Die Bundesliga geht in die heiße Schlussphase der Saison und der VfL Bochum befindet sich als Tabellenvierzehnter im Abstiegskampf. Beim "Revierclub" bleibt man aber gelassen.

Zum einen hat man drei Punkte Abstand zum 16. Platz, zum anderen befindet sich Bochums Nummer neun in dieser entscheidenen Phase in Torlaune.

Der Mann heißt Stanislav Sestak und erzielte die letzten fünf Tore des VfL alle selbst. In Hoffenheim makierte er innerhalb von 27 Minuten einen "Dreierpack" und sicherte seinem Team somit drei ganz wichtige Punkte.

"Schnelligkeit und Power"

Ganz nebenbei beendete er so auch noch seine eigene kleine Torkrise. Am vorletzten Spieltag der Hinrunde begann bei Friedhelm Funkels Frankfurter Eintracht eine Serie von neun Spielen, in den Sestak ohne Treffer blieb.

Marcel Koller hielt aber an immer an seinem "Neuner" fest, denn Bochums Trainer weiß was er an Sestak hat. "Stanislav ist unglaublich schnell, hat Power und ist kaltschnäuzig im Abschluss", lobt Koller. Sestak geht in jedem Spiel irre lange Wege und besitzt die Fähigkeit aus wenig ein Tor zu erzielen. Das Spiel der Bochumer ist gerne auf ihn und seine Schnelligkeit ausgerichtet: den Gegner spielen zu lassen und nur sporadisch zu kontern, gerade bei Auswärtsspielen.

Ohne Sestak geht wenig

Koller setzt ihn daher bewusst auf der rechten Seite ein. "Da hat er etwas mehr Freiheiten und nicht gleich einen Gegner auf den Füßen stehen", so der Trainer. "Mir ist die Position egal", sagt Sestak, "aber klar ist, dass ich keiner bin, der im Strafraum auf den Ball wartet."

Die Statistik belegt wie wichtig der Slowake für den VfL ist, denn ohne Sestak geht in der Offensive nur wenig. Im Schnitt erzielte Bochum in dieser Saison ohne ihn nur 0,83 Tore, mit Sestak waren es 1,3. Zudem konnte man ohne Sestak erst einen Sieg feiern.

Der Stürmer kam als frisch gebackener slowakischer Meister mit einer beachtlichen Torquote im Juli 2007 nach Bochum. Sestak hatte in den letzten drei Spielzeiten für MSK Zilina in 72 Ligaspielen 45 Tore erzielt. In seiner ersten Saison beim VfL stellte er seinen Torreicher auch in der Bundesliga unter Beweis. In 33 Spielen traf er 13 Mal und legte neun Treffer auf. Somit war er nicht nur Bochums bester Torschütze, sondern hinter Bayerns Luca Toni und Bremens Diego auch der drittbester Scorer der Bundesliga. Auch in der laufenden Spielzeit hat beim VfL keiner so häufig getroffen wie Sestak - neun Mal in 23 Spielen.

Heimfluch beenden

Der April war sein Monat. Fünf Treffer gelangen dem 26-Jährigen in der Bundesliga und ein ganz wichtiger in der Nationalmannschaft. Sestak erzielte das Führungstor beim Sieg gegen den Erzrivalen Tschechien.

Am 27. Spieltag meldete sich Sestak in Hoffenheim wieder zurück und beendete in der Bundesliga eine weitere persönliche Serie - seinen Auswärtsfluch. Bisher hatte er nur im heimischen rewirpowerSTADION getroffen, denn sein letztes Tor in der Fremde war vor elf Monaten.

Gerade rechtzeitig ist Sestak also wieder in Topform, denn seinem Sturmpartner Diego Klimowicz droht das Saisonaus. Aber Stanislav Sestak ist eben ein Spieler, der weiß, wann es drauf ankommt - am Freitag im Heimspiel gegen Hannover 96 zum Beispiel. Dann könnte er dafür sorgen, dass die Westfalen ihre Negativserie von drei Heimpleiten in Folge beenden können. Den letzten Sieg vor eigenem Publikum gab es am 28. Februar beim 3:2 gegen Cottbus.

Mark Schnell