichen Verletzungssorgen fand der Abwehrrecke zunehmend zu seinem Spiel und genießt mittlerweile ein hohes Ansehen in den eigenen Reihen, sowie bei Gegnern und Experten.

Im Gespräch mit bundesliga.de erklärt Dante, warum die Gladbacher Borussia momentan so souverän spielt. Er spricht über die Ziele, die er sich für die Saison 2009/10 gesetzt hat, und geht mit breiter Brust in das Kräftemessen mit dem FC Bayern München (ab 20 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

bundesliga.de: Borussia Mönchengladbach sorgte mit dem 1:0-Sieg gegen Schalke für die Überraschung des 14. Spieltags. Was war ausschlaggebend für den "Dreier"?

Dante: Die mannschaftliche Geschlossenheit. Jeder hat sich während der kompletten Spielzeit auf seinen Job konzentriert und darüber hinaus dem Nebenmann geholfen. Wir haben nur sehr wenig zugelassen und wie ich glaube, Schalke so den Zahn gezogen. Natürlich kam uns das frühe Führungstor dabei entgegen.

bundesliga.de: Seit nunmehr fünf Spielen ist Gladbach ungeschlagen. Was zeichnet die Mannschaft momentan aus?

Dante: Auch hier würde ich sagen: vor allem die mannschaftliche Geschlossenheit. Zur letzten Rückrunde und im Sommer sind einige neue Spieler gekommen, wir brauchten ein wenig Zeit, um uns aufeinander einzustellen. Aber ich denke, dass das normal ist. Jetzt weiß jeder, was der andere tut, wir sind an einem Punkt angekommen, wo alles ineinander greift.

bundesliga.de: Sie sind jetzt seit fast einem Jahr in Mönchengladbach. Was macht den Reiz an der Bundesliga aus?

Dante: Die vollen Stadien und das hohe fußballerische Niveau. Hier gibt es kein Spiel, bei dem man sich vorher sicher sein kann, dass man gewinnt.

bundesliga.de: In der Rückrunde der vergangenen Saison kamen Sie nur zehn Mal zum Einsatz, haben dennoch einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Mit welchen Zielen sind Sie in die Saison 2009/10 gegangen?

Dante: Ich habe schon gemerkt, dass es anfangs Leute gab, die mich kritisch gesehen haben. Als ich nach Mönchengladbach gekommen bin, habe ich mich schnell verletzt und habe in den ersten Spielen, in denen ich fit war, noch nicht alles zeigen können, was ich kann. Ich wollte die Leute einfach überzeugen. Viel wichtiger ist allerdings, dass ich mit der Mannschaft eine etwas entspanntere Serie spielen wollte. Ich denke, da sind wir bisher auf einem guten Weg.

bundesliga.de: Und sind Sie mit dem bisherigen Saisonverlauf aus persönlicher und mannschaftlicher Sicht zufrieden?

Dante: Im Moment bin ich das natürlich schon, auch wenn es immer noch ein wenig besser geht. Auch in dieser Saison haben wir noch ein paar Punkte liegen gelassen, zum Beispiel in Bochum, Freiburg oder gegen Dortmund.

bundesliga.de: Vor wenigen Tagen war zu lesen, Belgiens Nationalcoach Dick Advocaat möchte, dass Sie für Belgien spielen. Sind Sie denn in diesem Fall schon zu einer Entscheidung gekommen?

Dante: Nein, noch nicht.

bundesliga.de: Am Freitag wartet die nächste Herausforderung. Gladbach ist zu Gast beim FC Bayern. Wie viel wissen Sie über die Tradition dieses Klassikers?

Dante: Ich weiß, dass beide Vereine zu den erfolgreichsten in Deutschland gehören, und dass sie sich vor allem in den Siebzigern große Duelle geliefert haben.

bundesliga.de: Vergangene Saison unterlag Gladbach mit 1:2 in München. Sie selbst waren einer der besten Spieler auf dem Rasen, gewannen 71 Prozent Ihrer Zweikämpfe. Ist man gegen die Bayern besonders motiviert?

Dante: Natürlich misst man sich am liebsten mit den Besten. Aber ich denke nicht, dass ich gegen einige Mannschaften motivierter bin als gegen andere. Ich will jedes Spiel gewinnen.

bundesliga.de: Erst einmal haben die "Fohlen" in München in der Bundesliga gewonnen. Warum kann die Borussia diese Bilanz am 15. Spieltag aufbessern?

Dante: Es wird eine ganz schwierige Nummer für uns in München, und auch, wenn wir zuletzt fünf Mal ohne Niederlage geblieben sind, sind wir klarer Außenseiter. Wir müssen schon einen perfekten Abend erwischen, damit es klappt. Aber wenn wir alle hoch konzentriert unsere Aufgabe angehen, ist auch in München was drin. Gegen den HSV oder Schalke haben wir ja bewiesen, dass wir uns vor niemanden verstecken müssen.

Die Fragen stellte Sebastian Stolz